Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 463

Dienstperioden. Das Klima in den Kolonien bringt es mit sich, daß der Beamte nach gewissen Zeiträumen eines nicht zu knapp bemessenen Erholungsurlaubes bedarf. Auch ist es, um ihn geistig frisch und regsam zu erhalten, wünschenswert, daß er die Verbindung mit der Heimat und ihren Kultureinflüssen nicht verliert. Es wird ihm daher nach einer bestimmten Dienstzeit ein Heimatsurlaub bewilligt. Die Zeiträume, nach welchen der Anspruch auf Heimatsurlaub begründet ist - D. - sind je nach dem Klima und der Entfernung der betr. Kolonie verschieden bemessen. Sie sind in den Urlaubsvorschriften (für Kiautschou vom 15. Juni 1910, MVBl. S. 15, für die übrigen Kolonien vom 31. Mai 1901, 18. Juli 1907, 11. Juli 1910, KolGG. VI 331, XI 827, KolBl. 1910 S. 649, für die Schutztruppenangehörigen SchtrO. § 18) festgesetzt und betragen für Kiautschou 4 Jahre, für Deutsch -Südwestafrika und die Schutzgebiete der Südsee 3 Jahre, für Deutsch - Ostafrika 2 Jahre, für Kamerun und Togo 1 1/2 Jahre. Für Deutsch - Südwestafrika ist eine Verlängerung in Aussicht genommen.

v. König.