Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 291 .f

Dempwolff, Otto Heinrich August Louis, Oberstabsarzt a. D., Dr. med., geb. am 25. Mai 1871 zu Pillau, Kreis Fischhausen, Provinz Ostpreußen. Er besuchte von 1888/1893 die Universitäten Königsberg i. Pr., Marburg, Leipzig, Berlin, Tübingen. 1895/97 Arzt der Neuguinea- Kompagnie; 1898/1911 Sanitätsoffizier der Schutztruppen. 1901/03 Malariaexpedition nach Neuguinea. 1904/05 Stabsarzt während des Aufstandes in Deutsch-Südwestafrika, 1906/10 Deutsch-Ostafrika. Zurzeit Lehrer für Melanesische Sprachen im Hamburger Kolonialinstitut. Er schrieb an fachwissenschaftlichen Aufsätzen auf dem Gebiete der Tropenmedizin: Ärztliche Erfahrungen in Neuguinea, Arch. f. Tropenkrankh., 1898; Blutuntersuchungen auf Malaria im Tropfenpräparat, Zeitschr. f. Hyg., 1908; Bericht über eine Malariaexpedition nach Deutsch-Neuguinea, 1904. - Auf dem Gebiete der Völkerkunde sind von ihm erschienen: Über aussterbende Völker, Zeitschr. f. Ethnol., 1904; Sagen und Märchen aus Bilibili, Bäßlerarchiv, 1911; Methode für Völkerpsychologische Erkundungen, KolBl., 1908; Totemismus in Deutsch-Ostafrika, 1909. Auf dem Gebiete der Kolonialsprachen veröffentlichte er: Beiträge zur Kenntnis der Sprachen von Deutsch-Neuguinea, Mitt. d. Seminars f. orient. Sprachen, 1905; Einige Sonderheiten der Hehesprache, daselbst, 1908; Beiträge zur Kenntnis der Sprache von Bilibili, daselbst, 1909; Beiträge zur Kenntnis der Sprachen in Deutsch- Ostafrika, Zeitschr. f. Kolonialsprachen, 1911.