Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 312 f.

Deutsche Schutzgebiete. Der deutsche Kolonialbesitz umfaßt folgende Schutzgebiete (Zahlen nach Stand 1913):
1. Deutsch-Ostafrika 995 000 qkm groß mit 7 645 000 Eingeborenen und 5336 Weißen;
2. Deutsch-Südwestafrika 835000 qkm groß mit 78 810 Eingeborenen und 14830 Weißen;
3. Kamerun 795000 qkm groß mit 2648610 Eingeborenen (ohne Neukamerun) und 1871 Weißen;
4. Deutsch-Neuguinea 242 000 qkm groß mit 600 000 Eingeborenen und 1427 Weißen;
5. Togo 87 000 qkm groß mit 1031715 Eingeborenen und 368 Weißen;
6. Samoa 2570 qkm groß mit 34124 Eingeborenen und 2400 nichteinheimischen Farbigen (Chinesen usw., ferner 1000 Mischlingen) und 557 Weißen;
7. Kiautschou 550 qkm groß mit 187000 Chinesen und 4470 Weißen. Also insgesamt einen Flächeninhalt von 2900000 qkm (mehr als das Fünffache der Fläche des Deutschen Reiches) mit rund 12 Mill. Einwohnern (weniger als ein Fünftel der Einwohnerzahl Deutschlands). Die weiße Bevölkerung betrug am 1. Jan. 1913 insgesamt 24389 Köpfe.
Weiteres s. unter den die einzelnen Schutzgebiete betr. Artikeln. S.a. Schutzgebiete.

Literatur: Es werden hier nur einige Werke aufgeführt, die sich auf sämtliche Kolonien beziehen. S. im übrigen die Art. Koloniale Handbücher und die Literaturangaben unter den einzelnen Schutzgebieten. H. Meyer, Das deutsche Kolonialreich. 2 Bde. Leipz. und Wien 1910. - K. Hassert, Deutschlands Kolonien. 2 Bde. 2. Aufl. Leipz. 1910. - Das überseeische Deutschland. - Die deutschen Kolonien in Wort und Bild, bearb. von Hutter, Dove u. a. 2 Bde. 2. Aufl. Stuttg. 1911. - Die deutschen Kolonien, hrsg. von Kurd Schwabe. 2 Bde. Berl. - Eine Knappe zusammenfassende Darstellung gibt: Schnee, Unsere Kolonien. Leipz.; erscheint 1914 in 2. Aufl. - Seit 1892 erscheinen jährlich die amtlichen Jahresberichte der deutschen Schutzgebiete; 1892-1908 als Reichstagsdrucksachen, seit 1909 in Buchform unter dem Titel: Die deutschen Schutzgebiete in Afrika und der Südsee. Berlin. - Seit 1884 erscheint periodisch Brose, Die deutsche Kolonialliteratur, Berlin; fortgesetzt seit 1907 von Henoch.