Deutsches Kolonial-Lexikon(1920), Band I, S. 263

Calotropis procera R. Br., strauchige Staude aus der Familie der Asclepiadaceen mit fleischigen, milchenden Trieben, auf sterilem Steppenboden und am Wüstenrande im tropischen Asien, in Arabien und Afrika (u.a. Deutsch-Ostafrika, Togo und Kameruner Tsadseegebiet). Die blasig aufgetriebenen Kapselfrüchte lassen - bei Vollreife durch einen Längsspalt sich öffnend - die weißen, seidigen Samenhaare hervortreten. Letztere werden seit einigen Jahren unter dem Namen "Akon" und "Wüstenseide" namentlich aus Indien eingeführt, durch ein neues Verfahren verspinnbar gemacht und mit Baumwolle zusammen versponnen. Auch die Stengel enthalten eine (flachsartige) verspinnbare Faser, deren Isolierung indessen Schwierigkeiten macht. Der Milchsaft wird von den Fulbe (s.d.) zum Gerinnenmachen der Kuhmilch bei der Käsebereitung verwendet.

Literatur: Volkens, Nutzpflanzen Togos. Not. Blatt. Bot. Gartens Berlin, Append. XXII. Nr. 3 (1910), 68 f (m. Abb.). - Der Baumwollbau in den deutschen Schutzgebieten, seine Entwicklung seit d. J. 1910, Veröff. des RKA. Nr. 6 (Jena 1914).

Busse.