Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 464 f.

Dienstzeit. Die D. kommt besonders in Betracht für die Gewährung der Dienstalterszulagen (s. Diensteinkommen), die Bewilligung von Heimatsurlaub (s. Dienstperioden) und für die, Gewährung und Berechnung der Pensionen (s.d.). Nach § 34 des ReichsBG. das in dieser Beziehung auch auf Kolonialbeamte Anwendung findet, die aus dem Reichs- oder heimischen Staatsdienst übernommen sind, erhält jeder Beamte, welcher sein Diensteinkommen aus der Reichskasse bezieht, eine lebenslängliche Pension, wenn er nach einer D. von wenigstens zehn Jahren infolge eines körperlichen Gebrechens oder wegen Schwäche seiner körperlichen oder geistigen Kräfte zu der Erfüllung seiner Amtspflichten dauernd unfähig ist und deshalb in den Ruhestand versetzt wird. Nach §§ 45 ff des ReichsBG. wird die D. vom Eintritt in den Reichsdienst an gerechnet. Die Zeit unentgeltlicher Beschäftigung wird nur insoweit berücksichtigt, als die Beschäftigung zur Erreichung eines mit einem Diensteinkommen verbundenen Amtes bestimmt war. In Anrechnung kommt nicht nur jeder Reichsdienst, sondern auch die Zeit, während welcher ein Beamter im Dienste eines Bundesstaates sich befunden hat, oder eine außerdienstliche praktische Beschäftigung, sofern sie zwecks Anstellung im Reichs- oder Staatsdienst behufs der technischen Ausbildung in den Prüfungsvorschriften ausdrücklich angeordnet ist. Angerechnet wird ferner die im einstweiligen Ruhestand unter Bezug von Wartegeld zugebrachte Zeit. Der Zivildienstzeit wird die Zeit des aktiven Militärdienstes hinzugerechnet. Die D. vor dem Beginne des 18. Lebensjahres bleibt, abgesehen vom Kriegsfalle, außer Berechnung. Wegen der Hinzurechnung von Kriegsjahren vgl. § 49 RBG., wegen der Doppelrechnung der in den Schutzgebieten oder auf Seereisen in außerheimischen Gewässern zugebrachten D. sowie wegen der nach längerer Kolonial - D. zuständigen Tropenzulagen §§ 24 ff KolBG. und die Art. Pensionen und Doppelrechnung von Dienstjahren.

v. König.