Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 291

Deimling, Berthold v., Kgl. Preuß. General d. Inf. und Kommandierender General des XV. Armeekorps, geb. 21. März 1853 zu Karlsruhe in Baden, trat am 1. Okt. 1871 als Einjährig-Freiwilliger beim 5. Bad. Inf.-Regt. Nr. 113 ein und wurde am 12. April 1873 Offizier. Anläßlich der Niederwerfung des Hereroaufstandes (s.d.) in Südwestafrika wurde D. - damals Oberst und Kommandeur des 4. Bad. Inf.-Regt. Prinz Wilhelm Nr. 112 - am 19. Mai 1904 in der Schutztruppe für Deutsch- Südwestafrika als Kommandeur des 2. Feld-Reg. angestellt. Als solcher nahm er in verdienstvoller Weise Anteil an den Kämpfen gegen die Hereros. Nach Ausbruch des Hottentottenaufstandes zunächst zum Führer der im Süden befindlichen Truppen ernannt, führte er die ersten erfolgreichen Schläge gegen diese äußerst gefährlichen Gegner, mußte dann aber im April 1905 infolge einer durch Sturz zugezogenen Verletzung seines rechten Armes die Heimreise antreten. Am 1. Nov. 1905 wurde D. in der Armee unter Verleihung des Ranges eines Brigade-Kommandeurs als Abteilungschef im Großen Generalstabe wieder angestellt. Nach kurzer Zeit - im Mai 1906 - trat v. D., dem durch A. K. O. vom 9. Nov. 1905 der erbliche Adel verliehen war, wieder zur südwestafrikanischen Schutztruppe zurück und zwar als Kommandeur dieser Truppe. Als solcher gelang es ihm nach aufreibendem Kleinkriege durch Abschluß des Friedens von Ukamas die Ruhe und Ordnung im Lande wieder herzustellen, so daß durch A. K. O. vom 31. März 1907 der Kriegszustand aufgehoben werden konnte. Gleichzeitig wurde er von der Stellung als Kommandeur der Schutztruppe enthoben, nachdem er kurz vorher, am 22. März 1907, zum Generalmajor befördert worden war. Am 1. Dez. 1907 wurde er im Heere unter Ernennung zum Kommandeur der 58. Inf.-Brig. wieder angestellt.