Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 469

Djerem, rechter Nebenfluß des Sanaga (s.d.) in Kamerun. Sein größter Quellfluß, der Wina, entspringt südlich des Berges Katil auf dem Hochland von Ngaundere, fließt erst nordwestlich bis in die Nähe von Ngaundere und biegt dann in südwestliche Richtung um. Bald nachdem er sich mit dem Djerem vereinigt hat, nimmt er südöstliche Richtung an und fließt so dem Sanaga zu, die Ndumbischwelle, die sich davorlegt, durchbrechend. Der D. durchfließt das sog. Siebenstromland der Fulbe, auch die Djerembucht genannt. Es ist dies ein Becken, das im Norden zum Ngaunderehochland, im Osten zum Baiahochland, im Süden zur Ndumbischwelle und im Westen zur Tibatischwelle ansteigt und eine durchschnittliche Meereshöhe von etwa 800 m besitzt. Die Niederungen dieser welligen Hochfläche sind sumpfig, die Flußläufe teilweise mit Booten befahrbar und an beiden Seiten mit Galeriewald bestanden. Die Vegetation der D.-Bucht besteht sonst aus Grasland. - Die Völker, die an den Ufern des D. sitzen, sind die Wute im Unterlauf, die Mbum und die Baia im Oberlauf. In der Gegend von Tibati sitzen Fulbe. Tibati (s.d.) am Mengflusse, einem. Nebenflusse des D., ist die wichtigste Siedelung dieses Gebietes.

Passarge - Rathjens.