Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 446

Deutsch - Westafrikanische Bank. Die D. W. B. wurde am 14. Okt. 1904 als deutsche Kolonialgesellschaft durch ein Konsortium begründet, dessen Führung in den Händen der Dresdner Bank und der Deutsch -Westafrikanischen Handelsgesellschaft (s.d.) lag. Das Grundkapital der Bank beträgt 1 Mill. M, eingeteilt in 2000 Anteile zu je 500 M; bei der Errichtung der Bank wurden 25 %, des Kapitals eingezahlt. Die Erhöhung des Grundkapitals über 5 Mill. M erfordert die Zustimmung des RK. Die Bank hat den Zweck, die Zahlungsausgleichungen in den Schutzgebieten Togo und Kamerun sowie den Geldverkehr dieser Länder mit Deutschland und mit dem Ausland zu erleichtern (s. Geld und Geldwirtschaft). Sie darf folgende Bankgeschäfte betreiben: Gold, Silber in Barren und Münzen kaufen und verkaufen, Wechsel und wechselähnliche Papiere mit höchstens 6 Monaten Laufzeit diskontieren, kaufen und verkaufen, zinsbare Darlehen auf längstens 6 Monate gegen Verpfändung der vorgenannten Papiere und auf nicht länger als 4 Monate gegen sonstige bewegliche und unbewegliche Pfänder verleihen. Zu den weiteren Bankgeschäften gehören An- und Verkauf von Staatsschuldverschreibungen und mündelsicheren Papieren, die Übernahme von Inkassos, Vornahme von Überschreibungen, Anweisung und Zahlung gegen Deckung, An- und Verkauf von Effekten und Edelmetallen für fremde Rechnung gegen Deckung bzw. nach Lieferung, Annahme von Geldern im Depositen-, Kontokorrent- und Giroverkehr und Verwahrung von Wertgegenständen. Mit Genehmigung des RK. ist es der Bank gestattet, sich bis zur Höhe eines Drittels des eingezahlten Grundkapitals an gleichartigen Unternehmungen zu beteiligen. Sitz und Gerichtsstand der Bank ist Berlin. Sie ist berechtigt, überall in den Schutzgebieten Togo und Kamerun, sowie mit Zustimmung des RK. in anderen Territorien, Zweiganstalten oder Agenturen zu errichten. Die Dauer der Bank ist nicht beschränkt. Im Schutzgebiet Togo hat die Bank in Lome eine Zweigniederlassung errichtet. Im Schutzgebiet Kamerun befindet sich eine Zweigniederlassung der Bank in Duala. Die Ksl. Gouvernements von Togo und Kamerun unterhalten bei den Filialen in Lome und Duala Guthaben und lassen einen Teil der Kassengeschäfte durch die Banken ausführen. Im ersten Geschäftsjahre ist eine Dividende nicht verteilt worden. Die Dividende betrug in den nächsten Jahren 5, 5, 5, 8, 10 und 1911 sowie 1912 wiederum 10 %. - Zur Förderung des Sparsinns der Eingeborenen hat die Niederlassung in Lome eine Sparkassenabteilung errichtet (s. Sparkassen).

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