Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 293

Denkschriften in allgemeinem Sinn: größere, in amtlicher Form gehaltene Berichte über wichtigere Angelegenheiten von öffentlichem Interesse. Bezüglich der Kolonialverwaltung sind in erster Linie die RT.-D. zu nennen, die entweder auf Beschluß und Anregung des RT. oder aus eigener Initiative der Verwaltung dem RT. zugehen (Drucksachen des RT.). Neben solchen über politische Fragen, Aufstände u. dgl. finden sich in den letzten Jahren besonders zahlreich RT.-D. über wirtschaftliche Fragen, wie über das Münzwesen, über die finanzielle Entwicklung der deutschen Schutzgebiete, über die Kapitalinteressen in den deutschen Schutzgebieten, über koloniale Kriegskosten, die Eisenbahnen Afrikas, die Eisenbahnen in einzelnen Schutzgebieten, über Alkohol und Eingeborenenpolitik und über die Diamantenproduktion und -besteuerung. Außerdem veröffentlicht das AAKA. bzw. das RKA. seit dem Jahre 1892 alljährlich einen größeren Bericht über die Entwicklung der deutschen Schutzgebiete im verflossenen Etatsjahr. Bis zum Jahre 1908 einschließlich erschienen diese Jahresberichte als RT.drucksachen in einzelnen Teilen, getrennt nach den verschiedenen Kolonien; seit 1909/10 werden sie unter dem Titel: Die deutschen Schutzgebiete in Afrika und der Südsee in Buchform im Verlag von E. S. Mittler & Sohn in Berlin herausgegeben und geben in übersichtlicher Weise in einem berichtenden und einem statistischen Teil ein Bild von der gesamten Entwicklung unserer Kolonien. - Im Zusammenhange hiermit sind noch zu erwähnen die im Verlage von G. Fischer in Jena herausgegebenen Veröffentlichungen des Reichs-Kolonialamts. Es sind dies teils Monographien von Fachmännern, deren Arbeiten von der Verwaltung unterstützt oder wenigstens als besonders wertvoll erachtet werden, teils Berichte und Darstellungen, die im RKA. selbst ausgearbeitet wurden, wie die D. über die Baumwollfrage und die D. "Der Baumwollbau in den deutschen Schutzgebieten (seine Entwickelung seit dem Jahre 1910)."

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