Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 266

Carnot, Ort in Neukamerun, am Ssanga gelegen, etwas unterhalb vom Zusammenfluß von Nana und Mambere. C. war früher ein größerer Ort, doch haben die Eingeborenen es zum größten Teil wegen der Schlafkrankheit, die am Lauf des Ssanga herrscht, verlassen. Jetzt macht es nach Emil Zimmermann einen verfallenen Eindruck. Es war unter den Franzosen Sitz eines Administrators und zwar des Jangerebezirks, der bereits im Osten des Ortes beginnt. Die Befestigung ist ganz verfallen, die Stationsgebäude etwa 2 km vom Flusse abseits gelegen in 20 m Höhe über dem Flußspiegel. Es ist eine Niederlassung der Compagnie forestière Sangha Oubangui und besaß früher auch eine Schule. Einige Haussahändler und schwarze Faktoristen haben sich noch im Orte gehalten. C. liegt bereits im Graslande, und die Vegetation der Umgebung besteht zum größten Teil in Busch- und Baumsteppe. Es liegt im Gebiete der Baia (s. d.), wohl der Baia Buri und der Jangere (s. d.). In C. teilt sich die von Norden kommende Straße. Die eine geht weiter nach Bania und Nola, die andere nach Gasa und Dumestation. Seit der deutschen Besitznahme ist C. Sitz einer Kompagnie der Schutztruppe.

Passarge-Rathjens.