Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 292 f.

Denhardt, Clemens, Ingenieur, Forschungsreisender und Kolonialwirtschaftler in Ostafrika, geb. am 3. Aug. 1852 zu Zeitz, erforschte 1878 mit seinem Bruder Gustav und Dr. G. Fischer (s.d.) das Gebiet des Tanaflusses, 1879 allein das Küstengebiet von Mombas bis zum Pangani. Hiernach gründete er in Deutschland das Tana-Komitee, in dessen Auftrag und mit Unterstützung der Akademie der Wissenschaften er 1885 eine Expedition auf der Insel Lamu landete. Hier gelang es ihm, von dem Sultan von Witu einen bedeutenden Küstenstreifen zu erwerben, von dem er den größten Teil an die neugebildete Witugesellschaft abtrat, den Rest zu eigenen Plantagenanlagen verwertete. 1886 wurde das Sultanat Witu mit Denhardts Erwerbungen unter deutschen Schutz gestellt, jedoch durch das Abkommen vom 1. Juli 1890 an England abgetreten. Der Reichstag bewilligte 1899 den Gebr. D. für ihre durch die Abtretung Witus erlittenen Verluste eine endgültige Abfindung von 150000 M, die von diesen aber als ungenügend abgelehnt wurde. Neuerdings haben sich die Gebr. D. der Ausbeutung der Mangrovebestände in Deutsch-Ostafrika zugewandt.