Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 312

Deutscher Landwirtschaftsrat, begründet 1872, hat den Zweck, die landwirtschaftlichen Interessen im Gesamtumfang des Deutschen Reiches wahrzunehmen und überall, wo sie durch die Gesetzgebung oder andere Maßnahmen der Reichsregierung gefördert werden können oder Gefahr laufen, geschädigt zu werden, Gutachten abzugeben oder auch unaufgefordert an den RK. Vorstellungen oder Anträge zu richten. Der D. L.-R. besteht aus Abgeordneten der in den deutschen Bundesstaaten und den deutschen Kolonien errichteten und behördlich anerkannten landwirtschaftlichen Vertretungen. Die Gesamtzahl der Mitglieder beträgt 75. Außerdem ist der Ausschuß berechtigt, Vertreter der Wissenschaft zu kooptieren. Seit längerer Zeit besteht beim D. L.-R. eine besondere Kommission für die koloniale Landwirtschaft, die insbesondere bei den alljährlich im Frühjahr in Berlin tagenden Plenarversammlungen in Tätigkeit tritt.

Busse.