Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 267

Cayennepfeffer, der sog. spanische Pfeffer oder der Paprika, stammt von kleinen, zur Nachtschattenfamilie gehörigen Sträuchern, Capsicum annum und nahe verwandten Arten oder Abarten. Sie sind sämtlich in Südamerika zuhause und heute in allen tropischen Gebieten in Kultur. Die eigentliche Paprika hat sich zu einer wichtigen Kulturpflanze der gemäßigten Gebiete, vor allem in Ungarn, erziehen lassen. Sie trägt die großen, mehrere Zentimeter breiten, bis zu 10 und mehr Zentimeter langen, scharf schmeckenden, meist roten Schoten. Die in den Tropen kultivierten Sorten haben kleinere, teils längliche, teils vollständig runde, beerenartige Früchte von wesentlich schärferem Geschmack. Sie werden fast überall zum eigenen Gebrauch kultiviert, in Deutsch-Ostafrika, zeitweilig als Zwischenkultur der Plantagen sogar in größerem Maße zum Verkauf an die Eingeborenen.

Voigt.