Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 467 f.

Disziplinarbehörden, entscheidende, in erster Instanz die Disziplinarkammer für die Schutzgebiete, in zweiter Instanz der Disziplinarhof für die Schutzgebiete. Sitz der Diszplinarkammer ist Potsdam, Sitz des Disziplinarhofs Berlin (AusfBest. zum KolBG. vom 8. Juni 1910, RGBl. S. 1091 § 5, auch wegen der GeschO.). Die Disziplinarkammer besteht aus sieben, der Disziplinarhof aus elf Mitgliedern. Bei jener müssen der Präsident und wenigstens drei Beisitzer, bei diesem der Präsident und wenigstens fünf Beisitzer sich in richterlicher Stellung im Dienste des Reichs oder eines Bundesstaats befinden. Die Mitglieder werden für die Dauer der zur Zeit ihrer Ernennung von ihnen bekleideten Reichs- oder Staatsämter vom Kaiser ernannt; sie werden für die Erfüllung der Obliegenheiten ihres Amtes verpflichtet. Die Disziplinarkammer entscheidet in der Besetzung von fünf, der Disziplinarhof in der Besetzung von sieben Mitgliedern. Der Vorsitzende und bei der Disziplinarkammer wenigstens zwei, beim Disziplinarhof wenigstens drei Beisitzer müssen zu den richterlichen Mitgliedern gehören. Für Schutztruppenbeamte, welche ausschließlich unter Militärbefehlshabern stehen, vgl. § 53 für die richterlichen Justizbeamten der Schutztruppen § 54 KolBG.

v. König.