Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 457

Diebstahl bei Eingeborenen, Vergehen gegen das Eigentum sind auf primitiven Kulturstufen nur in geringem Maße möglich, da das Privateigentum auf persönliche Gebrauchsgegenstände beschränkt ist, auf den höheren finden sich widersprechende Anschauungen. Die Aneignung von Nahrungsmitteln u.a. wird vielfach überhaupt nicht als D. angesehen oder sehr milde beurteilt und mit einigen Schimpfworten abgetan, anderwärts wieder besonders streng (Tod, Sklaverei, Verstümmelung) bestraft, wobei der Dieb oder seine Sippe Schadenersatz zu leisten hat.

Thilenius.