Deutsches Kolonial-Lexikon(1920), Band I, S. 263

Calabar.

1. Name eines Küstenflusses, der von Norden in den Mündungstrichter des Kreuzflusses (s.d.) mündet, der auch den Namen Old C. führt. Er fließt ganz auf englischem Gebiet (Nigerien).

2. Englische Station und wichtiger Handelsplatz an der Nordgrenze von Kamerun in Nigerien. C. liegt am östlichen Ufer des Kreuzflusses, dort wo der C.fluß mündet, außerhalb des sumpfigen Mangrovegürtels, ist aber sehr ungesund. C.s Bedeutung für Kamerun beruht darin, daß früher der gesamte Handel des Ossidingebezirks (s.d.) durch den Kreuzfluß dorthin gelenkt wurde. C. war früher ein berühmter Sklavenmarkt, jetzt sind Gummi, Elfenbein und Palmöl die Hauptprodukte des Handels. Die Ekoi (s.d.) an der deutschen Grenze brauchen 22 Tage, um auf dem Kreuzfluß bis C. zu kommen. Durch bessere Preise und Anlage von Straßen wird versucht, den Handel von C. abzulenken und nach Duala zu ziehen.

Passarge-Rathjens.