Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 299

Deutsch-Asiatische Bank. Seitens einer Anzahl deutscher Banken wurde am 12. Febr. 1889 die D.-A. B. mit einem Grundkapital von 5 Mill. Schanghai-Taels, das inzwischen auf 7,5 Mill. erhöht worden ist, gegründet. Die Bank hat ihren Sitz in Shanghai. Sie hat die Form einer deutschen Aktiengesellschaft und ist für alle inneren Verhältnisse dem Handelsgesetzbuch und dem in Deutschland geltenden bürgerlichen Recht unterworfen. Zweck der Bank ist der Betrieb von Bankgeschäften und die Förderung des Handels zwischen Deutschland und Asien. Warenhandel für eigene Rechnung, sowie Giro- und Depositengeschäfte innerhalb des Deutschen Reichs sind ausgeschlossen. - Unter dem 8. Juni 1906 hat die Bank von dem RK. auf 15 Jahre die Befugnis erhalten, Banknoten durch ihre im Schutzgebiet Kiautschou und in Shanghai befindlichen Niederlassungen auszugeben. Die Sicherheit für die Banknoten ist dadurch herbeigeführt worden, daß für die in Umlauf gesetzten Banknoten seitens einer Anzahl erster deutscher Banken selbstschuldnerische Bürgschaften hinterlegt worden sind. Der RK. führt die Aufsicht und hat unter Ausschluß eines gerichtlichen Verfahrens das Recht, die gestellte Sicherheit gegebenenfalls zu realisieren. Die Noten werden teils auf Dollar ortsüblicher Handelsmünze, teils auf Tael lautend, ausgegeben, und zwar im Schutzgebiet Kiautschou in Abschnitten von 1, 5, 10, 25 und 50 Doll. und in China - außer den angegebenen Dollarnoten - in Abschnitten zu 1, 5, 10 und 20 Tael. Ausgabestellen in China sind Tientsin, Schanghai, Hankow und Peking, im Schutzgebiet Kiautschou Tsingtau. Der Reichsfiskus erhält für die der Bank erteilte Notenkonzession eine Abgabe von 1% auf den Durchschnitt des täglichen Notenumlaufs. Ende 1912 wurden Noten im Betrage von 1571020 Doll. der Tsingtauwährung in Umlauf gesetzt, der Betrag der übrigen Noten belief sich auf 1169 041 Doll. und auf 132141 Tael. Die Bank hat ihre Noten an den Ausgabestellen zum vollen Bankwerte bei den übrigen Zweigniederlassungen nach Maßgabe der Barbestände und Geldbedürfnisse zum Wechselkurse einzulösen bzw. anzunehmen. Außer der Hauptniederlassung in Schanghai hat die Bank Niederlassungen in Berlin, Hamburg, Hankow, Hongkong, Kalkutta, Singapore, Canton, Tientsin, Peking, Tsingtau, Tsinanfu, Kobe, Yokohama. Auf Grund einer vom RK. unterm 24. Jan. 1910 genehmigten Konzession hat die D.-A. B. eine Abteilung errichtet, welche die hypothekarische Beleihung von Grundstücken und die Ausgabe von Inhaberschuldverschreibungen auf Grund der erworbenen Hypotheken zur Aufgabe hat. Die Hypothekenabteilung führt gesonderte Korrespondenz und Buchführung. Ihr Geschäftsbetrieb wird bei der Filiale Tsingtau zentralisiert. Sie darf Pfandbriefe nur bis zum vierfachen Betrage des eingezahlten Grundkapitals ausgeben. Die Beleihung ist auf bebaute Grundstücke und Bauplätze beschränkt. Auch die Hypothekenabteilung unterliegt der Aufsicht des RK. Einen großen Umfang hat das Hypothekengeschäft der Bank bis jetzt nicht erreicht, und bis zum Jahre 1912 hat diese Abteilung einen Gewinn nicht abgeworfen. Pfandbriefe hat sie bisher noch nicht ausgegeben. Die Dividende der D.-A. B. war in den einzelnen Jahren verschieden, sie betrug 1905 11 %, sodann 9, 8, 8,5, 8,8 und in den Jahren 1911 und 1912 je 5%.

Zoepfl.

Literatur: Hintze, Kol. Geldwesen, Berlin 1912, worin sich noch weitere Literatur befindet.