Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 275 f.

Colocasia oder Taro, in Kamerun Makabo genannt (C. antiquorum), gehört zu den Arongewächsen und ist wegen ihrer stärkemehlreichen Knollen eine heute fast in allen Tropen verbreitete Nutzpflanze. Sie ist eine krautige Pflanze mit großen, schildförmigen Blättern von über einem halben Meter Länge und etwas geringerer Breite, die gewissermaßen wie ein Bukett aus dem Wurzelhalse hervorkommen. Die Knollen erreichen je nach den örtlichen Verhältnissen ein Gewicht von 500 g bis 5 kg. Sie sind walzenförmig und erscheinen durch die Blattspuren regelmäßig geringelt. Am Wurzelhalse bilden sich Tochterknollen, die ebenso wie der obere Teil der Mutterknolle zur Fortpflanzung benutzt werden. Der Taro wird vor allen Dingen in der Südsee, dann aber auch in Kamerun und in geringerem Umfange in Ostafrika kultiviert. In Kamerun befindet sich unter dem Namen Makobo auch eine dem Taro nahe verwandte, aus dem tropischen Amerika stammende Gattung, Xanthosoma, in Kultur. Der Anbau des Taro ist bis in die subtropischen Gebiete hinein möglich, doch läßt dann die Knolle an Größe nach. Die Knollen werden ausschließlich von den Eingeborenen für ihre Zwecke gebaut. Guter lockerer Boden und reichlich Feuchtigkeit sind für ein kräftiges Gedeihen erforderlich. Die Knollen besitzen roh einen scharfen Geschmack, der sich beim Kochen verliert. Sie schmecken dann angenehm, kastanienartig. Der Gehalt an Stärkemehl beträgt etwa 20%. Der Botanische Garten in Kamerun macht seit einigen Jahren rationelle Anbauversuche mit Makabo zur Belehrung für die Eingeborenen und zum Studium der Sorten. Siehe die Textabbildung und Tafel 25.

Voigt.