Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 465

Dikoa, Hauptstadt von Deutsch - Bornu in Kamerun, liegt am linken Ufer des Jadseram in der fruchtbaren Ebene, die sich vom Mandaragebirge bis zum Tsadsee erstreckt. Sie ist mit einer Mauer aus Luftziegeln umgeben, die Hütten der Kanuri (s.d.), Haussa (s.d.) und Araber (s.d.) liegen aber außerhalb derselben, ebenso der große, Markt. Nur der Sultan und seine Großen bewohnen die innere Stadt. D., vorher ein unbedeutendes Dorf, verdankt seine Größe Rabeh (s.d.), der von 1893 bis zu seinem Sturze 1900 dort residierte. Die bunte Mischung der Bevölkerung, Eingeborene Kanuri, herrschende Fulbe (s.d.), handeltreibende Haussa und Araber und Schwarze aus weit entlegenen Ländern des Sudan, erklärt sich durch die Raub- und Beutezüge und die Anziehungskraft des prächtigen Hofhalts. Seit der Einnahme D.s durch die Franzosen 1900 ist die Bewohnerzahl von 100 000 auf die Hälfte gesunken, trotzdem und trotz der rivalisierenden Neugründung der engl. Stadt Maiduguri bleibt D. von hoher Bedeutung als Markt an der großen Völkerpforte zwischen Tsadsee und Gebirge, und als Knotenpunkt der Karawanen aus Tripolis und dem Nigergebiet zum ägyptischen Sudan. D. ist Sitz eines Postens. Die Zugehörigkeit D.s zu Deutsch -Kamerun wurde 1902 von den Engländern bestritten, bis erneute Messungen seine geographische Lage sicherstellten. Ein Symbol der prächtigen Hofhaltung des Sultans ist der metallene Reiterhelm der Leibgarde des Herrschers (s. Farbige Tafel Kamerun Abb. 10), dessen Stolz, wie der aller übrigen Herrscher des Zentralsudans, die Unterhaltung einer gut berittenen Reitertruppe ist.

Literatur Dominik, Vom Atlantik zum Tsadsee. Berl. 1908.

Passarge - Rathjens.