Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 268

Chamaeleonen, Wurmzüngler (Rhiptoglossa), über ganz Afrika und Südwestasien verbreitete Familie der Echsen (s.d.). Sie ist in allen afrikanischen Kolonien des Deutschen Reiches durch mehrere, in Kamerun und Deutsch-Ostafrika durch zahlreiche Arten vertreten. Die Ch. sind in überwiegender Mehrzahl Baumtiere und Fallen infolge ihrer bekannten Fähigkeit, sich in der Färbung ihrer Umgebung täuschend anzupassen, trotz ihrer oft nicht unbedeutenden Größe sehr wenig auf. Einige Zwerg-Ch. ahmen sogar in ihrer ganzen Körperform ein angefaultes Blatt mit Blattrippen, Blattstiel usw. in ganz ähnlicher Weise nach wie die Schmetterlinge der Gattung Kallima. Zu den bekanntesten Arten gehört das in ganz Süd- und Mittelafrika verbreitete Elefantenohr-Ch. (Ch. dilepis), mit großen beweglichen Lappen am Hinterkopfe, die bei der großen, deutsch-ostafrikanischen Form tatsächlich an Elefantenohren erinnern. Ferner das Zweistreifen- Ch. (Ch. bitaeniatus), eine ziemlich kleine Art, deren zahlreiche, zum Teil erheblich voneinander abweichende Unterarten die gebirgigen Regionen von Deutsch- und Britisch-Ostafrika bewohnen. Weitere bemerkenswerte Arten sind das mehr als einen halben Meter lange Riesen-Ch. (Ch. melleri) aus Usambara, die grotesken, dreifach gehörnten Ch. jacksoni (Kilimandscharo, s. Farbige Tafel Tropische Echsen, Abb. 3), Ch. johnstoni (Virungavulkane) und das Vierhorn-Ch. (Ch. quadricornis) mit vier Hörnern auf der Schnauzenspitze (Kamerun). In neuerer Zeit sind mehrere der tropischen Arten auch lebend nach Europa gelangt, wo sie wegen ihrer auffallenden Formen und prächtigen Farben unter den Tierliebhabern viele Freunde finden.

Sternfeld-Tornier.