Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 292

Denguefieber (Dreitagefieber, Siebentagefieber usw.), epidemisch auftretende Seuche von influenzaähnlichem Charakter. Sie kommt im Mittelmeergebiet, Asien, Afrika und Amerika vor und ist gekennzeichnet durch plötzlichen Beginn, oft mit heftigen rheumatischen Schmerzen; die Körpertemperatur geht rasch hoch, fällt meist nach 24-36 Stunden wieder ab und steigt oft nochmals in gleicher Weise an; länger als 6-7 Tage hält sie fast niemals an. Ein charakteristischer Ausschlag mit Jucken tritt meist dazu. Sehr heftig ist fast stets das Krankheitsgefühl. Übertragen wird die Krankheit durch stechende Insekten. Daß in diesen eine mindestens 8 Tage dauernde Entwicklung des Erregers stattfinden muß, ist bei der Mittelmeerform der Krankheit, dem sog. Pappatacifieber (Sommerfieber, Hundsfieber) Dalmatiens von Dörr und Taussig entdeckt worden, ferner, daß der Erreger meist nur die ersten 48 Stunden im Blut kreist und daß er unter der mikroskopischen Sichtbarkeit steht. Auch in anderen Gegenden scheinen die Pappatacimücken, winzige Mücken der Gattung Phlebotomus, die Überträger zu sein und die Keime auf ihre Brut vererben zu können. Die wegen ihrer Symptome stets sehr unangenehme Krankheit verläuft meist von selbst gutartig.

Literatur: Mense, Handb. d. Tropenkrankheiten. Leipzig.

Martin Mayer.