Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 447 ff.

Diamanten, die kostbare Erscheinungsform des Kohlenstoffs, sind bislang nur aus einem unserer deutschen Schutzgebiete, aus Deutsch-Südwestafrika bekannt geworden, treten hier aber in einer für die Weltproduktion bedeutsamen Menge auf.

Die Vorkommen (s. die Kartenskizze) liegen entlang der Küste, kaum weiter als 15 km von ihr ab. Sie sind von der Empfängnisbucht südlich Swakopmund bis in die Gegend der Roastbeefinsel zwischen Lüderitzbucht und Oranjefluß, also auf einer Strecke von rund 400 km, allerdings nicht ohne Unterbrechung nachgewiesen worden. Je ein D. ist bei Nauchabgaus östlich Berseba, auf Farm Amalla südöstlich Gibeon, nahe bei Gibeon und bei Kap Cross nördlich Swakopmund gefunden worden; die Herkunft ist unaufgeklärt geblieben, sie dürften dorthin verschleppt sein. Die Ablagerungen an der Küste sind Seifen, teils lose, heute noch sich bildende, teils verfestigte fossile, wenn auch geologisch junge. Der Ursprung der D. ist auch hier noch nicht erkannt und die geologische Geschichte ihrer Ablagerung noch nicht genügend geklärt worden. Die Gewinnung findet nur erst aus den losen Massen statt; ob die verfestigten dafür in Betracht kommen werden, muß sich erst zeigen, ihre Verbreitung tritt auch hinter der von jenen zurück. - Das D.gebiet ist Wüste, es ist besonders im Süden bergig. Der Untergrund besteht zumeist aus geologisch sehr alten Gebilden. Zu beiden Seiten südnördlich streichender Zonen von aufgerichteten sedimentären Schichtgesteinen, von Glimmerschiefer, Quarziten und kristallinen Kalken und Dolomiten, deren eine z.B. südlich Pomona im Bogenfels an die Küste herantritt, während eine andere im Norden durch die Sylviahöhen zieht, treten ausgedehnte Massen von Granit verschiedener Art und Diorit auf, die vielfach gneisartig abändern, auch Zonen kristalliner Schiefer und einen eigenartigen Bändergneis umschließen, der sich durch Intrusion unzähliger heller Aplitlagen in dunklen biotitreichen Gneisschiefer herausbildete. Sie setzen die Gegend von Pomona bis zur Spencerbucht und bei der Empfängnisbucht hauptsächlich zusammen. Im Bogenfelser Schichtgesteinsstreifen setzt ein Nephelinsyenit auf, der südöstlich Pomona eine mächtige Bergkuppe, den "Granitberg" bildet. Gänge von rötlichgrauen und schwärzlichen porphyrischen Eruptivgesteinen verschiedener Art (aus der Gruppe der Bostonite, Tinguaite, Camptonite und Monchiquite) sowie von Quarz durchsetzen den alten Untergrund. Im Pomonagebiet wenigstens hat er einstmals eine Ebene gebildet, auf der als Rest einer darauf abgelagerten Formation die aus Quarzitkonglomerat bestehenden Tafelberge dieses Gebietes liegen. Ihrer Abtragung folgte eine weitere Umgestaltung des Geländes, wobei große Weitungen und enge Buchten an der Küste, Becken und besonders nordsüdlich gerichtete, durch Schwellen oft in wannenartige Abschnitte geteilte Talungen entstanden. In ihnen liegen geologisch junge Gebilde. Von Süden her bis Bogenfels sind es Mergel und Sandsteine von beträchtlicher Mächtigkeit, in denen Versteinerungen andeuten, daß sie tertiäre Meeresablagerungen sind. Um Bogenfels breiten sieh Schotter mit durch Kalk gefestigter Kruste aus, und weiter nach Norden bis Kolmanskuppe hin finden sich in den Einsenkungen mehrfach als Reste größerer Ablagerungen Mergel, Sandsteine mit kalkigem Bindemittel und verfestigte Geröllager, die vermutlich gleiches geologisches Alter haben und bis über 100 m Meereshöhe erreichen. Ihre Mächtigkeit wechselt, ist meist gering, erreicht aber in rinnenförmigen Auskolkungen und Becken bei Kolmanskuppe 30 m. Mit ihren losen, sandigen Zerstörungs- und Umlagerungsprodukten mischt sich der Verwitterungskies und - sand der umgebenden Felsen, der aber auch für sich in den Senken sich ausbreitet. Im allgemeinen findet sich im Norden, nach der Empfängnisbucht hin, der Sand in viel geringerer Stärke als im südlichen D.gebiet um Lüderitzbucht herum. Als jüngste bewegliche Gebilde erscheinen die Wanderdünen. Die Sandsteine, Schotter und losen Sande bestehen großenteils aus Trümmern, die mit denen der benachbarten Gesteine übereinstimmen, aber sie enthalten meist noch einen der bekannten Umgebung fremden, auffälligen Bestandteil, nämlich Chalzedongerölle in Gestalt von roten, braunen, gelben und gestreiften Achaten und schwarzem, rotem, braunem, gelbem und grünem Jaspis. In Schottern erreichen sie neben den oft größeren Geschieben von Quarz, Quarzit und Porphyr wohl Hühnereigröße, in Sanden Fallen sie wohl auch manchmal durch ihre Größe auf, stimmen aber meist darin mit den übrigen Sandkörnern überein, die aus Quarz, aus an Menge wechselndem Feldspat, untergeordneten Körnchen von Granat, Epidot, Magneteisen, Eisenglanz und Glimmerschüppchen, örtlich auch Brauneisenerz und Schwefelkies bestehen. Die chalzedonführenden Sande sehen oft eigenartig bunt aus, ihre Körner sind gewöhnlich gut abgerollt, besonders trifft das für die Sande nördlich und östlich der Elisabethbucht bis über Kolmannskuppe hinaus zu, ist aber anderwärts, z.B. im Pomonagebiet, nicht oder nicht in dem Maße der Fall. Vollkommene Rundung der Trümmer und Chalzedongehalt können hier fehlen. Neben den größeren, einige Millimeter messenden Körnern tritt viel Feinsand auf, der über 4/5 der Masse ausmachen kann, aber an der Oberfläche durch den Wind fortgeblasen ist. In den bunten Sanden sind die D. bei Kolmannskuppe im April 1908 zuerst aufgefunden und, in deren oberen, von Feinsand befreiten, angereicherten Teilen gewonnen worden; nachher sind sie auch in den tieferen Teilen der Sande und zwar bis zu 6, 8 und mehr Meter Tiefe und auch in den darunter folgenden Sandsteinen nachgewiesen worden. Sie scheinen in gewissen tieferen Lagen manchmal angericheert zu sein. In dem nördlichen D.gebiet zwischen Hottentottenund Empfängnisbucht sind achatführende Sande auch vielfach die Träger der D. Daß aber chalzedonführende Ablagerungen auch durchgängig D. enthalten und etwa um so mehr, je größer der Reichtum an Chalzedon ist, darf nicht angenommen werden. Nicht nur sind chalzedonreiche bunte Sande in manchen Gebieten diamantfrei befunden worden, auch chalzedonarme bis -freie können umgekehrt, wie z. B. das reiche Pomonagebiet zeigt, außerordentlich viel D. enthalten. Auch auf der Strecke der Küste, innerhalb der die D. vorkommen, sind sie nicht überall und durchaus rächt gleichmäßig zu. finden. Größere diamantfreie Gebiete trennen die diamantführenden, in denen der Edelstein manchmal wunderbar angereichert ist. - Die Größe der meist deutlich kristallisierten D., deren Gestalt überwiegend ein gerundetes Rhombendodekae der ist und die zudem deutliche Spuren der Abrollung nur selten erkennen lassen, ist im Durchschnitt gering. Im Gebiet von Kolmannskuppe gehen etwa 6 - 7 auf ein Karat. Kleiner sind sie im ganzen in den nördlichen Gebieten, größer südlich von Lüderitzbucht, insbesondere im Pomonagebiete, wo etwa 3 auf ein Karat gehen. Die Regie stellte fest, daß 1912 (1911) von den eingelieferten Steinen 6,09 (6,5) auf 1 Karat gingen. Über 1 Karat wogen nur 0,49 (0,14), unter 1/4 Karat aber 60,74 (65,57) Prozent der Produktion, die allerdings bisher so gut wie ausschließlich aus den sog. Südfeldern (südl. vom 26° südl. Br.) der Umgegend von Lüderitzbucht bis Bogenfels stammt. Die Steigerung der durchschnittlichen Größe in 1912 ist Folge der Förderung größerer Steine im Pomonagebiete, wo der Abbau im Herbst dieses Jahres begann. Beiderseits der Südgrenze dieses Gebietes wurden im südlichen Idatale eine Anzahl Diamanten von etlichen Karat Schwere gefunden, und aus der Nachbarschaft stammen auch die beiden bis jetzt größten von 34 und 33 Karat. Einer von 17 Karat fand sich bei Bogenfels. Ist nun bisweilen unverkennbar, daß innerhalb zusammengehöriger Ablagerungen, z. B. innerhalb einer Talung von Süden nach Norden, also in der Richtung des herrschenden Windes, die Größe der D., manchmal auch ihre Häufigkeit abnimmt, so mag der Wind die Sonderung nachträglich bewirkt haben; immerhin ist zu berücksichtigen, daß sie auch bei der ursprünglichen Einschwemmung schon angelegt sein kann. Die Abnahme der durchschnittlichen Größe der D. im ganzen Gebiete von Süden nach Norden, von der Gegend Bogenfels - Pomona ab bis zur Empfängnisbucht, mit der im großen ganzen auch ein Sinken des Diamantgehalts in den Sanden Hand in Hand geht, ist ursprüngliche Anlage. Gleichmäßig geht diese Abnahme freilich nicht vor sich, sondern mit Rückfällen, wie denn, überhaupt ungleiche Verteilung und zum Teil auch Größenwechsel der D. im einzelnen charakteristisch für die Ablagerungen ist. Sie sind strichweise verteilt, ohne daß aber eine Gesetzmäßigkeit dabei vorliegt. An der Oberfläche sind sie angereichert, weil hier der Wind den Feinsand forttreibt, der zwischen den größeren Körnern liegt. Je mehr Sand entfernt wird, um so höher steigt der Diamantgehalt des Restes. In der Umgebung von Kolmannskuppe war in den oberen, an der Oberfläche ausgeblasenen 10 - 15 cm der reicheren Sandablagerungen ein Gehalt von 2 1/2 -5 Karat in 1 cbm nicht selten, er betrug über große abgebaute Flächen hin im Durchschnitt immer noch ungefähr die Hälfte davon, wurde aber in den nicht ausgeblasenen Teilen des Sandes nur zu kaum 1/2 Karat befunden. Im Bogenfelser Gebiet wird es kaum anders sein, in den Nordfeldern werden diese Gehalte wahrscheinlich nicht erreicht werden, wie Befunde lehren. Dabei ist immer zu berücksichtigen, daß sie davon abhängen, wie weit man den Abbau aus erfahrungsgemäß reicheren Teilen der Sandmassen in durch Probeuntersuchung als ärmer erkannte, vielleicht an der Grenze des gegenwärtig rentabel gewinnbaren Gehalts an D. stehende übergreifen läßt. Unhaltige Sande gibt es überall neben reichen, auch im Pomonagebiet, wo in kleinen, fingerdicken ausgeblasenen Sandresten von Handgröße manchmal mehr als 5 Karat D. zu finden waren, also auf das Kubikmeter berechnet etliche tausend Karat auf diese Menge anzunehmen wären. Im Idatal des Pomonagebietes lagen die D. streckenweise wie hingesät auf der Oberfläche des Sandes. Auch in den Schottern bei Bogenfels und ebenso in den durch Kalk verfestigten Sandsteinen südlich Kolmannskuppe sind D. gefunden worden, in jenen sehr spärlich, in diesen in Menge. Es ist nun nicht unwahrscheinlich, daß die D. wie die Chalzedone zunächst in derartige tertiäre Ablagerungen gelangt sind und daß sie das Meer mit ihnen zusammen schon in ungleicher Verteilung absetzte. Bei ihrer Zerstörung wurden sie mit umgelagert und in den Sanden örtlich angereichert. Fremdlinge sind sie aber auch in jenen Ablagerungen, in denen sie ja nicht entstanden sind. Woher sie ursprünglich stammen, ist noch nicht ausgemacht. Die Granite und Gneise, die Diorite, Syenite und Ganggesteine der Umgebung kommen als Heimat nicht in Betracht. Auch die Heimat der Chalzedone ist noch nicht gefunden worden. Bestände zwischen ihnen und den Diamanten, die sie begleiten, ein Ursprungszusammenhang, so würde man auf Mandelsteine, jedenfalls Diabase, als Muttergestein geführt. Aber wo liegen diese, die die Menge unserer D. geliefert haben könnten? In Deutsch-Südwestafrika und südlich davon kennen wir sie nicht. So bleibt zunächst die natürlichste Annahme, daß die Edelsteine gleich den D. der benachbarten Südafrikanischen Union aus Blue ground (s.d.) stammen, von dem Lagerstätten in der Nähe des südlichen Diamantgebietes, wo die großen Steine gefunden werden, anstanden und in der geologischen Vergangenheit, etwa in der Zeit des mittleren Tertiärs abgetragen und verfrachtet worden sind. Und da der bekannte blue ground im Innern des Landes, im Gibeoner und Berseba ner Gebiete taub ist (s. blue ground), anderer auf dem Festlande nicht bekannt oder sonstwie angedeutet ist, so ist mit der Möglichkeit zu rechnen, daß die ursprünglichen Lagerstätten jetzt vom Meere bedeckt sind. Auffällig bleibt immerhin, daß von den charakteristischen Mineralien des blue ground in den Diamantsanden noch nicht eines beobachtet worden ist; sie müßten zerstört worden sein, während der D. unversehrt blieb. Die Monchiquitgänge im Pomonagebiete stützen insofern die Meinung, daß blue ground in Betracht kommt, als dieses Gestein auch in Südafrika neben blue ground auftritt. - Die Gewinnung der D. findet unter recht verschiedenen Bedingungen statt, je nach der Zugänglichkeit des Gebietes, der Entfernung von der Bahn und Lüderitzbucht, dem Diamantgehalt der Ablagerungen, ihrer Ausdehnung und Mächtigkeit, Größe der D. u. dgl. Die Nordfelder sind überhaupt unter Geltung der früheren hohen Bruttoabgaben nicht abbauwürdig gewesen. Jetzt stufen sich die Gefälle nach der Höhe der Unkosten ab. Dies wird die Gewinnung begünstigen, denn manche arme Lagerstätten werden nun abbauwürdig sein. Die Abgaben betragen 66/100 der Betriebseinnahmen, vermindert um 70/100 der Betriebskosten, wobei 2,50 M für jedes Gramm der in den Südfeldern, 10 M für jedes Gramm der in den Nordfeldern gewonnen D. als Ersatz für Aufwendungen bis zur Verleihung des Abbaurechtes den Betriebskosten zugeschlagen werden dürfen. Bei mehr als 90 % Unkosten ruht die Steuer. Die Regie erhält 2 % des Betriebserlöses und 2 % der Gefälle. (S. a. Diamantengesetzgebung.) Die Gewinnungskosten für das Karat schwanken bei den um Kolmannskuppe bauenden großen Gesellschaften zwischen ungefähr 4 1/2 und 6 M. Für Pomona trifft vorläufig, solange das leicht aufnehmbare Gut der reichen Stellen gewonnen wird, die Hälfte zu; im Bogenfelser Gebiet dagegen sind sie mindestens 2 1/2 mal so hoch, noch höher jedenfalls in den sog. Nordfeldern. - Die Art der Gewinnung ist noch nicht überall vollkommen. Der durch Sieben von Feinsand befreite Kies wird teilweise noch mit der Hand in Sieben gewaschen und gesetzt, aus der Anreicherungsstelle der schweren Mineralien wird der D. dann ausgelesen. Hierbei ist mit mindestens 30 % Verlust zu rechnen. Meist wird aber der diamanthaltige Kies in Aufbereitungsanlagen mit Schiechelschen Setzmaschinen (Schiecheltöpfen) verarbeitet. In ihnen wird das Gut im aufsteigenden Wasserstrom durch Luftstöße in auf- und absteigender Bewegung gehalten, und eine Sonderung der im Siebe sich ansammelnden schweren Minerale samt D. von den al1mählich abtreibenden Tauben Massen recht gut erreicht. 12 Schiecheltöpfe setzen in 24 Stunden etwa 90 cbm gesiebten Kies durch. Das Verfahren wird an den verschiedenen Stellen je nach der Nutzbarkeit des Sandes bzw. seiner Größenklassen etwas Verschieden gehandhabt. Im allgemeinen gilt folgendes: Der Rohsand wird durch Schüttelsiebe von den Stücken über 8 mm Größe, die gegebenenfalls gebrochen und weiter verarbeitet werden, sowie vom Feinsand unter 2 mm Korngröße befreit. Von letzterem wird die Abscheidung und Verarbeitung des Teiles von 3/4 -2 mm nötigenfalls durchgeführt, oder er geht mit dem feinsten Korn als zu arm zur Halde. Der Anteil von 2 - 8 mm wird in Klassen von 2 - 4 mm und 4 -8 mm Korngröße zerlegt, wenn nicht etwa letzterer als zu arm erkannt worden ist. Der Anteil von 2 - 4 mm ist der in erster Linie zu berücksichtigende, in ihm sind die meisten D. enthalten. Die Konzentrate aus den ersten Schiecheltöpfen werden abermals durchgesetzt, und dieses zweite Konzentrat durch magnetische Scheidung von den eisenreichen Mineralien befreit. Aus dem d.führenden Reste wird dann sofort (oder auch erst nach abermaligem Durchsetzen) mit der Hand der D. ausgelesen. Die Verluste bei dieser Verarbeitungsart sind gering, kaum mehr als 2 %. Bestimmte Erfahrungen bedingen manchmal eine etwas andere Einteilung der Korngrößen. Neben Schiecheltöpfen sind auch Harzer Setzmaschinen noch im Gebrauch. Die deutsch - südwestafrikanischen D. sind von guter Qualität, sie sind besser als die südafrikanischen von gleicher Größe. Der Anteil an bester weißer Schleifware in wohlgeformten, geschlossenen Kristallen (finest white und white mêlée) ist zwar niedrig, sinkt bis 0,5 %, und die Hauptmasse der Kristalle (mêlée) ist auch wie in Südafrika kapweiß (cape white) bis gelblich, wozu ein großer Anteil weißer "cleavage" und unregelmäßig (irregular) geformter Steine kommt, dafür ist aber auch der nicht schleifwürdige Ausschuß (rejection und boart) sehr gering, geht herab bis zu 3,75 %. Der Wettbewerb mit Südafrika wird durch die hier gewonnenen großen und leinen D. erschwert, aber dafür liefert Deutsch -Südwestafrika die Mêléeware zurzeit am besten und billigsten in der Welt. - Die aufgezeichnete Produktion und die von der Regie seit 1. März 1909 verkauften Mengen nebst Preisen geben die Tabellen. Seit Auffindung der D. bis Ende 1913 sind rund 4 700 000 Karat im Werte von etwa 150 Mill. M gewonnen worden; 1912 (1913) war es rund der sechste (der fünfte) Teil der Weltproduktion der Menge, der achte (vierte) dem Werte nach.

 

Die starke Erhöhung des Preises ist Folge der Gewinnung großer und guter Steine hauptsächlich im Pomonagebiet und seiner Nachbarschaft. Der Reichtum des ersteren an Diamant gestattete leichte Gewinnung und die Erreichung der hohen Jahresförderung des Landes. Für 1914 ist Beschränkung der gesamten Förderung auf etwa 1 Mill. Karat verordnet worden.

Literatur: Scheibe, Artikel Diamant in Dammer Tietze: Die nutzbaren Mineralien, Stuttg. 1913. In Bange, Beiträge zur geologischen Erforschung der deutschen Schutzgebiete, Heft 2, Berl. 1912, ist die sonstige Literatur angeführt.

Scheibe.