Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 315 ff.

Deutsch-Neuguinea. 1. Begriff und Grenzen. 2. Lage und Fläche. 3. Geologischer Bau. 4. Bodenschätze. 5. Boden. 6. Oberflächengestaltung. 7. Bewässerung. 8. Klima. 9. Pflanzenwelt. 10. Tierwelt. 11. Eingeborenenbevölkerung. 12. Bevölkerungsstatistik. 13. Eingeborenenproduktion. 14. Europäische Unternehmungen. 15. Handel. 16. Verkehrswesen. 17. Geld- und Bankwesen. 18. Verwaltung und Rechtspflege. 19. Kirchen- und Schulwesen. 20. Missionswesen. 21. Geschichte seit der Flaggenhissung. (Finanzwesen s. Finanzen.)

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1. Begriff und Grenzen. Das Schutzgebiet D.-N. umfaßt im Sinne der deutschen Verwaltung: das Kaiser-Wilhelmsland und den Bismarckarchipel mit den deutschen Salomoninseln (Buka und Bougainville nebst deren Nebeninseln) in Melanesien, ferner aber auch die Gebiete Deutsch-Mikronesiens: die Karolinen samt den Palauinseln, die Marianen und die Marshallinseln mit Nauru. In dieser Ausdehnung reicht D.-N. südlich vom Äquator vom 141° ö. L. bis zur Ostspitze von Bougainville, bis Nukumanu (Tasmaninseln) und Nauru; die Südgrenze läuft eine Strecke weit auf dem 8° s. Br. Nördlich vom Äquator reicht das Gebiet vom 131° bis zum 173° ö. L. und erstreckt sich mit den Marianen bis zum 21° n. Br., wobei jedoch Guam als eine amerikanische Enklave in mitten der deutschen Interessensphäre liegt. Die Grenzen sind in Neuguinea durchaus künstliche, und auch im Meeresgebiet zerreißen sie zuweilen natürliche Zusammenhänge, so namentlich - abgesehen von Guam - im Süden von Bougainville.

2. Lage und Fläche. Trotz seiner großen räumlichen Erstreckung bleibt D.-N. durchaus innerhalb der Tropen, was für das Klima und alle biologischen Verhältnisse große Wichtigkeit besitzt und trotz aller Unterschiede im einzelnen auch vieles Gemeinsame in den Lebensbedingungen der Bewohner zur Folge hat. Die Nähe der asiatischen und australischen Kontinentalmassen mit ihren vorlagernden Inseln spielt klimatisch und biologisch eine außerordentlich große Rolle in D.-N., freilich in den verschiedenen Teilen des Gebiets in sehr verschiedener Weise je nach der größeren oder geringeren geographischen Nähe, den geologischen Geschicken und sonstigen Einflüssen. Die Richtung der Winde und Meeresströmungen hat auf die Verbreitung von Pflanzen, Tieren und primitiven Menschen eine gewaltige Rolle gespielt, wie andererseits alte Landzusammenhänge für die pflanzen- und tiergeographischen Beziehungen nicht minder bedeutsam waren, und wenn jetzt in der Zeit vorgeschrittener Kultur die Verbindungen mit der Außenwelt dank der Anwendung der Dampfkraft minder abhängig von Wind und Strömungen geworden sind, als ehedem, so übt (neben historischen und politischen Beziehungen zum fernen Mutterland) doch die geographische Gravitation nach den Nachbarkontinenten einen bestimmenden Einfluß auf die gesamte Handelsbewegung des Schutzgebietes aus, und dieser Einfluß wird noch größer werden, wenn der südliche Kontinent einmal volkreicher und in seiner Zoll- und Sozialpolitik freiheitlicher wird, im nördlichen Kontinent aber eine stärkere Annäherung an die europäische Kultur stattfindet. Obgleich von den Randgebieten dieses deutschen Besitzes in der westlichen Südsee bis zu der ziemlich exzentrisch gelegenen Hauptstadt sehr große Entfernungen sind - was naturgemäß die Verwaltung und den Verkehr sehr erschwert, - so ist doch die Landfläche an sich mit rund 240000 qkm nicht sehr bedeutend. Es ist eben ein Inselgebiet, im Gegensatz zu den deutschen Afrikakolonien, die Ausschnitte aus einem Kontinente darstellen. Einigermaßen finden sich kontinentale Flächenverhältnisse mit ihren Vorzügen und Nachteilen nur im Kaiser-Wilhelmsland vor, dessen Fläche sich auf 181650 qkm berechnet. Infolge des räumlichen Übergewichts des Kaiser-Wilhelmslandes ist zu erwarten, daß später dorthin auch einmal das wirtschaftliche Schwergewicht fallen dürfte, das zurzeit im Bismarckarchipel liegt. Die Fläche desselben gibt man jetzt mit 47100 qkm an. Ansehnliche Landflächen weisen schließlich auch die deutschen Salomonen (Buka und Bougainville) mit etwa 10000 qkm auf. Gegenüber den ca. 238750 qkm Fläche Deutsch-Melanesiens tritt Deutsch-Mikronesien mit 2481 qkm stark zurück: die deutschen Marianen haben 626 qkm, die Karolinen mit den Palauinseln 1450 qkm und die Marshallinseln mit Nauru 405 qkm. Die Flächenangaben können noch nicht als endgültig angesehen werden, denn trotz der rühmenswerten, angestrengten Aufnahmetätigkeit deutscher Kriegsschiffe, unter denen das Vermessungsschiff "Planet" in erster Linie genannt sein möge, sind weite Küstenstrecken noch gar nicht oder noch nicht hinreichend genau aufgenommen, so daß eine exakte Flächenberechnung für manche Gebiete noch nicht möglich ist. - Sind schon die Umrisse der einzelnen Inseln noch vielfach ungenügend bekannt, so ist die Erforschung des Innern selbst vieler kleinerer Inseln, besonders aber des Kaiser-Wilhelmslandes, noch mehr im Rückstand. Weite Flächen sind noch immer vollständig unbekannt, und von vielen anderen sind auch die wichtigsten Tatsachen der Oberflächengestaltung, des inneren Baus, der Hydrographie usw. erst in den gröbsten Zügen festgestellt, so daß D.-N. unter den deutschen Kolonien entschieden die wenigst untersuchte ist. Darum können auch Auskünfte über die einzelnen Landschaften und Wissensgebiete vielfach nur in unbefriedigender Weise gegeben werden.

3. Der geologische Bau von D.-N. ist noch wenig aufgehellt. Ein aus kristallinischen Schiefern und älteren Eruptivgesteinen (Graniten, Dioriten, Gabbros, Diabasen) bestehendes Grundgebirge nimmt den größten Teil des Kaiser- Wilhelmslandes ein, ist aber auch im Bismarckarchipel, auf Neupommern, Makadá (Neulauenburg), Neumecklenburg, Neuhannover und Bougainville, sowie in den Karolinen auf Jap und in Spuren auf Truk nachgewiesen. Da Lorentz im benachbarten niederländischen Neuguina an der Schneegrenze noch eozäne Alveolinenkalke fand, so darf man annehmen, daß das Grundgebirge im Tertiär eine neue Auffaltung und Niveauänderung erfahren hat. Alttertiäre marine Absätze haben auf Neuguinea und im Bismarckarchipel neben andesitischen Massenergüssen eine starke Verbreitung, und P. St. Richarz glaubt auf Grund von P. Reibers Untersuchungen und Aufsammlungen im Torricelligebirge (bes. Vorkommen von Cardium productum Sow.) auch oberkretazeische Absätze nachweisen zu können, während R. Schubert nach den darin enthaltenen Foraminiferen eher an Tertiär (etwa Grenze von Oligozän und Miozän) denkt. Die älteren dieser marinen Absätze sind im Torricelligebirge steil aufgerichtet und haben offenbar eine energische Faltung durchgemacht, während die jüngeren Absätze flachere oder selbst horizontale Lagerung aufweisen. Jedoch sind an der Südwestküste von Süd- Neumecklenburg noch gefaltete, steil aufgerichtete Kalke nachgewiesen, in denen sich Foraminiferen finden, wie sie in den benachbarten Meeren noch heute leben. Man muß daraus schließen, daß in Deutsch-Melanesien Faltung auch noch bis in jungtertiäre, vielleicht selbst quartäre Zeit hinein sich geltend gemacht hat. Die Untersuchungen, welche Dr. R. Schubert über die ihm vom Bismarckarchipel und einigen benachbarten Inseln vorliegenden Foraminiferen gemacht hat, haben ergeben, daß im Gebiet von D.-N. unteroligozäne Nummuliten- und Lithothamnienkalke und (wahrscheinlich oberoligozäne) Alveolinellenkalke, ferner untermiozäne Lepidocyelinenkalke, mittelmiozäne Cycloclypeuskalke, obermiozäne Globigerinenkalke, pliozäne, tuffhaltige und tuffreie, weiche und harte Globigerinensedimente vorkommen. Sehr bedeutsam waren in jüngster Zeit Hebungen, die nicht selten auch die Oberflächengestaltung der einzelnen Inseln durch Terrassenentwicklung sehr intensiv beeinflußt haben. Diese jungen Hebungen haben stellenweise sehr bedeutende Maße erreicht: Auf Neuguinea bei Berlinhafen zwar nur etwa 60 m, aber am Sattelberg bis 970 m; und auf Neumecklenburg finden sich Korallenkalke bis in etwa 1200 m Höhe hinauf (auf Neupommern sind sie bisher bis 525 m Höhe nachgewiesen). Auf mehr als 1100 m Höhe sind in Süd-Neumecklenburg sogar noch Mergel mit Foraminiferen gefunden worden, wie sie in der benachbarten Tiefsee noch heute leben. Die Hebungen, die in den einzelnen Gebieten Deutsch-Melanesiens schon sehr ungleich im Ausmaß sind, sind es noch mehr in Deutsch-Mikronesien, wo die Korallenkalkterrassen nur auf den Palauinseln und den südlichen Marianen über 100, ja 200 m erreichen, während sie sonst nur ganz vereinzelt überhaupt auftreten; so findet sich gehobener Korallenkalk auf Nauru, fehlt aber auf der großen Mehrzahl der Atolle und Einzelinseln Mikronesiens, wo sogar bei den (randlich in kleine Einzelinseln sich auflösenden) hohen Karolineninseln Kusaie, Ponape und namentlich Truk geradezu an junge Senkung gedacht werden muß. Auch in Deutsch-Melanesien fehlt es nicht an Anzeichen jugendlicher Senkung, so mehrfach auf Neuhannover und Mittel-Neumecklenburg, wo einzelne recht geringfügige Flüsse durch Aufstauung seitens des Meeres für kleine Boote eine Strecke weit schiffbar geworden sind, oder im Kaiser-Wilhelmsland, wo im Dez. 1907 sogar in der Umgebung der Aroplagune während eines Erdbebens eine ganz ansehnliche Landfläche sich plötzlich (im Maximum 3 m) gesenkt hat. Die im größten Teil des Gebiets nicht seltenen, zum Teil heftigen Erdbeben sind überhaupt ein Zeichen dafür, daß tektonische Ruhe noch nicht eingekehrt ist. Im Tertiär hat der Erguß gewaltiger Eruptivmassen (hauptsächlich Andesite und Basalte, auf Bougainville aber auch Dacite und Rhyolithe) viel zum Aufbau der heutigen Inselwelt beigetragen, und die mächtigen, submarin abgesetzten Tuffmassen von Mittel-Neumecklenburg zeigen, daß in jener Zeit stellenweise auch gewaltige Explosivausbrüche stattgefunden haben. Jungeruptive Gesteine mit ihren Breccien und Tuffen setzen viele Inseln Melanesiens, in Mikronesien die Palauinseln und Marianen, auch 3 der hohen Karolinen (Truk, Ponape und Kusaie) großenteils zusammen; auf einigen kleineren Inseln der Admiralitätsgruppe (Bismarckarchipel) ist auch Obsidian viel verbreitet. Nicht selten ist aber nur der Kern einzelner hoher Inseln aus Eruptivgestein gebildet, während oberflächlich nur oder fast nur Korallenkalk ansteht, der den Kern mantelförmig umhüllt, so im Schleinitzgebirge (Neumecklenburg), auf manchen hibernischen, den Palauinseln und den südlichen Marianen. Rezente Vulkane finden sich in großer Zahl in einem bogenförmigen Streifen, der auf Kaiser-Wilhelmsland nördlich der Hansemannküste in den Le Maire-Inseln beginnt und über die Dampierstraße nach der Nordküste von Neupommern (bis zur offenen Bucht) hinüberreicht, sowie auf den Französischen Inseln, auf einem schmalen von NW nach SO gerichteten Band im Nordosten der Gazellehalbinsel, ferner auf Bougainville und den nördlichen Marianen. Eine Anzahl von Vulkanen hat sich auch noch in historischer Zeit als tätig erwiesen, nämlich Bluplup, Kadowar, Lesson, Manam, Karkar, Ritterinsel vor der Küste von Kaiser- Wilhelmsland; Below, Vater und Südsohn, Kaie und Raluan auf Neupommern; Balbi und Bagana auf Bougainville; Pagan, Assongsong und Urakas in den Marianen (s. Vulkane). Große geologische Bedeutung besitzen in dem Gebiet die Korallenpolypen, deren Bauten zahlreiche größere und kleinere Koralleninseln, in besonders großer Zahl in Mikronesien, erzeugt haben. Sie haben damit der menschlichen Siedelung und dem menschlichen Verkehr eine Menge von Stützpunkten geschaffen; die festen Landflächen vorlagernden Korallenriffe oder -inseln haben häufig auch treffliche, gut gesicherte Häfen hervorgerufen, aber noch viel häufiger und auf weite Strecken hin erweisen sich die Korallenbauten als Feinde des menschlichen Verkehrs, nämlich dann, wenn sie die Oberfläche des Meeres nicht ganz erreichen und damit zu schwer erkennbaren gefährlichen Schiffahrtshindernissen werden, oder dann, wenn sie in zusammenhängenden Massen lange Küstenstrecken umsäumen und damit für Schiffe bei bewegter See oft unnahbar machen. Die Korallensäume (Saumriffe) erfahren aber glücklicherweise da und dort auch wohl kleine Unterbrechungen und geben damit wenigstens passierbare Bootspassagen ab (namentlich häufig an Stellen, wo Süßwasser ins Meer einmündet und damit den Polypen die Existenzbedingungen nehmen oder erschweren).

4. Bodenschätze. Was an Mineralschätzen in dem Gebiete vorhanden ist, ist noch nicht zu übersehen. Bisher sind in den älteren Gebirgsteilen Anzeichen verschiedener Erze gefunden, aber in (wenigstens für Kleinbetrieb) abbauwürdiger Menge ist bisher nur Waschgold (im Waria) festgestellt; dasselbe entstand aus kiesigen Erzen der hier vorkommenden Diabase und Diorite. Petroleum ist im nordwestlichen Kaiser-Wilhelmsland (Bezirk Eitape) nachgewiesen; doch ist noch nicht bekannt, ob größere abbauwürdige Lager vorhanden sind; zur Untersuchung des Vorkommens hat der Reichstag 1914 größere Mittel bewilligt. Von fossilen Kohlen sind Braunkohlen von ziemlich geringem Heizwert am oberen Kabenau (Astrolabebai), am Toriu (Gazellehalbinsel), am Timai und Tamul (Ostküste von Süd-Neumecklenburg) und sonst an einzelnen Stellen gefunden, jedoch ist vorläufig ein Abbau noch nirgends möglich. Viel höheren Wert haben die Phosphatlager, die auf Nauru, Angaur, Feis und den Purdyinseln nachgewiesen sind und dadurch entstanden sein dürften, daß die Exkremente zahlreicher Vögel bei günstiger Oberflächengestaltung gehobener Koralleninseln nicht nach dem Meere hinausgewaschen, sondern nach inneren Vertiefungen geschwemmt wurden, wo sie nun aus dem kohlensauren Kalk durch chemische Umsetzung Phosphat erzeugten (s. Phosphat).

5. Boden. Hohe gleichmäßige Wärme und beträchtlicher Regenfall begünstigen fast allenthalben die chemische Verwitterung bzw. Auflösung der anstehenden Gesteine sehr. Infolgedessen sind im größten Teile des Gebiets die der komplizierten chemischen Verwitterung zugänglichen Gesteine, insbesondere die sehr weit verbreiteten älteren wie jüngeren Eruptivgesteine tief hinein zersetzt und in ihren äußersten Lagen in rote Eluvialböden (frische Laterite) umgewandelt, die nahe der Oberfläche durch Humusbeimischung oft braune und selbst schwarze Färbung annehmen. Nach den wenigen vorhandenen Bodenanalysen, die man aus Neumecklenburg besitzt, ist der Gehalt an Phosphorsäure im allgemeinen meist recht hoch, der an Stickstoff und Kali aber verhältnismäßig geringer, wenn auch großenteils noch befriedigend für die meisten Ansprüche tropischer Nutzpflanzen. Bei den löslichen, ebenfalls weit verbreiteten Kalksteinen bleiben oben, oft in sehr seichter Decke, die tonigen Verunreinigungen als lehmige Residualböden zurück, die zwar von Eingeborenen und Europäern noch mit Vorteil zu Pflanzungen verwendet werden, aber stellenweise doch bereits recht niedrigen Phosphorsäuregehalt besitzen, obgleich sie vielfach durch Aufschüttung vulkanischer Aschen eine Verbesserung erfahren haben müssen. - Fluviatile Alluvialböden, die hauptsächlich in den breiten Talniederungen des Kaiserin-Augustaflusses und des Ramu, aber auch in kleineren Flußtälern des Kaiser-Wilhelmslandes und des Bismarckarchipels stellenweise eine ansehnliche Ausbreitung besitzen, können bei feinkörniger Beschaffenheit einen sehr hohen Grad von Fruchtbarkeit entfalten, sind aber leider auf weiten Strecken Überschwemmungen ausgesetzt oder dauernd sumpfig, so daß höchstens noch die Kultur der Sagopalme an solchen Stellen möglich sein dürfte. - Marine Aufschüttungsböden sind hauptsächlich auf den Koralleninseln von großer Bedeutung, wo die Winde die von der Brandungswelle zerkleinerten Muscheltrümmer, Korallenteile und Skelettreste mariner Tiere auch vom Strand aus weit landeinwärts tragen. Sind diese vorzugsweise aus Kalksand bestehenden Böden auch nur bei größerer Humusbeimengung fruchtbar genug, um den Anbau tropischer Bodenfrüchte (Taro, Yams, Batate usw.) zu ermöglichen, so ist der Boden doch für die Brotfruchtbäume und Kokospalmen noch geeignet. Wichtig ist ferner, daß letztere auch von einem geringen Salzgehalt des Grundwassers nicht leiden und demgemäß vortrefflich auch am Saum der Koralleninseln gedeihen. Bemerkenswert ist freilich, daß sich (nach Elschner) bei dem verhältnismäßig hohen Kalkgehalt des Bodens die Humusverbindungen schnell zu Kohlensäure oxydieren; daraus erklärt sich also der geringe Humusgehalt so mancher Böden. - Die Grus- und Geröllwälle mancher Meeresküsten, die durch Küstenversetzung oder Meeresströmungen entstehen können, sind im allgemeinen für landwirtschaftliche Ausnutzung ungeeignet, ebenso - wegen des Salzgehalts - die Böden der Mangrovewälder und wegen des Klimas und der physikalischen Beschaffenheit die Geröllfelder und Felsböden, die sicherlich in den Hochgebirgen des Kaiser-Wilhelmslandes im Bereich der Frostwirkung oberhalb der Baumgrenze vorhanden sein werden.

6. Oberflächengestaltung. In den höchsten Regionen der Hochgebirge des Kaiser-Wilhelmslandes herrschen, soweit Spaltenfrost sich wirksam zeigt, Schneefälle auftreten und kein energischer Vegetationsschutz vorhanden ist, zweifellos ähnliche Abtragungsbedingungen, wie in den Hochgebirgen der gemäßigten Breiten, und daher auch ähnliche spitze Gipfel- und Gratformen. (Freilich mag manche Eigenheit dieser wilden Hochgebirgsformen auch noch durch die früher wohl vorhandene Gletscherbedeckung bewirkt sein.) Ganz andere Abtragungsbedingungen bestehen aber unterhalb der Waldgrenze, denn hier herrscht einmal die chemische Verwitterung durchaus vor, und dann ist der Abtragungsschutz, namentlich im Gebiet der ja weit verbreiteten feuchten Tropenwälder, außerordentlich groß, so daß selbst auf engem Raum die Erhebungen und ihre Formen sehr lange erhalten bleiben können. Die Rutschungen und Bodenflüsse, die an steilen Berghalden relativ häufig auftreten und ein Hauptabtragungsmittel der feuchten Tropen darstellen, sind geeignet, die Herausbildung gleichmäßig geneigter und steiler Talhänge und die Erhaltung der Rücken- oder ev. (wie auf Süd-Neumecklenburg) ehemaligen Rumpfflächenformen zu begünstigen. Nur da, wo die gegenüberliegenden Talhänge sich durch fortgesetzte Rutschungen zu schneiden beginnen, entstehen auch in den feuchten Tropen scharfe Grate und auch wohl Zacken und Spitzen, wie ganz besonders häufig im Kaiser- Wilhelmsland. Auf Rutschungen mag auch die steile Gestaltung mancher Erhebungen der hohen Karolinen und anderer Gebiete zurückzuführen sein; doch ist in manchen Fällen, so beim Stosch-Berg (Suilik) auf Neuhannover, lokal ein sehr starker Widerstand gegen Verwitterung (und damit auch Abtragung) als Ursache für die Herausbildung besonders steiler Bergformen anzusehen und manchmal, wie auf Ponape (Karolinen), ist auf die steile Stellung von Basaltsäulen das Auftreten senkrechter oder fast senkrechter Abstürze zurückzuführen. Als Besonderheit der Oberflächengestaltung ist auf vielen küstennahen Gebieten die Herausbildung deutlicher Terrassen, oft mit sehr steilen, ja zuweilen senkrechten Absätzen, anzusehen, und die in ihnen besonders auffällig dokumentierten, aber auch sonst vielfach nachweisbaren bedeutenden Hebungen in jungvergangener Vorzeit bis in die geologische Gegenwart hinein haben weiterhin besondere Eigentümlichkeiten der Oberflächengestaltung hervorgerufen, wenigstens soweit es sich um Formationen handelt, die für Wasser wenig oder nicht durchlässig sind, denn nur in wenigen Gebieten ist das Land lange genug in relativer Stillstandslage verblieben, um reife Täler entwickeln zu lassen, wie etwa das Weitintal in Süd- Neumecklenburg und in viel größerem Maßstabe das Ramu- und Kaiserin- Augustaflußtal in Kaiser-Wilhelmsland. Meist ist in dem stark gehobenen Gebiet, das ja in dem deutschen Teil der westlichen Südsee vorwiegt, und zu dem trotz neuerdings eingesetzter Senkung auch die hohen Karolinen noch zu rechnen sind, die Talbildung noch in erster Jugend, also die Täler tief eingeschnitten und die Flußgefälle noch ganz unausgeglichen, dabei aber die Haupttäler stellenweise übertieft, so daß, wie beim Timai und Tamul in Süd-Neumecklenburg, die Nebenflüsse in Wasserfällen in den Hauptfluß münden. Infolge des starken Gefälles und der zeitweise sehr starken Wasserführung wird die Tiefenerosion der Flüsse, wie auch ihre Transportkraft sehr begünstigt. Wenn trotzdem selbst schmale Inseln, wie etwa Neumecklenburg, noch auf weite Strecken keine tiefen Einsenkungen ihrer Kammhöhe aufweisen, so ist daran eben in Verbindung mit dem energischen Vegetationsschutz nur die kurze Zeitdauer schuld, die seit der Hebung verflossen ist, und wenn die Flüsse nur selten in der Lage gewesen sind, größere Alluvialebenen aufzubauen - es sei denn in alten Längstälern (Weitin, Ramu, Kaiserin-Augustafluß) oder an seichten Küstenstrecken (Nord-Neuhannover) -, so ist daran in erster Linie die Inselnatur der meisten Einzelgebiete schuld, infolgedessen die nach der Tiefe gebrachten Schuttmassen alsbald im Meere verschwinden können. Daher kommt die (abgesehen von einigen Teilen des Kaiser- Wilhelmslandes überall nur) geringe Ausdehnung der Alluvialebenen, und auch marine Aufschüttungsflächen haben sich nur an relativ stabilen Küsten (z.B. Finschküste) in nennenswerter Ausdehnung bilden können. Wenn auf wasserundurchlässigen Gesteinen die Flüsse tiefe Schluchten herausarbeiten und damit eine reichlich ausmodellierte Oberflächengestaltung erzeugen konnten, so fällt dieser Umstand bei durchlässigen Kalksteinen großenteils weg, denn hier entwickelt sich zumeist eine karstartige unterirdische Wasserzirkulation, so daß sich gewöhnlich keine offenen Flußtäler bilden, wohl aber bei hinreichend langer Dauer des lösenden Einflusses des zirkulierenden Wassers Lösungs- und Einsturzdolinen entstehen können (z.B. auf dem Hochland von Lelet im Schleinitzgebirge in Neumecklenburg). Aber dies sind trotz ihrer oft ansehnlichen Größe doch nur geringfügige Formgebilde, während die Großformen der Kalksteingebiete durch ihren Mangel an Formengliederung und Talbildung, sowie die Massigkeit und Plumpheit der Erhebungen schon von weitem auffallen können. Der Wind hat infolge des meist sehr intensiven Vegetationsschutzes in der westlichen Südsee im allgemeinen keinen wesentlichen direkten Einfluß auf die Oberflächenformen, es sei denn in den uns noch unbekannten Hochgebirgen oder auf den Koralleninseln, wo der Kalksand durch ihn nicht selten in Dünenwälle aufgeworfen wird, die zuweilen mehrere Meter Höhe erreichen und durch nachträgliche Zementierung erhärten können. Indirekt begünstigt der Wind aber die Abtragung doch wesentlich, denn durch Windbruch werden häufig Bäume samt ihrem Wurzelwerk umgestürzt und so kleine Flächen des Vegetationsschutzes für einige Zeit beraubt; andererseits aber werden durch die Winde nicht bloß die Kronen, sondern auch das Wurzelwerk der Bäume bewegt und dadurch tiefgründiger, stark von Wasser durchtränkter Boden abwärts gedrängt. Diese Vorgänge wirken aber durch Beschleunigung der Abtragung auch nicht unwesentlich auf die Formengestaltung, insbesondere die Herauspräparierung widerstandsfähiger Gänge und Schichten zurück. Die Gestaltung der Meere, in denen die deutschen Gebiete Melanesiens und Mikronesiens liegen, ist noch nicht hinreichend erforscht, um sichere Anhaltspunkte für Spekulation über räumliche Beziehungen zu gewähren. Doch ist die Inselkette der Marianen, die beiderseits von tiefem Meer umgeben wird und im Süden und Südosten von dem tiefen Marianengraben begleitet wird, morphologisch wohl ebensogut als ein Außenposten Asiens anzusehen, wie andere analog verlaufende Inselreihen vor Asiens Küsten. Sievers schließt ferner aus dem Nachweis von tiefen Gräben östlich der Palauinseln und Jap ebenfalls auf eine morphologische Zugehörigkeit dieser Inseln zum asiatischen Komplex, während er den Rest Mikronesiens noch zum ozeanisch-australischen Gebiet rechnet. Viel deutlicher ist die Zugehörigkeit Deutsch-Melanesiens zum australischen Gebiet in den Tiefenverhältnissen begründet, denn Neuguinea steht durch eine Flachsee von weniger als 200 m mit Australien in Verbindung, und ein unterseeischer Sockel von weniger als 1000 m Tiefe verbindet mit Neuguinea die Hauptinseln des Bismarckarchipels, die ihrerseits wieder durch eine gemeinsame Schwelle von weniger als 2000 m Tiefe mit den Salomoninseln zusammenhängen. Den Salomoninseln freilich folgen im Südwesten gewaltige Tiefen (bis 9140 m), und eine damit zusammenhängende grabenartige Rinne mit Tiefen von über 7000 m streicht dem Südrand Neupommerns entlang, so daß also hier eine gewaltige Senke die Innenseite des Inselbogens begleitet, eine Erscheinung, die sich weiter südöstlich (bei den Neuen Hebriden) wiederholt. Die Gestaltung der Küste, d.h. des Begrenzungssaumes zwischen Meer und Land, ist in dem Gebiete außerordentlich mannigfaltig, so daß ein allgemeines Urteil darüber kaum zu geben ist. Die Küstenlänge ist infolge der außerordentlichen Landzersplitterung sehr groß, aber zahlenmäßig noch nicht festgestellt. Großformen der Küstengliederung können nur bei dem einzigen Gebiet kontinentaler Größenordnung, beim Kaiser-Wilhelmsland, auftreten; sie beschränken sich hier aber auf die tiefen Einschnitte des Huongolfs und der Astrolabebai mit der dazwischen liegenden Halbinsel. Die Hebungsküsten sind im allgemeinen wenig gegliedert, während die Senkungsküsten sich vielfach durch reiche Gliederung auszeichnen (infolge des Eindringens des Meers in Hohlformen des Geländes). Jungvulkanische Inseln sind zumeist sehr wenig gegliedert, abgesehen von den wenigen Fällen, wo das Meer in die geöffneten Krater eindringen konnte. Eine Sonderstellung nehmen die Atolle (s.d.) ein, indem bei diesen die Einzelinseln meist einen wenig gegliederten, oft sogar weithin sehr glatten Küstenverlauf aufweisen, während deren Gesamtheit in ihrer meist mehrfach durchbrochenen Rundung ein Maximum der Gliederung und Küstenentwicklung aufweist.

7. Die Bewässerung ist in allen Gebieten mit wasserundurchlässigen Gesteinsformationen, dank starkem Regenfall und meist üppiger Vegetationsdecke, reichlich und ausdauernd. Immerhin ist die Verteilung der Niederschläge über das Jahr ungleichmäßig genug, daß kleinere Bäche während der trockeneren Jahreszeit oberflächlich austrocknen können, und doch sind die trockeneren Jahreszeiten meist nicht lang und ausgeprägt genug, um den Boden in den Waldgebieten bis in größere Tiefen austrocknen zu lassen, so daß dieser bei wiedereinsetzendem Regen nur verhältnismäßig wenig Wasser aufnehmen kann; die Folge davon ist, daß trotz der ansehnlichen Wassermengen, die von der Vegetation zurückgehalten werden, die ergiebigen Regenfälle alle Wasserläufe sehr rasch anschwellen lassen, oft sogar in solchem Maße, daß sonst unbedeutende Gerinnsel dann für einige Stunden unpassierbar werden, und daß größere Flüsse, bei denen von der trockeneren Jahreszeit her noch große Kiesbänke trocken lagen, binnen kürzester Zeit ihr ganzes Bett mit tosendem Wasser füllen und selbst auch über die Ufer hinaustreten - Umstände, die das Reisen wesentlich erschweren können. Infolge starken Gefälles und häufiger Wasserfälle oder Stromschnellen sind die meisten der größeren Wasserläufe trotz großen Wasserreichtums selbst für kleinere Fahrzeuge gar nicht oder nur für kürzere Strecken schiffbar. Auf lange Strecken erlauben größeren Schiffen nur der Kaiserin-Augustafluß und der Ramu regelmäßigen Verkehr. Für kleine, flachgehende Kähne und Eingeborenenboote bieten aber selbst ziemlich unbedeutende Flüsse der Salomoninseln und des Bismarckarchipels, ja sogar Ponapes auf größere oder kürzere Entfernung die Möglichkeit des Verkehrs. In den Kalksteingebieten versickert das Regenwasser oft so vollständig in dem klüftigen Gestein, daß zuweilen selbst in regenreichen Gebieten (z.B. Schleinitzgebirge, Neumecklenburg) oberflächliche Bäche völlig fehlen und die Eingeborenen gezwungen sind, zum Zwecke ihrer Trinkwasserversorgung künstlich mit Lehm gedichtete Wasserlöcher an schattigen Stellen anzulegen; wo Bäche und Flüsse sich an der Oberfläche finden, da versickern sie zuweilen an einzelnen Stellen und nehmen für längere oder kürzere Strecken einen unterirdischen Lauf (zuweilen auch im Andesit von Neuhannover). In den Kalksteingebirgen behält das in die Tiefe gesickerte Wasser vielfach bis ins Meer hinab oder wenigstens bis in die Nähe der Küste seinen unterirdischen Lauf bei und kommt dann erst in Riesenquellen zum Vorschein. Auf den niedrigen Koralleninseln fehlen Quellen vollständig, so daß die Bewohner aus künstlichen Brunnen ihr Trinkwasser schöpfen müssen. Heiße Quellen sind bisher nur in den vulkanischen Gebieten des Kaiser-Wilhelmslandes und Neupommerns und seiner nördlich vorlagernden Inseln sowie auf den Hibernischen Inseln und den Marianen nachgewiesen; Geiser kommen im Gebiet der Französischen Inseln, bei Hannamhafen auf der Willaumezhalbinsel (Neupommern) und im Westen von Ambitlé (Feni- oder Anirinseln) vor.

Sapper.

8. Klima. D.-N. besitzt ein tropisches, zum Teil äquatoriales Seeklima mit geringen Unterschieden der Temperaturextreme. Größere tägliche Temperaturschwankungen dürften nur im gebirgigen Innern von Kaiser-Wilhelmsland und Bougainville vorkommen. Die mittlere Jahrestemperatur beträgt etwa 26° bis 27,5°, der Unterschied zwischen dem kältesten und wärmsten Monat in Mikronesien höchstens 1°, in Melanesien höchstens 2°. Nur auf den Marianen dürften größere Unterschiede vorhanden sein. Auch der Luftdruck zeigt nur geringe Jahresschwankungen. Entsprechend der Wanderung der Sonne liegt das Gebiet niedrigsten Luftdrucks im Nordwinter mit etwa 755 mm über Kaiser- Wilhelmsland, welches dem über Nord- und Mittel-Australien befindlichen tieferen Minimum am nächsten liegt; bei den nördlichen Marianen ist um etwa 6 mm höherer Luftdruck; im Nordsommer ist das Gebiet niedrigsten Luftdrucks nördlich verlagert und dürfte sich in einer Rinne erstrecken, die bei den Oleaiinseln (Karolinen) beginnt und dann etwa 5° westlich der Marianen verläuft. Über die sich hieraus ergebende Windverteilung s. Wind 4, sowie Kaiser-Wilhelmsland, Bismarckarchipel, Salomoninseln, Karolinen, Marianen und Marshallinseln. Die Niederschläge sind reichlich, sie übersteigen fast überall 2000 mm im Jahr. Eine eigentliche Trockenzeit ist nirgends vorhanden, die sog. macht sich nur durch eine Verminderung, aber kein Aufhören der Niederschläge geltend. Bestimmt wird ihre Verteilung im Jahr einmal durch den Sonnenstand, das andere Mal durch die großen Windsysteme der Monsune und Passate unter Beeinflussung durch etwaige Gebirge. Eine mehr oder weniger scharf ausgeprägte Regenzeit finden wir im nördlichen Teil dieses Gebietes zur Zeit des höchsten Sonnenstandes, also im nördlichen Sommer. Anders im gebirgigen Süden, also auf Kaiser- Wilhelmsland und den benachbarten Inselgruppen, wo wir ausgesprochene, Steigungsregen, d.h. durch das Vorhandensein von Gebirgen entstandene bzw. geänderte Niederschläge treffen. Hier weht im Südwinter der Südostpassat, im Südsommer der Nordwestmonsun. Daher haben die nach Norden und Westen gerichteten Küsten von D.-N. ihre Regenzeit im südlichen Sommer, die nach Süden und Osten gerichteten im südlichen Winter. Die hier abgedruckten, von Dr. Heidke aufgestellten Klimatabellen geben über die Verhältnisse je einer Station im Bismarckarchipel (Herbertshöhe auf der Gazellehalbinsel), in Kaiser-Wilhelmsland (Hatzfeldhafen), in den Westkarolinen (Jap) und der südlich der Marshallinseln gelegenen Insel Nauru Auskunft.

Weiter folgt eine Niederschlagstabelle von Saipan (Marianen), Jaluit (Marshallinseln) und Ponape (Ostkarolinen).

9. Die Pflanzenwelt D.-N.s schließt sich in ihrer Zusammensetzung an die Flora des tropischen Ostasiens an. Nach der Einteilung Englers bildet die Kolonie in pflanzengeographischer Beziehung einen Teil der papuanischen Provinz des Monsungebietes. Vertreter der australischen Flora finden sich in den niederen Regionen nur vereinzelt, als wichtigste wären zu nennen Arten der Gattungen Eucalyptus, Metrosideros, Acacia und Casuarina, während im Hochgebirge (nach den Forschungen in Süd- und West-Neuguinea, sowie auf Jap) das austral-antarktische Element dem Monsunelement gleichwertig an die Seite tritt. Bisher sind im ganzen etwa 3000 Pflanzenarten bekannt geworden, von denen gegen 900 nur in dem Gebiet vorkommen. - Die verbreitetste Formation ist der Hochwald, welcher trotz des Reichtums der ihn zusammensetzenden Arten (s. Kaiser-Wilhelmsland) eintönig das Land von der Küste bis zu den Bergspitzen in einen dichten, dunkelgrünen Mantel hüllt. Bei 600-900 m Meereshöhe treten wir in den Gebirgsregenwald, den man charakteristischer als Moos- oder Nebelwald bezeichnen kann, ein. Hier sind die Stämme und Zweige der Bäume meist mit dichten Moos- und Farnpolstern bedeckt, Moose und Flechten, Lycopodium, Vittaria und Psilotum hängen an den Ästen herab, sogar auf den Blättern siedeln sich stellenweise Moose an. Lianen und Epiphyten, welche auch im Niederungswalde reich vertreten sind, zeigen hier die üppigste Entwicklung. Auf isolierten Felskuppen und Graten finden sich niedere Krüppelformen. Bei etwa 3500 m erreicht der Wald seine Grenze. An seine Stelle tritt eine alpine Vegetation, deren Erforschung für das deutsche Gebiet noch aussteht. - Ursprüngliches und dauerndes Grasland oder Hochgrassteppe, nach dem Malaiischen häufig als Alangfeld bezeichnet, findet sich nur auf sehr durchlässigen, trockenen Böden, wie Korallenkalken und Sanden, ferner im Regenschatten von Gebirgen, wie an den Südhängen des Finisterregebirges am Oberlauf des Ramu- und Markhamflusses. Ausgedehnten Grasfeldern begegnen wir in Kaiser-Wilhelmsland besonders an der Maclayküste, an der Küste von Kelana bis Finschhafen, dann auf Neupommern an der Gazellehalbinsel, auf Neumecklenburg, sowie auf Jap (Karolinen) und den Marianen. Durch die Eingeborenen, welche in der Trockenzeit das Gras anzünden, wird die Ausdehnung dieser Formation künstlich erweitert und eine vielfach mögliche Wiederbewaldung verhindert. - Niedrige Flußufer werden von ausgedehnten, 4 m hohen Dickichten des wilden Zuckerrohrs, Saccharum spontaneum, meist in reinen Beständen umsäumt. An sumpfigen Flußmündungen siedeln sich ausgedehnte Mangrovewälder an, in der Hauptsache aus der niedrigen Rhizophora mucronata und der hochstämmigen Bruguiera gymnorrhiza bestehend, denen sich nach dem Inland zu die stammlose Palme Nipa fruticans zugestellt. In Sümpfen des Binnenlandes finden sich reiche Bestände von Sagopalmen, Metroxylon, eine bedeutsame Nahrungsquelle für die Eingeborenen. An wichtigen Kulturpflanzen besitzen die Eingeborenen außer der Kokospalme, welche die reichsten Erträge auf den Inseln und an der Küste bringt, jedoch auch landeinwärts bis zu etwa 800 m Seehöhe noch vereinzelt angepflanzt wird, den Taro, Colocasia antiquorum, ein äußerst nahrhaftes Knollengewächs, welches guten, feuchten Boden zu seinem Gedeihen verlangt. Die Ergänzung zu dem nur kurze Zeit haltbaren Taro bilden die Yamsknollen, bis 25 kg schwer, von verschiedenen Dioscoreaarten stammend. Wichtig sind weiter Bananen in zahlreichen Spielarten, Zuckerrohr, stellenweise Bataten, Ipomoea Batatas, und, durch die Europäer eingeführt, Mais und Melonenbaum, Carica Papaya. An Genußmitteln sind zu nennen die Betelpalme und Betelpfeffer, Areca Catechu und Piper betle, Tabak, der auch im Inlande, scheinbar schon vor Ankunft der Europäer kultiviert wurde, in Ost-Mikronesien Kawa, die Wurzel von Piper methysticum. Hierzu treten noch eine große Zahl wild wachsender Nutzpflanzen, welche von den Eingeborenen geschont, mitunter auch angepflanzt, jedenfalls aber in der Nähe der Dörfer mit in das Eigentum der Familie einbezogen worden. Es sind dies der Brotfruchtbaum, Artocarpus incisa, verschiedene Pandanusarten, vor allem Pandanus tectorius, Kanariennüsse, Gnetum edule, und viele andere. Bambus, in starkstengligen Arten wohl ursprünglich angepflanzt, Rotan, verschiedene Lianen, wie Pueraria novo-guineensis, liefern Material für die verschiedensten Zwecke, Broussonetia in seiner Rinde Bekleidungsstoff, während die Samen von Coix lacryma und Adenanthera pavonina zur Verzierung benutzt werden. - Als wichtigste Europäerkulturen sind außer der Kokospalme zu nennen: Kautschuk, und zwar Ficus elastica, Hevea brasiliensis sowie Castilloa elastica, ferner Kakao, Kaffee, Sisalhanf, in zweiter Linie für den Bedarf im Lande Ananas, Mango, Orangen und Limonen, Bananen, Papayas, Grenadillas, verschiedene Gemüse und zur Arbeiterbeköstigung Mais und Maniok. - Verlassenes Kulturland überzieht sich rasch mit Gräsern und Gebüsch, welche in Sekundärwald übergehen und, falls nicht gestört, nach längerer Zeit sich wieder in Hochwald verwandeln.

Lauterbach.

10. Tierwelt. In tiergeographischer Beziehung gehört D.-N., wenn man der Einteilung von Wallace und Möbius folgt, zum australischen Gebiet, und zwar ist es nach Wallace, mit Ausschluß der nördlichen Inselgruppen, ein Teil des austro-malaiischen oder papuanischen Untergebietes, da sich dieses nach Wallace von den Salomoninseln über Neuguinea und über die Molukken bis nach Celebes und Timor erstrecken soll. Wenn man Neuguinea dem australischen und nicht dem indomalaiischen Untergebiet angegliedert hat, so ließ man sich besonders durch das Vorkommen einer größeren Zahl, von Beuteltieren und das fast vollkommene Fehlen anderer Säugetiere leiten. Nur Fliegende Hunde, Fledermäuse, einige Nager und Schweine kommen sonst noch vor. Sieht man aber von den Säugetieren ab, so stehen die Vertreter fast aller Tiergruppen in unserer Kolonie mit denen des indomalaiischen Untergebietes, also mit denen des orientalischen Gebietes in engerer Beziehung als mit denen des australischen Gebietes. Man gliedert es also, wenn man es nicht als selbständiges Übergangsgebiet betrachten will, besser dem orientalischen Gebiete an. Zur Demonstration mögen die auffallendsten und deshalb am besten erforschten Tiere, die Vögel, genannt werden. - In unserm Schutzgebiet D.-N. kommen nach Sharpes Handliste im ganzen 220 Vogelgattungen vor. Von diesen Vogelgattungen sind 66, also über ein Viertel des Ganzen, auf die Wallacesche austromalaiische Subregion beschränkt. Mögen diese Gattungen nun auch verschiedenwertig sein und zu andern Gattungen in mehr oder weniger enger Beziehung stehen: die große Zahl beweist auf jeden Fall, daß wir ein gutes Recht haben, das Wallacesche Untergebiet als solches gelten zu lassen. - Von 86 der 220 Gattungen kommen Vertreter sowohl in Australien wie im orientalischen Gebiet vor. Diese Gattungen beweisen also in unserer Frage über die Verwandtschaft des Gebietes mit einem des benachbarten ebensowenig. Manche dieser 86 Gattungen sind fast über die ganze Erde verbreitet. Besonders sind dies Schwimmvogelgattungen (Sterna, Anous, Fregata usw.) und Stelzvogelgattungen (Arenaria, Numenius, Charadrius, Gallinago, Nyeticorax usw.), die nur als Wanderer sich zeigen, zum Teil aber auch Vögel, die im Gebiet nisten, wie die Raubvogelgattungen Astur, Falco, Haliaetus, Pandion, die Taubengattung Columba, die Schwalbengattung Hirundo und die Krähengattung Corvus. Manche Gattungen reichen in ihrer Verbreitung von Australien bis nach Afrika. Es gehören dahin die Eisvogelgattung Halcyon, die Bienenfressergattung Merops, die Rackengattung Eurystomus, die Kuckucksgattung Centropus, die Brillenvogelgattung Zosterops und die Schneidervogelgattung Cisticola. Wieder andere Gattungen reichen von Australien bis Indien, wie die Taubengattung Macropygia, die Reihergattung Demiegretta, die Kuckucksgattung Cacomantis und die Webervogelgattung Munia. Noch andere gehen von Australien über die indomalaiische Subregion nicht oder kaum hinaus, wie die Nashornvogelgattung Rhytidoceros, die Fliegenschnäppergattung Rhipidura und die Honigfressergattung Cyrtostomus. - Zugleich im Schutzgebiet und in Neuholland, aber nicht mehr im indomalaiischen Untergebiet, kommen 19 Gattungen vor und deuten also auf eine nähere Verwandtschaft mit der australischen Region hin. Von diesen seien die Papageigattung Hypocharmosyna und die Fliegenschnäppergattung Poecilodryas genannt. Nur mit Polynesien teilt das Schutzgebiet 6 Gattungen, von denen die Taubengattung Globicera und die Stargattung Aplonis die bekannteren sind. Mit dem indomalaiischen Untergebiet, nicht aber mit Australien und Polynesien, hat das Schutzgebiet nicht weniger als 35 Gattungen gemein. Es gehören dahin die Feldhühnergattung Excalfactoria, die Laufhühnergattung Turnix, die Taubengattung Carpophaga, die Papageiengattung Loriculus, die Eisvogelgattung Ceyx und die Seglergattung Macropteryx u.a. Die nahe Verwandtschaft mit der indomalaiischen Fauna ist dadurch erwiesen, und es könnte nur noch in Frage kommen, ob sich auch die nördlichen Inselgruppen, das sog. Mikronesien, insofern anschließt, daß es dem austromalaiischen Untergebiet näher steht als dem indomalaiischen und dem polynesischen. Sehen wir auch hier von den Gattungen ab, die den genannten Inselgruppen allein angehören, und von den weit verbreiteten Schwimm- und Stelzvögeln, ferner von denjenigen, die allen drei Nachbargebieten gemein sind, wie die Taubengattung Phlogoenas, so weisen die Taubengattung Globicera, die Stargattung Aplonis, die Honigfressergattung Myzomela, die würgerartige Gattung Pinarolestes und die Fliegenfängergattung Myiagra zugleich auf die polynesische und die austromalaiische Fauna hin. Die Gattungen Edoliisomia und Megapodius sind nicht in Polynesien, wohl aber in den beiden andern Nachbargebieten vertreten. Die Papageigattung Eos und die Fliegenfängergattung Monarcha teilt Mikronesien ausschließlich mit dem austromalaiischen Gebiet. Diesen beiden Gattungen steht nur die Taubengattung Streptopelia gegenüber, welche auf das indomalaiische Untergebiet, und die Kuckucksgattung Urodynamis, welche auf das polynesische Untergebiet allein hinweist. Ein Anschluß an das austromalaiische Untergebiet ist danach sehr wohl berechtigt. Betrachten wir unser Schutzgebiet tiergeographisch als Einheit, so müssen wir das an Landtieren bei weitem reichste Kaiser- Wilhelmsland als den Mittelpunkt ansehen. Im Bismarckarchipel sind von auffallenden Formen bereits die Paradiesvögel und Krontauben verschwunden. Auf den nördlichen Inselgruppen fehlen außerdem die Beuteltiere, Frösche und Landschlangen, während, abgesehen von Vögeln und Echsen, die fliegenden Hunde und Fledermäuse noch vorhanden sind. Auf den Marshallinseln endlich kommen von Landwirbeltieren nur noch einige Vögel, Geckos und Eidechsen vor, und auch diese sind vielleicht größtenteils eingeschleppt. Die Meeresfauna, auch die an die Küste gebundene, ist bis zu den Marshallinseln fast die gleiche. Fast überall sind die Küsten von formenreichen Korallenriffen umsäumt. Dem Beschauer bietet sich ein wunderbares Bild, wenn er bei stiller See in einem Boot über das Korallenriff hinfährt. Massige Astraeiden und zierlich verzweigte Madreporiden wechseln in den zartesten Farben miteinander ab. Von Fischen, die an Formen und Farben eine unglaubliche Mannigfaltigkeit zeigen, fällt besonders ein schön blaues Tierchen, Glyphidodon uniocellatus, auf, welches, wenn es zwischen den Korallen hervorkommt, nur noch leuchtender blau wird. An tieferen Stellen kommen zu den Korallen Schwämme in mannigfaltigster Form und in den lebhaftesten Farben hinzu, und zwischen allen diesen Pflanzentieren, meist in Höhlungen versteckt, teils auch mit den Stöcken verwachsen, spielt sich ein reiches Leben von Fischen, Krebsen, Muscheln, Schnecken und Stachelhäutern ab. Unter letzteren fällt besonders ein langarmiger, schön blauer Seestern, Linckia miliaris, auf. Außerhalb des Korallenriffes ist das Hauptgebiet der Holothurien (Trepang), und in größeren Tiefen kommt stellenweise (Blanchebucht) der Nautilus vor, der außer zahlreichen Nutzfischen von den Eingeborenen in Reusen gefangen wird. Auf den Flößen, die als Merkzeichen der Reusen auf dem Wasser schwimmen, und auf andern treibenden Gegenständen sitzen reihenweise oft Seeschwalben, unter denen besonders die große hellgefärbte Sterna bergii und der schwärzliche Anous stolidus auffällt. Trotz ihrer Schwimmhäute können die Seeschwalben nicht schwimmen, und da sie gelegentlich der Ruhe bedürfen, setzen sie sich auf offener See bisweilen ermattet sogar auf Schiffe und werden dann für dumm gehalten (Anous, Tölpelseeschwalbe). Über dem tieferen Wasser der Buchten sieht man oft auch Seeschildkröten ihren Kopf und Rücken hervorstrecken, namentlich um die Zeit, wenn sie am Strande kleiner Inseln ihre Eier abzulegen pflegen. Innerhalb des Korallenriffes ist das Gebiet der Stelzvögel, unter denen der Brachvogel (Numenius) durch seinen langen krummen Schnabel und der kleine, auch in Nordeuropa einheimische Uferläufer (Tringoides hypoleucos) durch sein häufiges Vorkommen auffällt. Am schmalen Sandstrande, namentlieh unter überhängenden Zweigen, an Orten, die der Uferläufer meidet, gehen zahlreiche fruchtfressende Einsiedlerkrebse der Gattungen Coenobita und Pagurus ihrer Nahrung nach. Von Landvögeln bemerkt man oft einen buntscheckigen Eisvogel (Halcyon saurophagus), der, auf einem trockenen Zweige sitzend, nach Beute ausspäht. Den kleinen Insekten am Boden stellt eine Eidechse (Lygosoma nigrum) nach. Nähert man sich, so sucht sie ins Wasser hineinlaufend zu entkommen. In löcherigem Korallenfels und in angespülten hohlen Baumstämmen kommt häufig eine hell und dunkel geringelte Seeschlange (Platurus colubrinus) vor, die nur nachts, um Nahrung zu suchen, aufs Meer hinauszugehen scheint. Eine dauernd im Meer lebende, in der Sundasee so häufige Seeschlange (Hydrus platurus) ist im Schutzgebiet äußerst selten. Tritt man vom Ufer aus in eine Kokospflanzung ein, so fallen an lichten, sonnigen Plätzen besonders die außerordentlich zahlreich vorkommenden Eidechsen der Gattung Lygosoma auf. Sie scheinen dort unsere am Boden lebenden insektenfressenden Vögel (Bachstelze, Rotschwanz, Amsel, Pieper usw.) zu ersetzen. Den Eidechsen stellt, auf einem Palmkopf lauernd, ein Raubvogel der Gattung Astur nach, während ein an ähnlichen Orten ausspähender Eisvogel der Gattung Halcyon in erster Linie auf große Insekten (Heuschrecken, Käfer usw.) angewiesen ist. Fliegende Insekten fängt in den Pflanzungen D.-N.s ein schwarz-weißer Fliegenfänger Rhipidura tricolor. Er macht sich besonders dadurch bemerkbar, daß er nach jedem Satz die langen Schwanzfedern hin und her bewegt. Auf den Blüten der Kokospalme gehen zwitschernd kleine Honigsauger (Cyrtostomus und Hermotimia) ihrer Nahrung nach. Sie saugen nicht Honig, wie der Name erwarten läßt, sondern fressen Spinnen und Insekten. Den Pollen der Kokospalme frißt ein meist paarweise auftretender kleiner bunter Papagei (Hypocharmosyna subplacens). Hoch in der Luft kreisen schwalbenartige Vögel. Meist sind es Salanganen (Collocalia). Eine echte Schwalbe (Hirundo tahitica) kommt nur da vor, wo Korallenfelshöhlen oder hohe Gebäude geeignete Nistplätze bieten. Betritt man das Grasland, so ändert sich die Tierwelt. Nicht lange braucht man meist zu suchen, um eine Kolonie der im hohen Grase nistenden Webervögel (Munia) zu treffen. Zahlreich kommt auch ein bunter Fliegenfänger (Poecilodryas) vor und ein Schneidervogel (Cisticola), der auf kleinen Sträuchern Blätter zusammennäht, um sein Nest möglichst versteckt anbringen zu können. Im Grasland sind auch die Feldhühner (Excalfactoria), Laufhühner (Turnix) und Rallen zuhause. Am reichsten ist das Tierleben in höheren Gestrüppen und in bewaldeten Schluchten. Es würde zu weit führen, auch nur das Wichtigste zu nennen. Von Vögeln findet man zahlreiche Taubenarten, die ihre Nahrung teils am Boden (Chalcophaps), teils auf niedrigen Bäumen (Ptilopus, Macropygia), teils auch auf den höchsten Urwaldriesen (Globicera, Carpophaga) suchen. Etwas freistehende Bäume sind oft über und über mit den Hängenestern der Glanzstare (Aplonis) bedeckt. An Schlingpflanzen sucht der Spornkuckuck (Centropus), oben in den Kronen ein gehäubter Raubvogel (Baza) und eine breitschnäbelige Racke (Eurystomus) die in großen Insekten bestehende Nahrung. An Stimmen fallen besonders auf das Kreischen des Edelpapageis (Eclectus), das Tuten des Spornkuckucks, (Centropus), die teilweise schnarrenden Pfeiflaute von Drongo (Dicruropsis) und Giliau (Mino) und die sanften, regelmäßig abgestuften Pfeiftöne eines Kuckucks (Cacomantis insperatus), die, in der Nähe der Hütte eines Eingeborenen hervorgebracht, das Eintreten eines Todesfalls anzeigen sollen. - An lichten Stellen kommt das Buschhuhn (Megapodius) vor, und im ausgedehnten Urwalde der Kakadu (Cacatua) und der Nashornvogel mit seinen sausenden Flügelschlägen (Rhytidoceros). Auch fliegende Hunde sieht man oft zahlreich an einem Urwaldriesen hängen. - Bricht die Dämmerung an, so sieht man letztere oft hoch durch die Luft rudern, ein eigenartiger, fast vorweltlich erscheinender Anblick. Auch ein großer Segler (Macropteryx) wird besonders in den Abendstunden lebhaft und schlägt von einem trockenen Ast aus seine großen Kreise. Wird es dunkler, so hört man die kläfferartige Stimme einer Nachtschwalbe (Caprimulgus) und das Laute Bellen eines großen Laubfrosches (Hyla dolichopsis). Am Waldboden gehen Frösche (Cornufer) ihrer Nahrung nach. Zahllose Insekten schwirren umher, um in den Veranden der Häuser zum Licht zu kommen. Letzteres macht sich wieder ein Gecko (Lepidodactylus lugubris) zunutze und betreibt allabendlich an den Wänden und an der Decke der Landhäuser seine Jagd. Um einzelne Bäumchen im Gebüsch Fliegen zahlreiche Leuchtkäfer (s.d.) der Gattung Pteroptyx. Sie leuchten in jeder Sekunde alle gleichzeitig auf, um im nächsten Augenblick wieder zu verschwinden. - Nicht unerwähnt darf gelassen werden, daß sich in unserer Kolonie D.-N. die winterlichen Wanderer des Nordens und des Südens einfinden. Natürlich halten sie sich dort zu verschiedener Jahreszeit auf, je nachdem sie aus dem Süden oder aus dem Norden kommen. Wanderer aus dem Süden sind ein Kuckuk (Lamprococcyx plagosus), ein Eisvogel (Halcyon sanctus) und ein Bienenfresser (Merops ornatus), Wanderer aus dem Norden ein Kuckuck (Cuculus saturatus), einige Seeschwalben (Sterna longipennis) und mehrere Stelzvögel (Gallinago, Tringoides, Charadrius usw.). An Nahrung für sie fehlt es nie, und wenn einige Forscher das Zurückkommen der deutschen Zugvögel am Studiertisch auf Nahrungsmangel in den Tropen zurückgeführt haben, statt auf einen periodisch sich einstellenden Wandertrieb, so liefert unsere Kolonie D.-N. den Beweis, daß dies unzutreffend ist. - Zum Schluß sei noch hervorgehoben, daß kleine Korallenkalkinselchen mit Baumwuchs, welche den Küsten vorgelagert sind, eine zum Teil völlig abweichende Tierwelt bergen als die gegenüberliegende Küste. Als Bewohner kleiner Inseln seien genannt: Eine Taube, Carpophaga vanwycki; ein Eisvogel, Halcyon saurophagus; ein Fliegenschnäpper, Monarcha inornata; ein Würger, Pachycephala melanura und ein Honigfresser, Myzomela sclateri.

Dahl.

11. Die Eingeborenenbevölkerung (s. farbige Tafeln und Tafel 27-34, 57, 180, 181, 190) des Schutzgebiets ist keine einheitliche. Während man früher, entsprechend der geographischen Unterscheidung von Melanesien und Mikronesien vorerst Melanesier (s.d.) auf Neuguinea und dem Bismarckarchipel, Mikronesier (s.d.) auf den Karolinen, Marianen und Marshallinseln unterschied, haben die Untersuchungen der neueren Zeit weit verwickeltere Verhältnisse ergeben, die einerseits durch zu verschiedenen Zeiten erfolgte Einwanderungen in das Gebiet, andererseits durch Wanderungen innerhalb der Gruppen ihre Erklärung finden. Nach Abschluß der Wanderungen haben sich dann auf einzelnen Gruppen Besonderheiten ausgebildet, die zumal in Melanesien besonders ausgeprägt sind, da hier der ausgleichende Verkehr infolge der mangelhaft entwickelten oder fehlenden Schiffahrt ausblieb. Bei der sehr ungleichmäßigen Kenntnis, die wir heute noch von der Bevölkerung haben, kann die nachstehende Übersicht zumal für Melanesien nur bedingte Geltung beanspruchen. Es sind in dem Schutzgebiet folgende Völker vertreten: 1. Amelanesier, d.h. Völker, die eine nichtmelanesische Sprache sprechen und zum Teil wohl Pygmäen umfassen. Sie sitzen in Kaiser- Wilhelmsland im Innern mit Ausnahme der Flußläufe und treten nur an einzelnen Stellen bis an die Küste heran. Zu der gleichen Gruppe dürfte die Binnenbevölkerung der Admiralitätsinseln gehören, ferner sind hinzuzurechnen die Baining und Verwandten in Ost-Neupommern sowie die Bevölkerung der Südostküste und des Innern von Bougainville (s.a. Papua und Papuasprachen). 2. Melanesier. Sie sind aus Indonesien wahrscheinlich von verschiedenen Inseln und zu verschiedenen Zeiten eingewandert, haben in Kaiser-Wilhelmsland die Küste zum Teil und dann die Flußläufe aufwärts besetzt, im Bismarckarchipel alle Inseln erreicht und sind auch bis Nauru (Marshallinseln) vorgedrungen (s.a. Melanesische Sprachen). 3. Mikronesier. Gleich den Melanesiern dürften sie aus Indonesien eingewandert sein. Sie zerfallen heute in die Gruppen der Zentralkarolinier, Ostkarolinier, Westkarolinier, Marshallinsulaner und Chamorro. Indessen zeigen die Westkarolinier (Palau, Jap) starke indonesische Einflüsse, die wohl auf wiederholten Einwanderungen beruhen. Die Ostkarolinier (Ponape, Kusaie usw.) dagegen sind durch polynesische Rückwanderungen von Osten her verändert. Mikronesier sind andererseits zu den westlichen Inseln des Bismarckarchipels gelangt, wo sie als Paramikronesier (s.d.) kulturelle Eigentümlichkeiten entwickelt haben. 4. Polynesier. Aus Zentralpolynesien sind zu verschiedenen Zeiten Einwanderer nach Osten gelangt. Im wesentlichen rein, wenn auch nicht frei von mikronesischen Beimischungen, sitzen sie auf den kleinen Atollen im Osten von Neumecklenburg und den Salomoninseln (s. Polynesische Exklaven und Polynesische Sprachen), ferner auf Nukuor (Karolinen). Mit Melanesiern gemischt sind sie in Nauru (Marshallinseln); wesentlich reine Gilbertinsulaner bewohnen Kapingamarang (im Süden der Zentralkarolinen). (Über die Kulturverhältnisse der Bevölkerung s. Kaiser-Wilhelmsland, Bismarckarchipel, Karolinen, Marianen, Marshallinseln und die einzelnen Gruppen oder Inseln.)

Karten

Thilenius.

12. Bevölkerungsstatistik. Die weiße Bevölkerung des Schutzgebiets D.-N. hat am 1. April 1899, dem Tage des Übergangs der Landeshoheit auf das Deutsche Reich (s. Neuguinea-Kompagnie) 200 betragen. Am 1. Jan. 1913 belief sie sich auf 1427 Personen, und zwar 1068 Männer und 359 Frauen, einschließlich 126 Kinder unter 15 Jahren. Ihrer Staatsangehörigkeit nach zerfallen die weißen Ansiedler in 1005 Deutsche, 172 Japaner, 112 Engländer (darunter 61 sogenannte Kolonialengländer), 23 Holländer, 19 Österreicher, 15 Nordamerikaner, 14 Spanier, 11 Schweden, 9 Schweizer, 6 Russen, 4 Luxemburger, 3 Belgier und je 1 Dänen, Norweger und 21 sonstige Staatsangehörige oder Personen ohne eine besondere Staatsangehörigkeit. Die Mischlingsbevölkerung des gesamten Schutzgebiets D.-N. betrug nach dem Stand vom 1. Januar 1913 281 Personen, und zwar 158 Männer und 123 Frauen, einschließlich 179 Kinder unter 15 Jahren. Über die Eingeborenenbevölkerung des Schutzgebiets liegen genaue Zahlen zurzeit nicht vor, da infolge der Zerstreutheit der einzelnen Gebietsteile und der Unwegsamkeit des Geländes, namentlich in Kaiser-Wilhelmsland, ein großer Teil des Landes auch bisher noch nicht in die Verwaltungsorganisation einbezogen werden konnte. Auf Grund der bisher vorliegenden Ergebnisse und Schätzungen wird aber ungefähr mit einer Eingeborenenziffer von rund 600000 Personen gerechnet. Genaue Bevölkerungsziffern liegen auf Grund vorgenommener Zählungen bis jetzt vor im Bismarckarchipel für die nordöstliche Gazellehalbinsel, die Französischen Inseln, für Neulauenburg und einzelne Teile von Neumecklenburg, in Kaiser- Wilhelmsland für den Bezirk Friedrich-Wilhelmshafen, in Mikronesien für die Westkarolinen, Palauinseln und Marianen, die Trukinseln, die Insel Ponape und die Marshallinseln. Auf der Gazellehalbinsel wurde die eingeborene farbige Bevölkerung gelegentlich der Steuererhebung gezählt. Die Zählung ergab 32093 Eingeborene. (Näheres im Amtlichen Jahresbericht über Die deutschen Schutzgebiete in Afrika und der Südsee 1910/11 und 1912/13, erschienen bei E. S. Mittler & Sohn, Statistischer Teil, woselbst die einzelnen Gebiete und Orte mit genauen Zahlenangaben aufgeführt sind.) Im Bezirk Friedrich-Wilhelmshafen wurden insgesamt 11881 Eingeborene nach Namen, Geschlecht und Familie gezählt. Auf den Französischen Inseln wurden bei den im Jahre 1913 vorgenommenen Zählungen 2194 Personen festgestellt (s. Amtsblatt für das Schutzgebiet D.-N. vom 1. Dez. 1913 Nr.23 S. 273/74). Die im Jahre 1911 erfolgte Zählung in den Westkarolinen, Palauinseln und Marianen ergab rund 15400 Personen. Auf der Insel Ponape wurden gezählt 3190 Ponapeleute, 585 Zentralkaroliner, 279 farbige Soldaten und farbige Arbeiter (Melanesier). In der Trukgruppe wurden 1918 auf 16 Inseln 8449 Eingeborene gezählt, dazu kommen noch etwa 2500 Personen auf den übrigen Inseln dieser Gruppe, also im ganzen rund 11000 Personen. In den Marshallinseln bezifferte sich die Eingeborenenbevölkerung nach der letzten Statistik auf 9569 Personen (s. Amtsblatt für das Schutzgebiet D.-N. vom 1. Dez. 1918 Nr. 23 S. 270). Die nichteinheimische farbige Bevölkerung betrug Ende 1912 im ganzen 1656 Köpfe, darunter 1141 Chinesen, 258 nichteinheimische Südseeinsulaner, 158 Malaien (Javanen), 78 Tagalen (Philippiner), 7 Inder und 14 sonstige Angehörige der farbigen Rasse. Über die Dichtigkeit der Bevölkerung in D.-N. können aus den bereits oben angeführten Gründen erschöpfende Angaben heute noch nicht gemacht werden. Auf der Gazellehalbinsel kommen nach den gemachten Feststellungen auf einen Quadratkilometer im Durchschnitt 64 Eingeborene. Im übrigen wechselt die Dichtigkeit, namentlich soweit dies auf Grund der neueren Expeditionen in Kaiser-Wilhelmsland festgestellt werden konnte, sehr. Man ist teils auf nahezu menschenleere Gegenden gestoßen und hat andererseits wieder ganz dicht bevölkerte Niederlassungen gefunden. Im allgemeinen läßt sich aber auf Grund der bisher vorliegenden Ergebnisse wohl sagen, daß das Schutzgebiet im Vergleich zu den übrigen östlichen Ländern menschenarm ist.

13. Eingeborenenproduktion. Die Eingeborenen D.-N.s sind in der Hauptsache Hackbauern, doch finden sich an einzelnen Plätzen auch Ansätze eines Gewerbebetriebes. So gibt es Gebietsteile, in denen die Töpferei ausgebildet ist, z. B. in den Admiralitätsinseln und in Kaiser-Wilhelmsland, und es werden vereinzelt auch andere Gebrauchsgegenstände gefertigt, allein der Gewerbebetrieb ist ein sehr bescheidener und dient nur dem Handel unter den Eingeborenen im Lande selbst. Eine Ausfuhr außer zu ethnographischen oder ethnologischen Zwecken findet in derartigen Gegenständen nicht statt. Das Haupterzeugnis und zugleich das Hauptnahrungsmittel in D.-N. ist, wie fast überall in der Südsee, die Frucht der Kokospalme. Soweit die Eingeborenen die Kokosnüsse nicht für den eigenen Bedarf gebrauchen, verkaufen sie den getrockneten Kern (Kopra) an die weißen Händler und Firmen, die ihrerseits dann die Ausfuhr besorgen. Eine genaue Feststellung der von den Eingeborenen mit Kokospalmen bebauten Fläche und der angepflanzten Bäume ist bis jetzt nicht möglich gewesen, da noch große Teile von D.-N. unerschlossen sind. Nach der letzten Statistik (1913) sind 17301 t Kopra ausgeführt worden. Hiervon dürften auf die von Europäern produzierte Kopra rund 10000 t entfallen, da die Plantagenstatistik 10 700 ha als mit ertragsfähigen Kokosbäumen angepflanzt angibt und 1 ha bei gutem Ertrag etwa 1 t Kopra liefert. Mithin kann angenommen werden, daß der Anteil der Eingeborenen an der Kopraausfuhr sich im letzten Berichtsjahr (1913) auf rund 7000 t belief. Zum eigenen Bedarf und auch zum Verbrauch für die Europäer und deren Arbeiter, nicht aber zur Ausfuhr, pflanzen die Eingeborenen im Schutzgebiet noch vor allen Dingen Knollenfrüchte, wie Taro und Yams, sodann auch noch Bananen und ab und zu Zuckerrohr und Gallips (mandelartige Nüsse). In manchen Gebieten, so namentlich in Kaiser-Wilhelmsland, ferner aber auch in den Gruppen der Admiralitäts-, St. Matthias-Inseln sowie auf der Insel Neuhannover, ist Sago (das aus dem Mark der sog. Sagopalme gewonnen wird), das Hauptnahrungsmittel. Auch Tabak wird teilweise von den Eingeborenen gebaut, und man hat namentlich im Stromgebiet des Kaiserin- Augustaflusses neuerdings große Anpflanzungen von Tabak festgestellt, der von verhältnismäßig recht guter Qualität ist. In einzelnen Gebietsteilen, namentlich in den Salomoninseln, bringen die Eingeborenen auch Kawawurzeln zum Verkauf an, die zu medizinischen Zwecken nach Deutschland ausgeführt werden, sowie Stein- und Elfenbeinnüsse, und in Kaiser- Wilhelmsland auch etwas Guttapercha und Massoirinde, doch ist die Produktion hierin keine bedeutende (s. u. 15. Handel). Die höher stehenden Eingeborenen in den Westkarolinen und Marianen pflanzen sehr vereinzelt, aber meist nur für den eigenen Gebrauch, etwas Kaffee und Kakao. Eine Viehzucht im eigentlichen Sinne wird von den Eingeborenen D.-N.s nicht betrieben. Der Bestand an Haustieren beschränkt sich in der Hauptsache auf Schweine, Hunde und Geflügel. Nur in den Karolinen und Marianen befassen sich einzelne Eingeborene auch mit der Aufzucht von Rindvieh, doch nur in geringem Maße und nur zum Gebrauch im eigenen Lande. Von den Erzeugnissen des Meeres sind es außer Fischen hauptsächlich Schildpatt, Perlschalen, Muscheln und Trepang, die in bescheidenem Umfange von den Eingeborenen auf den Markt gebracht werden.

14. Europäische Unternehmungen. Europäische Unternehmungen in der heutigen deutschen Südsee datieren schon aus den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Vornehmlich waren es die Firma Johann Caesar Godeffroy & Sohn in Hamburg (s. Deutsche Handels- u. Plantagengesellschaft der Südseeinseln), sowie der gleichfalls aus Hamburg stammende Kapitän Eduard Hernsheim (s.d.), die zunächst auf den einzelnen Inseln von ihren Schiffen aus Handel trieben und später, sobald die Verhältnisse es zuließen, da und dort Stationen errichteten (s. 15. Handel). Während es sich in diesen Fällen aber nur um Handelsniederlassungen handelte, ließ der aus Samoa gekommene Engländer Thomas Farell im Jahre 1883 durch seinen Schwager Parkinson (s.d.) an der Küste der Blanchebucht (Neupommern) in Ralum die erste Pflanzung von Kokospalmen und Baumwolle anlegen. Ihm folgte einige Jahre später die Neuguinea-Kompagnie (s.d.), die zunächst bei Finschhafen Land in Kultur nahm, und allmählich dehnten sich die Betriebe aus, so daß gegenwärtig in D.-N. im ganzen 76 Pflanzungsunternehmungen bestehen. Als im Besitz von Weißen befindlich werden im letzten Berichtsjahre (1913) 185000 ha Landes angegeben. Die bebaute Fläche beträgt 32300 ha, von diesen sind 12300 ha ertragsfähig. Den größten Raum nimmt die Kultur der Kokospalme ein. Sie bedeckt allein 29200 ha, von denen 10700 ha im Ertrage stehen. Mit Kautschuk sind 2300 ha bepflanzt, wovon 1200 ha bereits einen Ertrag liefern. Kakao wird verhältnismäßig wenig gebaut, es sind zurzeit nur 390 ha Landes unter Kakaokultur, von denen 290 ha ertragfähig sind. Von Faserpflanzen wird in der Hauptsache plantagenmäßig nur noch Sisal gebaut, und zwar von der Neuguinea-Kompagnie in der Nähe von Konstantinhafen (Kaiser-Wilhelmsland). Kaffee wird nur in ganz geringem Umfang und in der Hauptsache zum Gebrauch im Lande selbst produziert. Mit dem Anbau von Sumpfreis und Zucker sind erst in den letzten Jahren Versuche in größerem Umfang gemacht worden. - Der Bergbau beschränkt sich in der Hauptsache auf die Ausbeute von Phosphat, der auf der Insel Nauru (Marshallinseln) von der Pacific Phosphate Company und auf Angaur (Palauinseln) von der Deutschen Südsee- Phosphat-Aktien- Gesellschaft gewonnen wird (s. die beiden Gesellschaften). Daneben bestehen noch einige wenige Goldwäschereien im Flußgebiet des Waria im Süden von Kaiser-Wilhelmsland, doch handelt es sich hierbei bis jetzt nur um kleine Handbetriebe. - Die Gewinnung von Holz für den Export befindet sich gleichfalls noch im Anfangsstadium. Einige der in Neuguinea ansässigen Firmen haben damit begonnen, das für Schiffsbauzwecke sehr geeignete Holz des Afzelia Bijuga-Baumes auszuführen. Sägewerke, die im übrigen fast nur für den Gebrauch im Lande selbst arbeiten, befinden sich im ganzen 5 im Schutzgebiet. - Handel und Schiffahrt ohne Nebenbetriebe wird von 28 Firmen betrieben. - Pflanzungen, die zugleich auch Handel treiben, sind in der letzten Statistik (1913) 25 aufgeführt. - Die Gewinnung von Muscheln und Trepang wird von 5 Unternehmungen betrieben. Zwei Firmen beschäftigen sich im Nebenbetriebe auch mit dem Fischfang. Die Zahl der Handwerker (nur Chinesen und Japaner) beträgt 14. An Privatapotheken befindet sich bis jetzt nur eine und zwar in Rabaul (Neupommern), im Schutzgebiet. Gast- und Schankwirtschaften (5 im Neben- und 2 im Hauptbetriebe) sind im ganzen 7 vorhanden. - Die Viehzucht kommt als selbständiger Betrieb, wie z.B. in Deutsch-Südwestafrika, im Schutzgebiet D.-N. nicht vor. Sie wird von den Pflanzungen und Ansiedlern nebenher betrieben und zwar neuerdings mit wachsendem Erfolge. Der Viehbestand betrug nach der letzten Zählung (1913) 2706 Schweine, 2572 Stück Rindvieh, 175 Wasserbüffel, 471 Pferde, 17 Esel, 6 Maultiere, 891 Schafe, 556 Ziegen und 15019 Stück Federvieh.

15. Handel. Die ersten wirtschaftlichen Unternehmungen im Schutzgebiete D.- N. waren reine Handelsunternehmungen, und zwar ist die Einbeziehung dieser Inselwelt in die Weltwirtschaft durch hanseatische Kaufleute erfolgt, die trotz vieler Schwierigkeiten und Gefahren und trotz mancher geschäftlicher Rückschläge und Verluste seit Anfang der 70er Jahre in jenem Gebiet festen Fuß gefaßt und Niederlassungen gegründet hatten. Die Anfänge dieser Tätigkeit gehen schon bis auf die 50er Jahre des vorigen Jahrhunderts zurück. Schon damals hatte das Hamburger Haus J. C. Godeffroy & Sohn seine Unternehmungen auf die Südsee ausgedehnt und zunächst in Polynesien auf den Gesellschaftsinseln, dann auf Samoa (s. a. Samoa, Handel) Handelsstationen errichtet. Von dort aus wurden dann Schiffe nach den anderen Teilen der Südsee entsandt, und so waren Ende der 60er Jahre schon Niederlassungen auf den jetzt zu dem Schutzgebiet D.- N. gehörigen Marshallinseln, den Karolinen und 1872 auch im heutigen Bismarckarchipel gegründet worden. Im Jahre 1873 folgte dieser Firma der Kapitän Eduard Hernsheim, der mit seinem Schiffe diese Teile des Stillen Ozeans befuhr und Stationen auf den Palauinseln, auf Jap, Oleai (Karolinen) und den Hermitinseln (Bismarckarchipel) anlegte. Auf der Duke of York-Gruppe, dem heutigen Neulauenburg, war 1875 der Wesleyanische Missionar Dr. George Brown gelandet, und wenige Monate darauf errichtete der Kapitän Hernsheim dort ebenfalls eine Station, während der Kapitän Levison der Firma Godeffroy einige Zeit später in der südlichen Neulauenburg-Gruppe, auf Mioko, eine Niederlassung gründete, nachdem seine zuerst errichteten Stationen auf Matupi und Nodup (auf der Gazellehalbinsel) nach Streitigkeiten und Angriffen der Eingeborenen wieder eingegangen waren. Unter zahlreichen Schwierigkeiten und Gefahren arbeiteten dann die beiden deutschen Firmen langsam weiter, vermehrten durch fortwährende Reisen und Expeditionen die Kenntnis von den Inseln und suchten die Eingeborenen durch Tauschhandel nach und nach zur Verwertung und Anbringung der Bodenerzeugnisse, insbesondere der Kokosnüsse, anzulernen. Im Jahre 1876 besuchte der russische Naturforscher Maclay die Admiralitätsinseln an Bord eines englischen Schiffes, dessen Führer O'Keefe hernach in den Palau- und den St. Davis- Inseln Stationen eröffnete, die aber, wie diejenigen seiner Vorgänger Cheyne, Gall und Holcombe anfangs nur dem Sammeln und dem Eintausch von Meereserzeugnissen, wie Trepang (Bêche de mer), Schildpatt und Perlmutterschalen dienten. - In der Blanchebucht (Neupommern) war der Handel und Verkehr Anfang des Jahres 1878 durch einen Ausbruch des Vulkans bei der Südtochter schwer gestört worden, doch setzten die Gesellschaften dessenungeachtet ihre Arbeit fort, und die Firma Hernsheim & Co. dehnte ihre Tätigkeit auch auf das heutige Neumecklenburg aus, nachdem dort der Hafen von Nusa im Norden der Insel entdeckt und der große Reichtum an Kokosnüssen, die bis dahin unbenutzt verfaulten, festgestellt worden war. Auch ein von Samoa kommender Engländer namens Thomas Farell, in dessen Begleitung die später unter dem Namen "Queen Emma" bekannte nachmalige Frau Kolbe sich befand, war um jene Zeit in einem Kutter im Bismarckarchipel eingetroffen und hatte, nachdem er eine Zeitlang die Geschäfte der aus der Firma J. C. Godeffroy & Sohn inzwischen entstandenen Deutschen Handels- und Plantagen- Gesellschaft der Südseeinseln verwaltet hatte, sich auf der südlichen Küste der Blanchebucht in Ralum niedergelassen. Dort trieb er Handel, und legte auch die erste Pflanzung von Kokosnußbäumen und Baumwolle an (s. 14. Europäische Unternehmungen). Im Jahre 1884 wurde dann in den von den Firmen bearbeiteten Gebietsteilen die deutsche Flagge gehißt und durch Ksl. Schutzbrief vom 15. Mai 1885 der Neuguinea-Kompagnie die Landeshoheit daselbst übertragen, die sie am 1. April 1899 jedoch wieder in die Hände des Reichs zurücklegte (s. Neuguinea- Kompagnie). Dank der Einführung einer geordneten Verwaltung konnte sich der Handel allmählich weiter entwickeln, obgleich natürlich einzelne Rückschläge, sei es infolge von Eingeborenenunruhen oder durch den Verlust von Schiffen, nicht ausblieben. Von den geschilderten kleinen Anfängen heraus hat sich der Gesamthandel des Schutzgebiets, einschließlich des Inselgebiets der Karolinen, Marianen usw., 1913 auf 21 293 865 M gehoben. Hiervon entfallen 9 207 059 M auf die Einfuhr und 12 086 806 M auf die Ausfuhr. - Hinsichtlich der Ausfuhr steht der Menge nach an erster Stelle die Gewinnung von Phosphat auf den Inseln Angaur und Nauru (s.d.). Die Menge ausgeführten Phosphats belief sich (1913) auf 193125000 kg im Werte von 4991325 M. An zweiter Stelle der Menge, jedoch an erster dem Werte nach, steht die Ausfuhr von Kopra. Die Statistik weist für 1913 17 301 064 kg als ausgeführt auf, die einen Wert von 6 010 269 M darstellen. Unter den Bodenerzeugnissen sind sodann noch zu nennen:

Die Ausfuhr an Holz (Afzeliaarten; s.d.) betrug im letzten Berichtsjahre (1913) 71065 kg mit einem Werte von 11443 M. - Von der Ausfuhr an Erzeugnissen des Meeres nehmen den breitesten Raum die Perlmutter- und anderen Schalen ein, die in einer Menge von 391 853 kg im Werte von 157 867 M ausgeführt wurden. An zweiter Stelle steht sodann Trepang (s. Holothurien) mit 96 870 kg im Werte von 31 586 M. Haifischflossen wurden 1671 kg im Werte von 1394 M ausgeführt und endlich Schildpatt 703 kg im Werte von 23 963 M. - Eine Ausfuhr von Mineralien besteht, wenn man von den Phosphaten absieht, so gut wie noch nicht. - Es kamen lediglich 65 g Schwemmgold im Werte von 1400 M zur Ausfuhr. - Eine ganz bedeutende Wertziffer nahmen dagegen in der Ausfuhr die Paradiesvogelbälge ein. Die Statistik zählt 9840 Stück Paradiesvogelbälge auf, die einen Wert von 449 390 M hatten. Dazu kommen noch 8683 Krontauben(Gura-)schmucke im Werte von 18606 M. - Unter den Ausfuhrländern steht Deutschland mit 6 479 570 M an der Spitze. Ihm folgt Australien mit den übrigen Südseeinseln mit 2 585 679 M. An dritter Stelle kommt Asien mit 1 802 610 M. Die Ausfuhr nach Amerika betrug 350 134 M, nach England nur 906 M. Nach sonstigen in der Statistik nicht besonders aufgeführten Ländern gingen Waren im Werte von 864 906 M. Von den Ausfuhrwaren war Deutschland (1912/13) Abnehmer der gesamten Produktion an Kakao, Kaffee, Kawawurzeln, Sisalhanf, sowie Kautschuk. Sodann ging noch 2/3 der gesamten Kopra und fast die ganze Guttapercha sowie nahezu die Hälfte des Phosphats nach Deutschland. Die geringe Menge Tabak, die ausgeführt wurde, ging nach anderen Südseeinseln. Etwa 1/7 der Kopra und der Steinnüsse und 1/3 des Phosphats wurde nach Australien ausgeführt. Asien nahm von der Ausfuhr einen erheblichen Teil des Phosphats, einen Teil der Kopra, den Trepang, sowie einen Teil der Perlmutterschalen auf. Amerika war nur Abnehmerin von Kopra, und zwar wurden 929 290 kg Kopra im Werte von 353134 M dahin verschifft. - Hinsichtlich der Einfuhr steht der Bezug von Körner- und Hülsenfrüchten aller Art mit 4670162 kg im Werte von 1417148 M an der Spitze. Es folgen sodann Metallwaren und zwar 2095572 kg im Werte von 1 089 234 M. Fleisch, Fische und tierische Produkte aller Art wurden (1913) 1099577 kg im Werte von 799315 M eingeführt. Die Einfuhr von Bau- und Nutzholz belief sich (1913) auf 2132493 kg im Werte von 456300 M. Es folgen sodann Instrumente, Maschinen, Fahrzeuge und Transportmittel mit 321762 kg im Werte von 428655 M. An alkoholhaltigen Getränken wurden (1913) 223145 kg im Werte von 404733 M und an Tabak einschließlich Zigarren und Zigaretten 161426 kg im Werte von 392329 M eingeführt. Der Rest der Einfuhr verteilt sich auf Garne, Bekleidungsgegenstände, Drogen, Flecht- und Schnitzwaren, Kohlen, Verzehrungsgegenstände, Lichte, Kerzen, Wachs und Petroleum. Unter den Einfuhrländern steht Australien mit einem Werte von 3 387 571 M an der Spitze. Ihm folgt Deutschland mit 3 177 842 M. An dritter Stelle steht Asien mit 1 948 163 M, während von Amerika Waren im Betrage von 373892 M, aus England solche im Werte von 271004 M und aus sonstigen Ländern im Werte von 54087 M eingeführt wurden. Deutschland ist bei der Einfuhr hinsichtlich der alkoholhaltigen Getränke fast ausschließliche Lieferantin, für Instrumente, Maschinen, Fahrzeuge und Transportmittel zu 2/3, hinsichtlich der Metalle, Fruchtsäfte, Erden und Steine, sowie Papierwaren etwa zur Hälfte. Aus Australien kommen hauptsächlich die Massengüter, wie Kohlen, Fleisch, Fische, Verzehrungsgegenstände, ferner Bauholz und ein Teil der Körnerfrüchte. Asien liefert die Hauptmenge der Körnerfrüchte, so vor allem Reis, sodann namentlich noch Garne und Flechtwaren. Auch Holz und Kohlen bezieht das Schutzgebiet zum Teil von dorther. Amerika ist die Hauptlieferantin für Eingeborenentabak und Dosenfisch. Überdies sind (1913) etwa 1/5 der Metallwaren und Maschinen von dort bezogen worden. - An gesetzlichen Bestimmungen für den Handel sind hauptsächlich solche für den Verkehr mit den Eingeborenen zu nennen. Verboten ist die Verabfolgung von Schießbedarf an Eingeborene durch GouvV. vom 1. Okt. 1909 (KolBl. 1910, 46) sowie die Abgabe geistiger Getränke an Eingeborene durch V. vom gleichen Tage (KolBl. 1910, 47). Beschränkungen ist unterworfen das Kreditgeben an Eingeborene und der Abschluß von Verträgen mit diesen durch GouvV. vom 14. Mai 1909 (KolBl. 1910, 462). Die Einfuhr und der Handel von getragenen Stoffen und Bekleidungsgegenständen wurde für den Bismarckarchipel, Kaiser-Wilhelmsland und die Salomoninseln verboten durch GouvV. vom 5. Dez. 1903 (KolBl. 1904, 116), und dieses Verbot ist durch GouvV. vom 16. Jan. 1909 auch auf das Inselgebiet der Karolinen, Palauinseln und Marianen ausgedehnt worden (KolBl. 1909, 303).

16. Verkehrswesen. Das Schutzgebiet D.-N. ist infolge seiner insularen Lage sowohl im Verkehr der einzelnen Gebietsteile untereinander wie auch im Verkehr mit dem Auslande fast ganz auf die Schiffahrt angewiesen. Die Verbindung mit der Außenwelt und dadurch auch mit der Heimat erfolgt durch drei besondere Schiffahrtslinien und zwar durch die sog. Austral-Japan-Linie, die Neuguinea-Singapore-Linie und eine durch den Dampfer "Germania" der Jaluit- Gesellschaft hergestellte Reichspostdampfer-Linie. Alle drei Linien beziehen eine Subvention vom Deutschen Reich. Die Austral-Japan-Linie verbindet das Schutzgebiet 4wöchentlich mit Australien und zwar mit Sydney und Brisbane einerseits, sowie den Philippinen, China und Japan - Manila, Hongkong und Kobe - andererseits. Die Anschlüsse nach der Heimat von dieser Linie aus werden in Hongkong und Sydney durch die Reichs-Postdampfer des Norddeutschen Lloyd hergestellt. Die Neuguinea-Singapore-Linie geht aus von Singapore, berührt sodann Batavia auf Java, ferner Makassar, Amboina und Banda im Sundaarchipel und läuft dann über verschiedene Häfen Kaiser-Wilhelmslands nach Rabaul. Die Fahrten auf dieser Linie, welche in Singapore gleichfalls unmittelbaren Anschluß an die Reichs- Postdampfer des Norddeutschen Lloyd hat, werden in 10wöchentlichen Abständen ausgeführt. Der Postdampfer "Germania" der Jaluit-Gesellschaft verkehrt zwischen Sydney und Hongkong und läuft hierbei Rabaul sowie die wichtigsten Plätze im Inselgebiet der Karolinen, Palauinseln, Marianen und Marshallinseln 16wöchentlich an. Endlich läßt auch noch die australische Firma Burns, Philp & Co. in Sydney 2monatlich einen Dampfer zwischen Sydney und den Marshallinseln verkehren. Die Überfahrtsdauer von D.-N. nach Europa beträgt durchschnittlich 6 Wochen. Auf dem Wege über Sibirien kann die Reisedauer bei günstigem Anschluß bis zu 35 Tagen abgekürzt werden. Die Verbindung mit den einzelnen Plätzen des Inselgebiets nimmt bis zu 60 Tagen in Anspruch. - Den Verkehr im Schutzgebiet selbst vermitteln zunächst einmal die eben genannten 3 Linien. Mit der Austral- Japan-Linie ist es möglich, von Rabaul in 4wöchentlichen Abständen nach Friedrich-Wilhelmshafen, dem Hauptplatz in Kaiser-Wilhelmsland, sowie nach Jap, der Zentrale der Westkarolinen, zu gelangen. 8wöchentlich laufen diese Dampfer auch, und zwar abwechselnd, Maron in den Hermitinseln (Bismarekarchipel) sowie Angaur in den Palauinseln (s. Deutsche Südsee-Phosphat-Aktiengesellschaft) an. Die Singapore-Neuguinea-Linie stellt eine 10wöchentl. Verbindung der Plätze Eitape, Potsdamhafen, Finschhafen und Morobe in Kaiser-Wilhelmsland sowie Peterhafen auf den Französischen Inseln und Käwieng in Nord-Neumecklenburg mit Rabaul und untereinander her. Der Dampfer "Germania" berührt auf seinen Fahrten zwischen Sydney und Hongkong außer Rabaul die Plätze Nauru, Jaluit (Marshallinseln), Kusaie, Ponape, Truk (Ostkarolinen), Saipan (Marianen), Oleai und Jap in den Westkarolinen, sowie Korror auf den Palauinseln. Überdies versehen innerhalb des Gebiets des Bismarckarchipels und der Salomoninseln 2 Küstendampfer des Norddeutschen Lloyd einen regelmäßigen Dienst. Der Dampfer "Meklong" ist bestimmt für die An- und Abfuhr der Güter aus den Plätzen der näheren Umgebung von Rabaul, nämlich der Blanchebucht, sowie den Stationen am St. Georgskanal, in der Neulauenburg-Gruppe, an der Nordküste und am Weberhafen (auf dem nördlichen Teile der Gazellehalbinsel). Der Dampfer "Sumatra" unterhält regelmäßige Verbindungen mit den Hauptplätzen des Bismarckarchipels und zwar verkehrt er in 3monatlichen Abständen auf folgenden Routen: 1. Käwieng, Neuhannover, Portlands- und Admiralitätsinseln; 2. Käwieng, Ostküste Neumecklenburgs, Namatanai, Feadinseln; 3. Buka, Bougainville, Tasman-, Mortlock-, Carteret- und Nissaninseln. Außer diesen regelmäßigen Verbindungen ist gelegentlich auch ein Verkehr möglich durch die Angaur und Nauru anlaufenden Dampfer der beiden Phosphat-Gesellschaften (s. Deutsche Südsee-Phosphat-Aktiengesellschaft und Pacific Phosphate Co.), die Dampfer "Siar" und "Madang" der Neuguinea-Kompagnie sowie durch die Regierungsdampfer "Komet" und "Deutsche Kolonialgesellschaft", und endlich die im Schutzgebiet kreuzenden Kriegsschiffe. Ein Anspruch auf Beförderung besteht jedoch in all den letzteren Fällen nicht. Auch die Regierungsschiffe halten keinen bestimmten Fahrplan ein, da sie ihrer Zweckbestimmung nach je nach vorliegendem Bedarf nach den einzelnen Plätzen des Schutzgebiets entsandt werden. Im übrigen beleben zahlreiche kleinere Dampfer, ferner Motor- und Segelboote, sowie sonstige Fahrzeuge auch der Eingeborenen den Verkehr an den Küsten und zwischen den einzelnen Inseln. - Eine Flußschiffahrt hat sich bis jetzt noch nicht entwickelt. Es sind allerdings in Kaiser-Wilhelmsland einige Schiffbare Flüsse vorhanden, so vor allen Dingen der Kaiserin-Augustafluß (Sepik) und der Ramu. Auch in Neupommern sind neuerdings Flüsse festgestellt worden, die stellenweise schiffbar sind, jedoch bei der erst einsetzenden Organisation dieser Gebiete lag bisher ein Bedarf für einen regelmäßigen Schiffahrtsverkehr auf diesen Flüssen noch nicht vor. - Die Statistik für den Schiffs- und Hafenverkehr des Schutzgebiets D.- N. gibt für das Kalenderjahr 1912 606 Dampfer unter deutscher und 77 Dampfer unter nichtdeutscher Flagge, sowie 221 Segelschiffe und endlich 76 Kriegsschiffe an, mit einem Gesamttonnengehalt von 848180 Registertonnen, wobei die Kriegsschiffe nicht mitgerechnet sind. Der Personen-, Lösch- und Ladeverkehr in den Hauptschiffahrtsplätzen des Schutzgebiets, Rabaul, Friedrich-Wilhelmshafen und Käwieng, betrug (1912) 3601 Personen, 198 Stück Großvieh, 424 Stück Kleinvieh und 48 585 Tonnen Güter. - Außer einigen Feldbahnen, die auf größeren Pflanzungen angelegt sind, gibt es eigentliche Eisenbahnen im Schutzgebiet D.-N. noch nirgends. Es ist auch mit dem Bau von solchen in absehbarer Zeit nicht zu rechnen. - Der Inlandverkehr bewegt sich zwischen den für den Verkehr zurzeit in Frage kommenden Plätzen zu Wagen oder zu Pferde auf Fahrstraßen und Reitwegen, die von dem Gouvernement angelegt worden sind. Fahrbare Straßen durchziehen heute D.-N. in einer Gesamtlänge von etwa 500 km, die sich hauptsächlich auf Neumecklenburg und die Gazellehalbinsel verteilen. Auch auf Bougainville ist seit den letzten Jahren ein größeres Wegenetz im Ausbau begriffen. Diese Straßen sind zum Teil auch schon mit Automobilen befahrbar. An brauchbaren Reitwegen sind etwa 500 km fertiggestellt. Soweit künstliche Straßen nicht vorhanden sind, bewegt sich der Inlandverkehr auf schmalen Eingeborenenpfaden, die in größerer Zahl das ganze Schutzgebiet durchziehen. Im Inselgebiet der Karolinen, Marianen und Palauinseln sind auf den Hauptplätzen, den vorhandenen Mitteln entsprechend, gleichfalls Fahr-, Reit- und Fußwege angelegt worden, so vor allen Dingen auf den Inseln Jap, Ponape, Saipan, Nauru und in der Palaugruppe. Im übrigen vollzieht sich der Verkehr im Inselgebiet fast ausschließlich zu Wasser. - Der Schiffsverkehr im Schutzgebiet ist durch eine Hafenordnung für D.-N. vom 23. Jan. 1911 geregelt (KolBl. S. 336). Danach ist der Verkehr mit dem Auslande nur zulässig über Rabaul, Kieta, Friedrich- Wilhelmshafen, Morobe, Eitape, Angaur, Malakal (Palauinseln), Jap, Saipan, Ponape und Nauru. Hafenabgaben bestehen in Friedrich- Wilhelmshafen und Ponape. Meldegebühren werden in den einzelnen Häfen in Höhe von 10 M für die Bruttoregistertonne erhoben, sofern der Aufenthalt länger als 48 Stunden währt. (Wegen des Näheren die erwähnte Verordnung vom 23. Jan. 1911.) - Die gesundheitspolizeiliche Kontrolle der Seeschiffe in den Häfen des Schutzgebiets D.-N. ist durch eine V. des Gouverneurs vom 7. März 1912 nebst Ausführungsbestimmungen hierzu geregelt (KolBl. 1912 S. 1038 und Amtsbl. für das Schutzgebiet D.-N. 1912 vom 15. März S. 69 ff). Einwanderungsbestimmungen finden sich in der V. des Gouverneurs von D.- N., betr. die Einwanderung Mittelloser, vom 18. Jan. 1912. Danach können von der Einwanderung über See Personen ausgeschlossen werden, welche den Besitz genügender Mittel zur Bestreitung ihres Unterhalts nicht nachzuweisen vermögen (KolBl. 1912 S. 329). - Gesetzliche Bestimmungen über den Verkehr auf den Wegen des Schutzgebiets bestehen für den Bezirk Rabaul (V. des Bezirksamtmanns in Rabaul, betr. den Verkehr auf öffentlichen Straßen, vom 10. Okt. 1913, Amtsbl. S. 42, und Nachtrag hierzu vom 28. Nov. 1913, Amtsbl. S. 267). Danach dürfen Kraftwagen und Motorräder keine größere Geschwindigkeit als 15 km innerhalb oder in der Nähe von Ortschaften und 40 km außerhalb dieses Gebiets entwickeln. Zur Regelung des Wegebaues hat der Gouverneur eine V. unter dem 25. Aug. 1911 erlassen (KolBl. S. 3). Auf Grund dieser V. sind zur Unterhaltung der öffentlichen Wege die Eigentümer der anliegenden Grundstücke verpflichtet, soweit die Wege durch Land führen oder Land berühren, das unter Kultur genommen ist. Was als öffentliche Wege anzusehen sind, wird in jedem einzelnen Fall von der örtlichen Verwaltungsbehörde bestimmt und bekanntgegeben. Eingeborenenpfade gelten als öffentliche Wege, soweit sie Eingeborenenland oder Eingeborenenniederlassungen unter sich oder mit Marktplätzen, Wasserläufen oder dem Meere verbinden. Bei Streit über die Austeilung der Unterhaltungspflicht entscheidet eine Wegekommission, die aus dem Vorstand der örtlichen Verwaltungsbehörde als Vorsitzenden und zwei von ihm aus dem Kreise der Wegeunterhaltungspflichtigen des Bezirks auf die Dauer je eines Jahres ernannten Beisitzern besteht. Gegen die Entscheidung dieser Kommission ist Beschwerde innerhalb der Ausschlußfrist von 1 Monat an den Gouverneur zulässig. Bei Wegen durch Eingeborenenland trifft die Unterhaltungspflicht die ganze Gemeinde. - An Postanstalten bestehen im Schutzgebiet 1 Postamt, 10 Postagenturen und 1 Posthilfsstelle. An das Welttelegraphennetz ist bis jetzt nur die Insel Jap angeschlossen, die durch die Kabel der Deutsch-Niederländ. Telegraphengesellschaft Verbindung mit Schanghai, Guam (amerikanische Marianeninsel) und Menado (Celebes) hat. Es bestehen aber zwei Großstationen für Drahtlose Telegraphie in Jap und Nauru, und eine dritte geht in Rabaul ihrer Vollendung entgegen. Sodann hat noch Angaur eine kleinere funkentelegraphische Station. Ortsfernsprechnetze bestehen in Herbertshöhe mit (1913) 12 Haupt- und 13 Nebenanschlüssen und Rabaul mit 22 Haupt- und 35 Nebenanschlüssen. Überdies sind die beiden Orte durch eine Fernsprechleitung miteinander verbunden.

17. Geld- und Bankwesen. Im alten Schutzgebiet D.-N. wurde die Reichsmarkwährung durch Verordnung der damals die Landeshoheit ausübenden Neuguinea-Kompagnie vom 19. Jan. 1887 (KolGG. 1, 511) mit Wirkung vom 1. Jan. 1887 eingeführt. Als gesetzliche Zahlungsmittel galten danach die 20 M-Stücke, 10 M-Stücke, 1 Talerstücke, 2 M-Stücke, 1 M-Stücke, 50 Pf.-Stücke, 10 Pf.-Stücke, 5 Pf.-Stücke, 2 Pf.-Stücke und 1 Pf.-Stücke. Im Jahre 1894 ließ sodann die Neuguinea- Kompagnie eigene Münzen prägen und zwar unter dem Namen "Neuguinea-Mark". Als Goldmünzen: 20 M-Stücke, 10 M-Stücke; als Silbermünzen: 5 M-Stücke, 2 M-Stücke, 1 M-Stücke und 1/2 M-Stücke und unter dem Namen "Neuguinea-Pfennige": als Bronzemünzen: 10 Pf.-Stücke; als Kupfermünzen: 2 Pf.-Stücke, 1 Pf.-Stücke; und durch V. vom 1. Aug. 1894 (KolBl. 1894, 420) wurde bestimmt, daß diese Münzen im Bereiche des Schutzgebiets neben den in der V. vom 19. Jan. 1887 bezeichneten Reichsmünzen als gesetzliches Zahlungsmittel in gleichem Werte wie die entsprechenden Stücke zu gelten hätten, und zwar die Gold- und Silbermünzen bis zum Betrage von 1000 M, die Bronze- und Kupfermünzen bis zum Betrage von 5 M. Die Gold- und Silbermünzen trugen auf der einen Seite das Bild eines Paradiesvogels, auf der anderen die Umschrift "Neuguinea- Compagnie", sowie die Wertbezeichnung und das Jahr der Prägung; die Kupfermünzen auf der einen Seite die Inschrift "Neuguinea-Compagnie", auf der anderen die Wertbezeichnung. und das Jahr der Prägung. Diese Neuguineamünzen waren neben den Reichsmünzen in Kraft bis zum 15. April 1911, es waren aber schon seit dem 1. April 1899, dem Tage der Übernahme der Verwaltung des Schutzgebiets durch das Reich, neue Münzen von der Neuguinea-Kompagnie nicht mehr geprägt worden. Durch V. des Gouverneurs von D. -N. vom 5. Sept. 1908 (KolBl. 1909, 7) wurden sie mit Wirkung von dem oben genannten Termin außer Kraft gesetzt, mit der Maßgabe, daß während des erwähnten Zeitraumes mit den Neuguineamünzen noch Zahlungen an öffentlichen Kassen des Schutzgebiets geleistet, auch die Münzen während jener Zeit bei den öffentlichen Kassen gegen Reichsmünzen umgetauscht werden konnten. Schon vor der Außerkurssetzung der Neuguineamünzen war aber durch Bek. des Gouverneurs vom 14. Sept. 1906 (nicht abgedruckt) die V. des RK., betr. das Geldwesen der Schutzgebiete außer Deutsch-Ostafrika und Kiautschou vom 1. Febr. 1901 (KolBl. 1903, 105) mit Wirkung vom 1. Okt. 1906 für das gesamte Schutzgebiet D. - N. einschließlich des Inselgebiets der Karolinen, Palauinseln und Marianen in Kraft gesetzt worden. Seitdem gelten als gesetzliche Zahlungsmittel die sämtlichen Münzen, die auf Grund reichsgesetzlicher Bestimmungen im Reichsgebiet zugelassen sind und zwar mit der Maßgabe, daß neben den Reichs-Goldmünzen und den Talern auch die Reichs- Silbermünzen für jeden Betrag in Zahlung genommen werden müssen und daß die Nickel- und Kupfermünzen sowohl im Privatverkehr wie im Verkehr mit den amtlichen Kassen gesetzliches Zahlungsmittel bis zum Betrage von 5 M sind. Reichskassenscheine müssen von den öffentlichen Kassen zu ihrem Nennwerte in Zahlung genommen werden. Zur Annahme von Reichsbanknoten sind sie berechtigt, aber nicht verpflichtet. Fremde Geldmünzen dürfen von den amtlichen Kassen bis auf weiteres noch in Zahlung genommen werden und zwar: 1 Pfund Sterling englisch = 20 M; 10 Schilling = 10 M; 20 Dollar der Vereinigten Staaten von Amerika = 80 M; 10 Dollar = 40 M; 5 Dollar = 20 M, 2 1/2 Dollar = 10 M. - Auf den Marshallinseln, die seit einigen Jahren gleichfalls einen Bestandteil des Schutzgebiets D.-N. bilden, war die deutsche Reichsmarkwährung bereits durch eine Verordnung des damaligen Ksl. Kommissars vom 1. Juli 1888 (KolGG. 1, 611) eingeführt worden. Daneben blieb aber auch ausländisches Geld im Umlauf. Im Inselgebiet der Karolinen, Palauinseln und Marianen waren vor der Zeit der Flaggenhissung Münzen der verschiedensten Länder im Umlauf. Am gebräuchlichsten waren spanisches mexikanisches und chilenisches Silbergeld und spanische Kupfermünzen. Alle diese Münzen wurden aber nach der deutschen Besitzergreifung allmählich aus dem Verkehr gezogen, und durch eine V. des Gouverneurs von D. -N., betr. Geldrechnung und gesetzliche Zahlungsmittel, vom 20. Sept. 1900 wurde für das genannte Inselgebiet mit Wirkung vom Tage der Verkündung der Verordnung gleichfalls die Reichsmarkwährung eingeführt. Als gesetzliches Zahlungsmittel hatten zu gelten: Die sämtlichen auch in Deutschland geltenden Münzen sowie die Reichskassenscheine und Reichsbanknoten. Daneben waren noch vorläufig englische Goldpfunde zum Kurse von 20,30 in Zahlung zu nehmen. Für die Marianen war infolge der Manipulationen fremder Händler schon durch eine Notverordnung des Bezirksamts vom 9. Jan. 1900 (KolGG. Bd. 5 Nr. 10 S. 13) verboten worden, spanisches Silber- und Kupfergeld sowie sonstige fremde Münzen, Gold ausgenommen, in diese Inselgruppe einzuführen. - Der Verkehr mit Eingeborenengeld im Schutzgebiet D. -N. war durch die GouvV. vom 18. Okt. 1900 (KolGG. Bd. 6 Nr. 171 S. 260) und vom 26. Juli 1901 (KolGG. Bd. 6 Nr. 244 S. 362) bereits erheblich eingeschränkt worden, indem Europäern und nichteinheimischen Farbigen, die im Dienste von Europäern standen, sowie auch Eingeborenen, die Handelsgeschäfte trieben, verboten wurde, Muschelgeld aller Art in Zahlung zu nehmen, zu geben oder als Tauschmittel zu gebrauchen. Durch V. vom 30. Mai 1913 (KolBl. S. 789) erließ der Gouverneur mit Wirkung vom 1. April 1914 für das ganze Schutzgebiet D.-N. ein generelles Verbot der Verwendung von Eingeborenengeld für Handels- oder Geschäftszwecke. Was als Eingeborenengeld im Sinne dieser Verordnung anzusehen sei, ist in einer GouvBek. vom 21. Nov. 1913 (Amtsbl. für das Schutzgebiet D. -N. von 1913 S. 266 u. 267) des Näheren ausgeführt. - Eigentliche Bankinstitute bestehen in D.-N. zurzeit noch nicht. Die größeren Firmen im Schutzgebiet, so vor allen Dingen die Neuguinea- Kompagnie, die Hamburger Südsee-Aktiengesellschaft (früher Forsayth-Gesellschaft m. b. H.) und Hernsheim & Co. besorgen jedoch im Nebenbetriebe Bankgeschäfte.

18. Verwaltung und Rechtspflege. Das Schutzgebiet D.-N. bestand ursprünglich nur aus den Inselgruppen des Bismarckarchipels nebst den Salomoninseln Buka und Bougainville sowie einigen kleineren, nördlich von den Salomoninseln gelegenen Inselgruppen und endlich dem deutschen Teil der eigentlichen Insel Neuguinea nebst den vorgelagerten Inseln, der den Namen Kaiser-Wilhelmsland trägt. Nach der Erwerbung der Karolinen, Palauinseln und Marianen wurden auch diese durch eine Allerh. Order, betr. die einstweilige Regelung der Verwaltung und der Rechtsverhältnisse im Inselgebiet der Karolinen, Palauinseln und Marianen, vom 18. Juni 1899 (KolBl. 1900, 93) als ein Teil des Schutzgebiets von D.-N. erklärt. Die Marshall-, Brown- und Providence- Inseln hatten bis 1906 eine eigene Verwaltung. Durch Ksl. V. vom 18. Jan. 1906 (KolBl. S. 117) wurde dann aber auch diese Inselgruppe mit Wirkung vom 1. April 1906 durch Vereinigung mit dem Inselgebiet der Karolinen, Palauinseln und Marianen dem Schutzgebiet D.-N. einverleibt. Das Schutzgebiet D.-N. umfaßt somit heute die gesamten deutschen Besitzungen im Stillen Ozean mit Ausnahme von Samoa und Kiautschou, die einer besonderen Verwaltung unterstehen. An der Spitze der gesamten Verwaltung steht ein vom Kaiser ernannter Gouverneur, dem zur Unterstützung ein erster Referent sowie mehrere Referenten beigegeben sind. Der Gouverneur hat seinen Sitz in Rabaul am Simpsonhafen (s. d.) auf Neupommern. Die einzelnen Dienststellen beim Gouvernement in Rabaul gliedern sich in das eigentliche Gouvernementsbureau, die Hauptkasse, die Bauverwaltung, das Hauptlager, das Vermessungsbureau, die Expeditionstruppe und den Botanischen Garten. Daneben unterstehen dem Gouverneur noch unmittelbar die gesamte Medizinalverwaltung einschließlich des Veterinärwesens. - Als beratende Körperschaft steht dem Gouverneur überdies ein Gouvernementsrat zur Seite, der aus fünf amtlichen und sieben nichtamtlichen Mitgliedern besteht und der vor Beschlußfassung über alle wichtigeren Angelegenheiten, so vor allen Dingen über die Aufstellung des Etats für das Schutzgebiet gehört wird (s. Gouvernementsrat). Die Lokalverwaltung gliedert sich in Bezirksämter und Regierungsstationen. Bezirksämter bestehen zurzeit in Rabaul für die Insel Neupommern, einschließlich der ihr vorgelagerten Inseln sowie der Wituinseln (Französische Inseln), in Käwieng für den nördlichen Teil von Neumecklenburg und Neuhannover nebst den vorgelagerten Inseln, sowie der St. Matthias- und Sturminseln; in Friedrich-Wilhelmshafen für diejenigen Teile von Kaiser-Wilhelmsland, die nicht einer unmittelbaren Regierungsstation unterstellt sind, in Ponape für das Gebiet der Ost- und Zentralkarolinen sowie der Marshallinseln, und in Jap für das Gebiet der Westkarolinen, Palauinseln und Marianen. Regierungsstationen, an deren Spitze je nach der Bedeutung des Bezirks ein Stationsleiter II. oder III. Klasse steht, befinden sich zurzeit in Namatanai für das südliche Neumecklenburg nebst vorgelagerten Inseln, in Kieta auf Bougainville für die Salomoninseln Buka und Bougainville, sowie die nördlich davon liegenden Nissan- und Pinepilinseln, in Manus für die Admiralitätsinseln, in Morobe für das Grenzgebiet im Süden von Kaiser-Wilhelmsland und endlich in Eitape (Berlinhafen) für das nordwestliche, bis an Niederländisch-Neuguinea grenzende Gebiet von Kaiser-Wilhelmsland. Diese Regierungsstationen sind selbständig und unterstehen unmittelbar dem Gouverneur. Sie sind außer dem Stationsleiter in der Regel noch mit einem Polizeimeister, einem Sanitätsgehilfen und 40-50 Polizeisoldaten besetzt. Im Inselgebiet der Karolinen, Marianen, Palau- und Marshallinseln bestehen Stationen in Jaluit für das Gebiet der Marshallinseln, in Nauru für diese Insel, in Saipan für die Gruppe der Marianen, in Korror für die Palauinseln, abgesehen von Angaur, in Truk für die diesen Namen tragende Inselgruppe und endlich in Angaur (Palauinseln) für diese Insel. Weitere Stationen befinden sich sodann in Herbertshöhe und seit 1913 auch in Angorum am Mittellauf des Kaiserin- Augustaflusses. Diese Stationen sind den betreffenden Bezirksämtern in Rabaul, Ponape, Jap und Friedrich-Wilhelmshafen unterstellt. Die Bezirksämter sowie die erwähnten Stationen haben die gesamten lokalen Verwaltungs- und Polizeiangelegenheiten für die Weißen wie die Eingeborenen zu erledigen. Die Gerichtsbarkeit über die Weißen wird ausgeübt durch das Obergericht, die Bezirksgerichte und die Bezirksrichter (s. die betr. Artikel). Der Sitz des Obergerichts ist Rabaul. Bezirksgerichte bestehen in Rabaul, Friedrich- Wilhelmshafen, Ponape und Jap. In beschränktem Maße üben auch die Stationsleiter richterliche Geschäfte aus. Im Nebenamt versehen die Bezirksrichter auch noch die standesamtlichen Geschäfte. Daneben besteht noch ein besonderes Standesamt in Finschhafen. Auf den Außenstationen ist die Wahrnehmung der standesamtlichen Befugnisse den betreffenden Stationsleitern für ihre Bezirke übertragen. Ein besonderer Bezirksrichter ist nur für den Bezirk Rabaul bestellt, im Gebiete der übrigen Bezirke und Stationen nimmt zurzeit noch der Bezirksamtmann im Nebenamt die bezirksrichterlichen Geschäfte wahr. Die Geschäfte der Seemannsämter werden im Nebenamt von den Bezirksrichtern ausgeübt. Für Kaiser-Wilhelmsland ist noch ein besonderer Bezirksrat eingerichtet, der in ähnlicher Weise wie der Gouvernementsrat für die Zentralverwaltung so für die lokalen Interessen Kaiser- Wilhelmslands nach Bedarf vom Bezirksamtmann in Friedrich-Wilhelmshafen zusammenberufen wird. Er ist im übrigen in gleicher Weise beratende Behörde wie der Gouvernementsrat. - Wegen der Gerichtsbarkeit über die Eingeborenen s. Eingeborenenrecht.

19. Kirchen- und Schulwesen. Im Bismarckarchipel ist am 7. Okt. 1911 eine evangelische Kirchengemeinde mit dem Sitz in Rabaul gegründet worden, der etwa 65 Personen angehören. Das Amt des Seelsorgers für diese Gemeinde besorgt ein Missionar der methodistischen Missionsgesellschaft, und zwar ist damit zurzeit der Pastor H. P. Wenzel betraut. Außer dieser einen Kirchengemeinde bestehen bis jetzt im Schutzgebiet keine weiteren kirchlichen Gemeinschaften. Gottesdienst und Seelsorge werden in den einzelnen Gebietsteilen von den daselbst tätigen Missionsgesellschaften abgehalten. Die Mission vom Heiligsten Herzen Jesu besitzt eine größere Kathedrale in Vunapope bei Herbertshöhe. Im übrigen haben die Missionen überall im Bereich ihrer Tätigkeit mit Hilfe der Eingeborenen Gotteshäuser, teils aus Stein, teils aus Buschmaterial errichtet. Hinsichtlich der Schulen muß man unterscheiden zwischen Regierungs- und Missionsschulen. Regierungsschulen bestehen zurzeit im Schutzgebiet D.-N. an zwei Orten, und zwar in Namanula bei Rabaul (Neupommern) und in Saipan auf den Marianen. Die Schule in Namanula gliedert sich auf eine Abteilung für Europäerkinder und in eine solche für die Kinder der Eingeborenen. In beiden sind insgesamt 2 Lehrer und 1 Lehrerin tätig. Um auch den nicht in unmittelbarer Nähe wohnenden Ansiedlern Gelegenheit zu geben, ihre Kinder in die Regierungsschule zu schicken, ist sowohl in der Europäer- wie auch in der Eingeborenenabteilung ein Internat eingerichtet. Dasjenige der Europäerschule ist im letzten Berichtsjahre (1913) von 7 Schülern besucht worden. Im ganzen befanden sich in der Europäerschule (1913) 15 und in der Eingeborenenschule 99 Schüler. Der Unterricht an der Regierungsschule für Europäerkinder umfaßt die auch in den heimatlichen Volksschulen üblichen Fächer. Auch die Lehrgegenstände in der Eingeborenenschule sind im wesentlichen die gleichen wie die in der Europäerschule. Der Eingeborenenschule ist noch eine technische Abteilung angegliedert, in der die geistig vorgeschritteneren Kinder im Buchbinderei-, Tischlerei- und Schlossereigewerbe sowie zum Teil auch in der Buchdruckerei Unterricht erhalten. - Die Regierungsschule in Saipan wurde im letzten Berichtsjahr (1913) von 385 Schülern, darunter 200 Knaben und 185 Mädchen besucht. Die überwiegende Mehrzahl der Schulbesucher, nämlich 260 Kinder, gehören den Chamorros an (s.d.), 121 Kinder sind Karoliner, 3 sind samoanischer und 1 spanischer Abstammung. Der Schule sind eine Fortbildungsschule und eine Dolmetscherschule angegliedert. Die erstere soll den entlassenen Schülern Gelegenheit geben, die Übungen im deutschen Unterricht fortzusetzen. Die Dolmetscherschule ist im wesentlichen mit der Absicht eingerichtet worden, für die Zwecke der Verwaltung sprachkundige und verläßliche Dolmetscher, die den Verkehr mit den Eingeborenen vermitteln können, heranzubilden. In der Dolmetscherschule wurden im letzten Berichtsjahre (1913) 30 Schüler ausgebildet. Die eingeborenen Polizeisoldaten erhalten von den Lehrern der Regierungsschule in einer sog. Abendschule Unterricht im Deutschen. Eine dritte Regierungsschule soll im Etatsjahr 1915 in der Gruppe der Trukinseln (Karolinen) eingerichtet werden. - Außer den Regierungsschulen bestehen eine große Anzahl Missionsschulen, denn jede der in Neuguinea tätigen Missionsgesellschaften hat, den vorhandenen Bedürfnissen entsprechend, Schulen eingerichtet. So unterhält die Methodistenmission im Bismarckarchipel 3 Kost- und 6 Bezirksschulen, 192 Sonntagsschulen mit 5853 Schülern und 199 Dorfschulen mit 5493 Schülern. Die Neuendettelsauer Missionsgesellschaft, die ihre Tätigkeit im Süden von Kaiser-Wilhelmsland ausübt, unterhält gleichfalls auf den verschiedenen Stationen Schulen und zwar werden diese im ganzen von 1195 Kindern besucht. Die Rheinische Missionsgesellschaft in Barmen, die ebenfalls in Kaiser-Wilhelmsland und zwar hauptsächlich in der Gegend der Astrolabebai tätig ist, hat 11 Schulen mit 468 Kindern. Die Katholische Mission vom Heiligsten Herzen Jesu mit dem Sitz in Vunapope (bei Herbertshöhe, Gazellehalbinsel) unterhält 98 Schulen, die von 4296 Kindern besucht werden. Die Gesellschaft des Göttlichen Wortes, deren Tätigkeitsgebiet im nordwestlichen Kaiser- Wilhelmsland liegt, hat 19 Schulen mit 800 Schülern. Endlich bestehen auch noch einige Missionsschulen in den Salomoninseln, die von den Maristen daselbst unterhalten werden. Diese Schulen wurden 1913 von 460 Knaben und 100 Mädchen besucht. Im Inselgebiet der Karolinen, Marianen und Marshallinseln unterhalten die dort tätigen Missionsgesellschaften gleichfalls Schulen, und zwar die Liebenzeller Mission 15 mit 786 Schülern, die amerikanische Mission, American Board of Mission, 3 mit 207 Schülern. Die katholische Mission vom Heiligsten Herzen Jesu in den Marshallinseln hat in ihren Schulen eine Besucherzahl von 220 Kindern aufzuweisen, von denen 108 in Kostschulen untergebracht sind. Die Kapuziner, die in den Karolinen, Palauinseln und Marianen tätig sind, verfügen über 22 Eingeborenenschulen und 8 Internate für Eingeborenenkinder. In letzteren sind 53 Knaben und 150 Mädchen untergebracht. Die übrigen Schulen der Kapuziner werden (1913) von 676 Knaben und 361 Mädchen besucht.

20. Missionen. Im Schutzgebiet D.-N. sind 5 protestantische und 4 katholische Missionsgesellschaften tätig. Das Arbeitsgebiet dieser Missionen erstreckt sich auf den Bismarckarchipel, Kaiser-Wilhelmsland, die Karolinen, Marianen, Palau- und Marshallinseln. - Von den protestantischen Missionsgesellschaften hat die Australische Methodisten-Mission (s.d.) ihren Sitz auf der Gazellehalbinsel (Neupommern); vor einigen Jahren hat sie ihr Arbeitsgebiet auch auf Neumecklenburg ausgedehnt. An Personal waren 1913 tätig 4 ordinierte Missionare, 4 Laienmissionare, 5 Lehrerinnen, 4 Prediger und 8 Lehrer aus Fiji und Samoa und 185 eingeborene Hilfslehrer. Die Zahl der Anhänger wird auf 4195 Mitglieder, 1749 Probemitglieder und 2125 Katechumenen angegeben. An Gottesdienstbesuchern wurden in den 119 Kirchen der Mission (1913) 25422 gezählt. An freiwilligen Beiträgen sind der Missionsgesellschaft im letzten Jahre (1913) über 45000 M zugeflossen. Die Neuendettelsauer Mission (s.d.), die ihren Sitz in der Heimat in Neuendettelsau (Bayern) hat, war im letzten Berichtsjahre (1913) auf 16 Missionsstationen mit 24 Missionaren, 9 Laiengehilfen und 21 Frauen tätig. Daneben waren noch 35 eingeborene Gehilfen beschäftigt. Die Zahl der Christen belief sich (1913) auf 3637. Die Missionsgesellschaft ist auch landwirtschaftlich tätig, sie hat an verschiedenen Stellen Pflanzungen angelegt und betreibt auch mit Erfolg Viehzucht. Auch eine Druckerei und Buchbinderei wird von der Mission auf einer ihrer Stationen unterhalten (s.a. Tafel 132). - Die Rheinische Missions- Gesellschaft (s.d.) in Barmen hat ihr Arbeitsgebiet in der Umgebung der Astrolabebucht in Kaiser-Wilhelmsland. An Personal verfügte diese Missionsgesellschaft 1913 über 9 Missionare, 1 Missionshandwerker und 8 Frauen. Die Zahl der Christen wurde 1913 auf 103 angegeben. - Die Bostoner Mission auf Nauru ist besetzt mit 1 Missionar, 1 Missionsfrau und 1 Hilfslehrerin. Die Zahl der Anhänger wird (1913) auf etwas über 900 angegeben und die Gesamtzahl der getauften Christen einschließlich Kinder auf rund 800. Außer in Nauru ist die Mission auch noch auf den Marshallinseln tätig, und zwar wirken daselbst 10 eingeborene Prediger. Die Zahl der Anhänger der Mission auf den Marshallinseln betrug (1913) 5203 Personen. - Die Liebenzeller Mission (s. d.) hat ihr Arbeitsfeld in dem Gebiet der Ost- und Zentralkarolinen. Ihr Personal belief sich auf 3 Missionare, 2 Missionarinnen, 2 Missionsfrauen, 12 eingeborene Prediger und 15 eingeborene Lehrer. Die Zahl der Gemeindeglieder wurde 1913 auf 1282 angegeben. (S. a. Mission, evangelische.) - Von den katholischen Missionen hat die größte Anhängerzahl die Mission vom Heiligsten Herzen Jesu (s. d.) in Vunapope aufzuweisen (s. Neupommern, Apostolisches Vikariat). Die Mission hat auch Pflanzungsunternehmungen und ist daneben gewerblich tätig. Sie besitzt eine mechanische Werkstatt in Vunapope und ein größeres Sägewerk am Toriu (im Süden der Gazellehalbinsel). - Die katholische Gesellschaft des Göttlichen Wortes (s. d.) hat ihren Hauptsitz am Alexishafen in Kaiser-Wilhelmsland. Sie unterhält 7 Niederlassungen, die mit 13 Priestern, 15 Brüdern und 24 Schwestern besetzt sind. Ihr Arbeitsfeld ist der Nordwesten von Kaiser-Wilhelmsland. Die Zahl der getauften Anhänger wird auf 3300 angegeben. Die wirtschaftliche Tätigkeit der Mission ist eine recht bedeutende. Sie hat an verschiedenen Stellen größere Kokosnußplantagen angelegt, daneben baut sie neuerdings auch Reis, Kaffee und Tapioka und verfügt über eine Reihe maschineller Anlagen, wie Reis-Dresch- und -Schälmaschinen, ein Sägewerk, verbunden mit Tischlerei und Schlosserei, eine Ziegelei und eine Seilerei zur Aufbereitung von Sisalhanf und Kokosfasern. Für den Besuch der einzelnen Küstenstationen hat die Mission, wie auch die vom Heiligsten Herzen Jesu, einen besonderen Dampfer eingestellt. (S.a. Kaiser-Wilhelmsland, apostolische Präfektur.) - Die Kapuziner-Mission (s.d. u. Tafel 140) bearbeitet ausschließlich das Inselgebiet und zwar ist sie tätig auf den Karolinen, Marianen und Palauinseln. Das Personal belief sich 1913 auf - 14 Patres, 13 Brüder und 10 Schwestern. Sie hat auf 5 Inselgruppen 14 Hauptstationen beständig mit einem oder mehreren Patres besetzt, von denen noch 10 Nebenstationen mit besorgt werden. (S. a. Karolinen, Marianen und Palauinseln, Apostolisches Vikariat.) - Auf den Marshallinseln liegt die Missionierung der Katholiken in den Händen der bereits erwähnten Mission vom Heiligsten Herzen Jesu. Diese Abteilung der Mission bildet aber eine besondere Präfektur, die mit 8 Priestern, 5 Laienbrüdern und 18 Schwestern besetzt ist. Die Zahl der katholischen Eingeborenen betrug 1913 700. (S. a. Marshallinseln, apostolisches Vikariat.) - Auf den Salomoninseln wirkt die in der. Hauptsache in Samoa tätige Maristen-Mission (s.d.). Sie beschäftigt 11 Väter, 4 Laienbrüder und 9 Schwestern, und die Missionierung erfolgt von 5 Hauptstationen von der Insel Bougainville aus. Die Mission hat auf einzelnen Stationen Land unter Kultur genommen, um, soweit möglich, den Unterhalt der Schulen zu bestreiten und die Kinder zur Arbeit anzulernen. (S. Kaiser-Wilhelmsland, Salomoninseln, Neupommern, Marshallinseln, Karolinen, Marianen, Apostolische Vikariate, sowie Mission, katholische.)

21. Geschichte seit der Flaggenhissung. (Über die Geschichte und Entdeckungsgeschichte von D.-N. s. Kaiser-Wilhelmsland, Bismarckarchipel, Salomoninseln, Karolinen, Palauinseln, Marianen und Marshallinseln, über die Geschichte des Erwerbs D.-N.s s. Erwerbung der deutschen Kolonien 5 und 6.) Im Gebiete des heutigen D.-N. fanden die ersten Flaggenhissungen 1884 statt, und zwar im Bismarckarchipel, in Kaiser- Wilhelmsland und auf den Marshallinseln. Das Deutsche Reich übernahm aber nicht sofort die Landeshoheit in den unter den deutschen Schutz gestellten Gebietsteilen, sondern erteilte zunächst der Neuguinea-Kompagnie einen Schutzbrief, die sodann mit kurzen Unterbrechungen das Schutzgebiet bis zum Jahre 1899 selbständig verwaltete (s. Neuguinea-Kompagnie ). Am 1. April des genannten Jahres gab die Gesellschaft die Landeshoheit wieder an das Reich zurück. Während der Landeshauptmann der Neuguinea- Kompagnie seinen Sitz in Kaiser-Wilhelmsland gehabt hatte, wurde das nunmehr eingerichtete Gouvernement nach Herbertshöhe an der Blanchebucht (Neupommern) verlegt. Erster Gouverneur des Schutzgebiets war der frühere Finanzdirektor Ostafrikas, v. Bennigsen (s.d.), der aber wegen schwerer Erkrankung bereits im Jahre 1902 das Schutzgebiet verlassen mußte. Ihm folgte Dr. Hahl (s.d.), der vorher im Bismarckarchipel Richter und später Vizegouverneur in den Ostkarolinen gewesen war. - Das Schutzgebiet bestand ehemals nur aus dem Bismarckarchipel, den Salomoninseln sowie Kaiser-Wilhelmsland. Durch Vertrag vom 30. Juli 1899 zwischen Deutschland und Spanien kamen sodann noch die Inselgruppen der Karolinen, Marianen und Palauinseln hinzu, die sämtlich mit der Verwaltung des Schutzgebiets D. - N. vereinigt wurden, und im Jahre 1906 wurden auch noch die Marshallinseln, die bis dahin eine eigene Verwaltung gehabt hatten, dem Schutzgebiete angegliedert. Die wichtigste Aufgabe der Verwaltung war die Erschließung des Landes, da dies noch so gut wie unerforscht war, und zu diesem Zweck vor allem die Befriedung der Eingeborenen und deren Eingliederung in die Verwaltungsorganisation, ferner die Bekämpfung der Volkskrankheiten, die Schaffung von Einnahmequellen, Hebung des Schulwesens und Verbreitung der deutschen Sprache. Angesichts des außerordentlich tiefen Kulturstandes, auf dem die Eingeborenen von D.-N. sich in der Hauptsache noch heute befinden, war es natürlich, daß die Befriedung, wie auch die Eingliederung der einzelnen Landschaften in die Organisation, nur langsam vor sich gehen konnte. Es bedurfte daher jahrelanger, mühevoller Arbeit, um die Eingeborenen an die deutsche Herrschaft zu gewöhnen und sie zu Verbänden zusammenzuschließen, und es fehlte selbstverständlich auch nicht an Rückschlägen. - Wie es sich aus der natürlichen Entwicklung der Verhältnisse ergab; setzte diese Verwaltungstätigkeit zunächst in der Umgebung der Blanchebucht auf Neupommern ein, und von da dehnte die Regierung ihren Einfluß langsam weiter aus. Zunächst wurden die benachbarten Inseln der Neulauenburg - Gruppe in den Verwaltungsbereich einbezogen, sodann folgte Neumecklenburg. Allerdings wurde hier nicht, wie man annehmen sollte, zunächst der Süden, sondern der Norden in Angriff genommen, und zwar wurde im Jahre 1900 gegenüber dem Inselchen Nusa am Nordende von Neumecklenburg eine Station eingerichtet, die später den Namen "Käwieng" erhielt und heute ein Bezirksamt ist. Im Jahre 1902/03 wurde, um die kriegerischen Stämme um den Varzinberg (hinter Herbertshöhe) in Schach zu halten, etwa 12 km von Herbertshöhe entfernt die Polizeistation Toma gegründet. Im Jahre 1904 dehnte sich die Verwaltung auf der Insel Neumecklenburg auch auf deren mittlere und südliche Teile aus, und zwar erfolgte dort die Organisation von der neu gegründeten Station Namatanai aus. Im Jahre 1905 wurden auch die Salomoninseln in die Verwaltung einbezogen und dort eine Regierungsstation in der Bucht von Kieta auf der Ostküste von Bougainville gegründet. Im darauffolgenden Jahre ergab sich das Bedürfnis, in Rabaul am Simpsonhafen im hinteren Ende der Blanchebucht eine Station zu errichten; 1906 wurde sodann auch der Norden von Kaiser- Wilhelmsland in Angriff genommen und einer besonderen Station unterstellt, die in der Nähe von Berlinhafen unter dem Namen Eitape errichtet wurde. 3 Jahre später, im Jahre 1909, gründete die Regierung sodann auch eine Station im südlichen Grenzgebiet von Kaiser-Wilhelmsland. Dort war die Einrichtung einer geordneten Verwaltung vor allem mit Rücksicht auf die Goldsucher erforderlich, die aus Britisch- Neuguinea (Papua) herüberkamen und daselbst kleine Goldwäschereien betrieben. Am spätesten sind die Admiralitätsinseln in eine eigentliche intensivere Verwaltung genommen worden. Erst 1911 ist dort eine Station und zwar im Osten der Hauptinsel Manus, am Seeadlerhafen, gegründet worden. - Entsprechend dieser allmählichen Ausdehnung der Verwaltungsorganisation ist die Zusammenfassung der Eingeborenen zu Verbänden und deren Angliederung an die Landesverwaltung erfolgt. Am 1. Juli 1900 waren auf der Gazellehalbinsel 44 Häuptlinge und auf Neulauenburg 23 amtlich von der Regierung bestellt worden. Der Norden von Neumecklenburg ist in der Zeit von 1901-1902 in 7 Bezirke eingeteilt worden. Bis zum Jahre 1904 waren auf der nördlichen Gazellehalbinsel 107 Landschaften, auf Neulauenburg 27, im mittleren Neumecklenburg 57 und im nördlichen Neumecklenburg 36 Landschaften in die Verwaltungsorganisation einbezogen. Erst verhältnismäßig spät konnte auch die Befriedung und Eingliederung der Eingeborenen in Kaiser-Wilhelmsland in die Verwaltung erfolgen, denn es konnten daselbst erst im Jahre 1904 einige Häuptlinge als Regierungsorgane bestellt werden. - Auf den Salomoninseln ging dagegen die Eingliederung verhältnismäßig rasch vor sich, denn bereits etwa 1 Jahr nach der Gründung der Station Kieta waren auf Bougainville und Buka 178 Dörfer in die Organisation einbezogen worden. - Im Jahre 1907 konnte die Regierung erstmals den Versuch machen, die Eingeborenen zu Steuerleistungen heranzuziehen, und zwar wurde zunächst in den am längsten der Verwaltung angegliederten Landschaften auf der Gazellehalbinsel und in Neulauenburg, sodann in den befriedeten Teilen Neumecklenburgs, und endlich in den Salomoninseln eine Kopfsteuer im Betrage von 5-10 M erhoben. Im Jahre 1909 erfolgte die Organisierung der Witu-(Französischen)Inseln. 1910 war die Verwaltungsorganisation in den gesamten östlichen Inseln des Bismarckarchipels durch Angliederung der Nissangruppe vollendet. Auch im Gebiet der übrigen Regierungsstationen nahm die Organisation einen befriedigenden Fortgang. Ende 1911 waren in Kaiser-Wilhelmsland bereits 130 Dörfer organisiert, und im südlichen Grenzgebiet konnte der Stationsleiter seinen Einfluß bis zum Lauf des oberen Waria ausdehnen. Im Berichtsjahr 1911 war die Salomoninsel Buka mit verschwindenden Ausnahmen ganz in der Hand der Verwaltung, auch auf Bougainville umfaßt, vom Süden abgesehen, die Eingliederung die meisten Dorfschaften. Erst in der allerletzten Zeit konnte die Eingliederung der Küstenbezirke Neupommerns, von der Gazellehalbinsel abgesehen, erfolgen. Die schlechten Verkehrsmöglichkeiten dahin und die sonstige starke Inanspruchnahme der Verwaltung hatte eine frühere intensive Inangriffnahme dieses Gebiets unmöglich gemacht. - An wichtigen Bestimmungen, die im Interesse der Eingeborenen erlassen wurden, ist vor allem die Abschaffung des Muschelgeldes zu nennen, dessen Benutzung im Verkehr mit Europäern bereits im Jahre 1902 verboten wurde, um die Eingeborenen dazu zu bringen, daß sie, wenn sie sich von Europäern etwas kaufen wollten, erst durch ordnungsmäßige Arbeit Geld verdienen mußten. Der Ausbeutung der Eingeborenen durch die Arbeiteranwerber wurde durch Neuregelung der Bestimmungen über die Anwerbung zur See im Jahre 1901 (V. vom 31. Juli 1901, KolBl.) ein Ziel gesetzt. Das Kreditgeben seitens der Europäer an Eingeborene, das gleichfalls eine dauernde Quelle von Mißhelligkeiten und Streitigkeiten war, wurde gleichfalls verboten, ebenso die Verabreichung von Alkohol. Auch der früher von einzelnen Ansiedlern betriebene Handel mit Schußwaffen und Schießbedarf wurde vom Gouvernement alsbald unterdrückt. - Wie schon oben erwähnt, konnten trotz der zielbewußt fortgesetzten Befriedung und Einbeziehung der Eingeborenen in die Verwaltung Rückschläge nicht vermieden werden. Schwere Ausschreitungen und Unruhen sind in dem einen oder anderen Teile D.-N.s fast in jedem Jahre vorgekommen und werden auch in Zukunft, namentlich da, wo die Verwaltung erst anfängt, Fuß zu fassen, nicht ausbleiben. Von besonders schweren Bluttaten sind zu erwähnen die im Jahre 1900 erfolgte Niedermetzelung der Menckeschen Expedition auf der Insel St. Matthias im nördlichen Bismarckarchipel, die Ermordung von Frau und Kind des Pflanzers Wolff, die sich im Jahre 1901 in fast unmittelbarer Nähe des Gouvernementssitzes, nämlich einige Kilometer hinter Herbertshöhe, ereignete, ferner vor allem die im August 1904 erfolgte Niedermetzelung von 10 Missionaren und Missionsschwestern in St. Paul in den Bainingbergen (Gazellehalbinsel). Daneben waren noch dauernd Fehden der Eingeborenen untereinander zu bekämpfen, und auf den ungeschützten Außenstationen ist fast in jedem Jahr die Ermordung des einen oder anderen Händlers zu verzeichnen gewesen. Besonders schwere Folgen hatte die Ermordung eines Händlers auf der Insel Durour insofern, als die Eingeborenen nach begangener Tat sich sämtlich auf die See flüchteten und die Mehrzahl von ihnen in einem Sturme umkam. Bemerkenswert sind schließlich noch die Anschläge, die zweimal auf die gesamte weiße Bevölkerung in Friedrich- Wilhelmshafen, den Hauptsitz der Verwaltung in Kaiser-Wilhelmsland, gemacht wurden. Dort entgingen im Jahre 1904 die Weißen, einschließlich des Bezirksamtmannes und sämtlicher Beamten, nur mit knapper Not der Niedermetzelung. Ein eingeborener Diener des Regierungsarztes verriet im letzten Augenblick den Anschlag, und es gelang infolgedessen noch rechtzeitig, die Polizeisoldaten unter das Gewehr zu rufen und die hierauf nicht gefaßten Eingeborenen in die Flucht zu schlagen. Ein ähnlicher Anschlag war im August 1912 in Friedrich-Wilhelmshafen geplant; aber auch hier wurde die Tat noch rechtzeitig von Eingeborenen verraten und dadurch die Niederdrückung des Aufstandes ohne Blutvergießen möglich. Die Einwohner der hauptsächlich beteiligten Dörfer Siar, Ragetta, Panutibun, Beliao und Jabob, die bereits an dem Anschlage 1904 teilgenommen hatten, wurden daraufhin von ihren Plätzen weggenommen und an der Raiküste und in Megiar angesiedelt. Auch im Norden von Kaiser-Wilhelmsland, im Bezirk der Station Eitape, hatte die Verwaltung seit Errichtung der Station vielfach Anlaß zum Einschreiten gegen die dort ansässigen kriegerischen Stämme. Dasselbe gilt von den sehr wilden und in hohem Maße kriegerischen Admiralitätsinsulanern, sowie den im Süden von Bougainville wohnenden Salomoninsulanern. - Was die Verwaltungsorganisation hinsichtlich der Weißen anbelangt, so wurde das Schutzgebiet in einzelne Gerichts- und Verwaltungsbezirke eingeteilt. Bezirksämter und Bezirksgerichte wurden eingerichtet in Herbertshöhe und Friedrich-Wilhelmshafen und im Inselgebiet der Karolinen in Jap, Ponape, Jaluit und Saipan. Die Bezirksämter und Bezirksgerichte in Saipan und Jaluit wurden später wieder aufgehoben und in Stationen umgewandelt. Weitere Stationen sind nach und nach, wie schon erwähnt, in Käwieng, Namatanai, Eitape, Kieta, Morobe, Angorum und im Inselgebiet in Nauru, Truk, Angaur und Korror (s. 18. Verwaltung und Rechtspflege) gegründet worden. - Der Schiffahrtsverkehr hat sich im Schutzgebiet seit der Flaggenhissung außerordentlich entwickelt. Während anfänglich nur ein achtwöchentlicher Verkehr zwischen Singapore und Herbertshöhe stattfand, stellte der Norddeutsche Lloyd im Jahre 1902 2 neue über 3000 t große Dampfer ein und ließ 1904 bereits einen dritten folgen. Daneben richtete er einen für die entfernter gelegenen Plätze besonders bedeutungsvollen Küstendienst ein, den er durch zwei besondere Lokaldampfer besorgen ließ. Im Oktober 1905 wurde die Schiffahrtszentrale von Herbertshöhe nach Rabaul verlegt. Es ist dort an ganz geschützter Stelle im Simpsonhafen vom Norddeutschen Lloyd eine Landungsbrücke angelegt worden, die auf beiden Seiten je zwei großen Dampfern Raum zum Löschen und Laden bietet. Statt der ursprünglich einen Linie von Singapore nach Neuguinea sind inzwischen außer dem Küstendienst drei verschiedene Linien eingerichtet worden, die dem Verkehr mit dem Auslande und den Plätzen des Schutzgebiets untereinander dienen (s. 16. Verkehrswesen). Das Jahr 1903 brachte für die Verwaltung hinsichtlich des Schiffahrtsverkehrs insofern einen wesentlichen Fortschritt, als ihr Ende des Jahres ein besonderer Regierungsdampfer "Seestern" zur Verfügung gestellt wurde, der ihr eine viel intensivere Bereisung der verschiedenen Gebietsteile und damit eine viel weitergehendere Einwirkung auf die Eingeborenen ermöglichte. Leider ist dieses Schiff im Jahre 1909 verloren gegangen. Es ist aber inzwischen wieder ein Ersatz hierfür in Gestalt des Dampfers "Komet" im Schutzgebiet eingetroffen. Nachdem die Schiffahrtszentrale nach Rabaul verlegt worden war, folgte auch die Regierung dahin, und zwar war die Verlegung der verschiedenen Abteilungen des Gouvernements, wie auch der Lokalverwaltung und der Gerichte zu Anfang des Jahres 1910 vollendet. Seitdem ist Herbertshöhe nur noch eine Station. - Während der Zusammenschluß des Inselgebiets der Karolinen, Marianen, Palau- und Marshallinseln mit der Zentrale früher nur ein sehr loser war, hat sich in den letzten Jahren auch hierin ein Umschwung vollzogen, da es dem Gouvernement infolge der Bereitstellung eines Regierungsdampfers möglich war, auch mit diesen Inselgruppen in engere Fühlung zu treten. In Fortsetzung dieser Verwaltungspolitik ist seit 1910 das Inselgebiet auch finanziell mit dem sog. alten Schutzgebiet vereinigt worden. - Was die Erschließung des Landes anbelangt, so wurde diese außer durch die Einrichtung und Vorschiebung der einzelnen Regierungsstationen wesentlich durch die verschiedenen Expeditionen gefördert, die im Laufe der Jahre teils in privatem, teils in behördlichem Auftrage im Schutzgebiet tätig waren. Aus den ersten Jahren der Verwaltung sind hier hauptsächlich zu nennen die Huongolf- und die beiden Ramuexpeditionen, die allerdings das ihnen gesteckte Ziel, die Erschließung der goldhaltigen Gebiete von Kaiser-Wilhelmsland, nicht erfüllen, aber doch wertvolle Aufschlüsse über die von ihnen erkundeten Gebietsteile geben konnten. Wertvolle Bereicherungen der Kenntnis von D.-N. brachten sodann auch die beiden Grenzexpeditionen im Süden von Kaiser-Wilhelmsland unter Leitung des Hauptmanns Förster und im Norden von Kaiser-Wilhelmsland unter der Führung des Professors Dr. Schulze 1909 und 1910, die Marineexpedition unter Dr. Stephan, später unter Professor Dr. Krämer, die Expedition von Professor Dr. Sapper und Hauptmann a. D. Dr. Friederici, ferner die Expeditionen der Wissenschaftlichen Stiftung in Hamburg 1908/10 in den verschiedensten Teilen des Schutzgebietes unter Führung von Professor Dr. Fülleborn bez. Professor Dr. Krämer, die vom Hanseatischen Südseesyndikat entsandte Expedition zur Erforschung der Gebiete bezüglich des Phosphatvorkommens unter Dr. Friederici, sowie besonders noch die vom Reichs-Kolonialamt und den Kgl. Museen veranstaltete sog. Sepik- expedition, unter der Führung des Bergassessors Dr. Stollé, die 1912 und 1913 das Gebiet am Oberlauf des Kaiserin-Augustaflusses und an seinen Nebenflüssen eingehend erforschte, und deren Arbeiten noch mit großem Erfolge der Ethnologe Dr. Thurnwald fortsetzt (s. Südsee-Expeditionen). - Auf dem Gebiete der Bekämpfung der Volkskrankheiten ist im Laufe der Jahre durch Entsendung des nötigen Sanitätspersonals und Errichtung von Krankenhäusern ebenfalls ein erheblicher Fortschritt erzielt worden. - Die Erteilung von Schulunterricht an die Eingeborenen mußte mangels vorhandener Mittel bisher in der Hauptsache den Missionen überlassen bleiben. Regierungsschulen konnten in D.-N. bislang nur in der Zentrale Rabaul selbst und im Norden des Inselgebietes in Saipan errichtet werden. - Die Ausbreitung der deutschen Sprache vermochte sich nur langsam durchzusetzen. Sehr hinderlich war hierbei der Gebrauch des sog. Pidgin-Englisch (s.d.). Es ist aber auch hierin in der letzten Zeit ein Wandel zu verzeichnen, und mit der weiteren Heranziehung der Eingeborenen zum Schulunterricht wird die deutsche Sprache allmählich namentlich bei den jüngeren Generationen der Eingeborenen weitere Verbreitung finden. - Was die finanzielle Entwicklung des Schutzgebiets anbelangt so haben sich die Einnahmen im Laufe der letzten 10 Jahre nahezu verzehnfacht. Während sie 1904 erst 211000 M betrugen, sind sie für 1914 auf 2 096 000 M veranschlagt. Die Ausgaben sind im gleichen Zeitraume von 1 482 000 M auf 3 834 000 M gestiegen. Die Haupteinnahmequelle sind die Zölle, die von 49 000 M im Jahre 1908 auf 1150 000 M im Jahre 1914 gestiegen sind. Dieses starke Anwachsen der Zolleinnahmen ist, abgesehen von der natürlichen wirtschaftlichen Entwicklung, hauptsächlich der 1908 erfolgten Einführung eines allgemeinen 10% Wertzolles auf eingeführte Waren, und dem seit einigen Jahren in Kraft gesetzten Ausfuhrzoll von 10 M pro 1000 kg Kopra, dem Hauptprodukte D.-N.s, zuzuschreiben.

Krauß.

Literatur: A. G. Findlay, A directory for the Navigation of the North Pacific Ocean. 2d ed. 1870, und South Pacific Ocean, 4th ed. 1877. - C. E. Meinicke, Die Inseln des Stillen Ozeans. 2. Bd. Lpz. 1875/76. - Nachrichten für und über Kaiser-Wilhelmsland 1885/98, Mitt. a. d. d. Schutzgeb. seit 1888. - Eine wichtige Quelle sind auch die deutschen Seekarten mit ihren jeweiligen Verbesserungen. - R. Fitzner, Deutsches Kolonialhandbuch. 2. Aufl. Bd. II. Berl. 1901. - A. Pflüger, Smaragdinseln der Südsee. Bonn o. J. (1903). - G. Wegener, Deutschland im Stillen Ozean. Bielefeld 1903. - H. Schnee, Bilder aus der Südsee. Berl. 1904. - A. Krämer, Hawai, Ostmikronesien und Samoa. Stuttg. 1906. - R. Parkinson, Dreißig Jahre in der Südsee. Stuttg. 1907. - Hassert, Deutschlands Kolonien. 2. Aufl., Lpz. 1910. - W. Sievers in H. Meyers Kolonialreich, Bd. II. Lpz. und Wien 1910, 301-462 (mit Karten u. Literaturverzeichnis). - K. Dove, Die deutschen Kolonien (Göschen); II. Das Südseegebiet und Kiautschou. St. Richarz, Der geologische Bau von Kaiser- Wilhelmsland. Neues Jahrbuch für Mineralogie usw. Beilage-Bd. XXIX, 1910. - A. Sieberg, Die Erdbebentätigkeit in Deutsch-Neuguinea. Peterm. Mitt. 1910. I, 72 ff. u. 116 ff. B. Schubert, Die fossilen Foraminiferen des Bismarckarchipels und einiger angrenzender Inseln. Abhdlgn. der k. k. geol. Reichsanstalt XX, 4. Wien 1911. - A. Wichmann, Entdeckungsgeschichte von Neuguinea, 2 in 3 Bdn. Leiden 1909/12. - L. Schultze, Forschungen im Innern der Insel Neuguinea; Erg.-Heft Nr. 11 der Mitt. a.d.d. Schutzgeb. Berl. 1914. - Hann, Handbuch der Klimatologie, Bd. II. Stuttg. 1910. - Fitzner, Die Regenverteilung in den deutschen Kolonien. Berl. 1907. Deutsche überseeische Meteorologische Beobachtungen. - Denkschriften über die Entwicklung der Schutzgebiete. - Schumann u. Lauterbach, Flora d. deutsch. Schutzgebiete i. d. Südsee, Lpz. 1901. Nachträge dazu, Lpz. 1905. Daselbst ausführliche Literaturangaben. - Lauterbach, Beiträge z. Flora v. Papuasien in Englers bot. Jahrb., Lpz. 1912 ff. - W. Behrmann, Geographische Ergebnisse der Kaiserin-Augustafluß-Expedition (Ztschr. Ges. Erdkde.). Berl. 1914 S. 254-277.