Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 462

Dienstentlassung kann entweder auf Antrag des Beamten oder gegen seinen Willen erfolgen. Auch einem noch dienstfähigen Beamten kann die Entlassung nicht verweigert werden, vorausgesetzt, daß er seine amtlichen Geschäfte erledigt und über eine ihm etwa anvertraute Verwaltung von fiskalischem Vermögen vollständige Rechnung gelegt hat. Der Beamte behält in diesem Falle seinen Titel unter Fortfall des Gehalts- und Pensionsanspruchs. Gegen den Willen des Beamten kann die D. erfolgen, wenn er unter dem ausdrücklichen Vorbehalte des Widerrufs oder der Kündigung angestellt war (§ 2 ReichsBG.), und wenn die zuständige Behörde von dem Widerrufs- oder Kündigungsrechte Gebrauch macht. Ist der Beamte dagegen auf Lebenszeit angestellt, so bedarf es zur Entlassung gegen seinen Willen eines förmlichen Disziplinarverfahrens (s.d.). Die D. stellt sich dann als Entfernung aus dem Amte dar (§ 75 ReichsBG.). Sie hat den Verlust des Titels und Pensionsanspruchs zur Folge, sofern nicht in der Entscheidung der Disziplinarbehörde ein Teil des gesetzlichen Pensionsbetrages auf Lebenszeit oder auf gewisse Jahre belassen wird.

v. König.