Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 470

Dodoma, Ort und Verwaltungsbezirk in Deutsch-Ostafrika.

1. Der Ort D. ist eine Station der Zentralbahn (s. Eisenbahnen I b), 463 km von Daressalam, 385 km von Tabora, etwa 1130 m ü. d. M., mit Betriebswerkstätten, in dem gleichnamigen Gau D. des Landes Ugogo (s.d.) in besonders gesunder Gegend gelegen. Die Regenmenge beträgt weniger als 500 mm. Seit 1912 ist D. Sitz des bis dahin in Mpapua befindlichen Bezirksamts. Die Auffassung, daß in der Gegend von D. oder sonst irgendwo die Zentralbahn den Ostrand des Großen Ostafrikanischen Grabens (s.d.) überwindet, ist völlig unhaltbar. Eine Grabenform gibt es hier nicht. -D. hatte 1913 Post und Telegraph, ein Hotel, eine europäische Firma, etwa 25 indische und arabische Geschäftsleute, 59 Mann Polizeitruppe.

2. Der Bezirk D. ist 70 700 qkm groß. Er besteht aus den der Zentralbahn benachbarten Teilen der früheren Bezirke Mpapua und Kilimatinde; er umfaßt die Landschaften Ujansi, Turu, Ugogo, das östliche Ukimbu (Itumba), das westliche Ussagara (s.d.). Die Zahl der Eingeborenen betrug Anfang 1913: 299 400, dazu kamen 567 nichteingeborene Farbige. 117 Europäer wohnten im Bezirk. Die Volksdichte ist 4,2. Im Besitz der Europäer waren in 5 Betrieben 875 Rinder, 248 Stück Kleinvieh, 1305 Schweine, 67 Esel und Maultiere, die Eingeborenen hatten schätzungsweise 392 250 Rinder, 318 660 Stück Kleinvieh, 6000 Esel. Die an Europäer vergebene Fläche in den Grenzen des heutigen D. betrug 1908: 30 qkm. 1909/12 wurden 38 qkm vom Gouvernement verkauft, ebensoviel verpachtet. In D. gab es 1913: 12 europäische Firmen, darunter 9 selbständige Ansiedler, etwa 45 indische und arabische Geschäftsleute. - Bezirksnebenstelle von D. ist Mpapua (s.d.), die 4. Kompagnie der Schutztruppe steht in Kilimatinde (s.d.) bis auf einen Zug, der Singidda in Turu (s.d.) als Standort hat.

Uhlig.