Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 275

Codrington, K. H., Missionar der Melanesian Mission von 1863-1887 auf den Banksinseln, den Neuhebriden und den südlichen Salomoninseln, lebt seitdem in England (Oxford, Chichester). Verfasser zweier grundlegender Werke über Melanesien: The Melanesian Languages, Oxford 1885 und The Melanesians, Oxford 1891 (in Gemeinschaft mit J. Palmer - A Dictionary of the Language of Mota, London 1896). C. führte die durch v.d. Gabelentz d. Ä. (s.d.) begonnene Erforschung der melanesischen Sprachen fort, brachte aus eigener Sammelarbeit reichlicheres und zuverlässigeres Material bei und sicherte durch umfassende Vergleichung ihres Wortschatzes und ihrer Grammatik - weniger ihres Lautbestandes - ihren Platz innerhalb der austronesischen Sprachgruppe. Sein klassisches ethnologisches Werk - The Melanesians - bringt u.a. die erste bestimmte Kunde über das mana, die melanesische Zauberkraft, die in der modernen Religionswissenschaft zu großer Bedeutung gelangt ist.