Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 475

Drongo, Dicruridae, Vögel von würgerartigem Aussehen, mit sehr kurzen Läufen und meistens rein schwarzer, seltener grauer Gefiederfärbung, mit verhältnismäßig langem, oft gabelförmig ausgeschnittenem, bisweilen leierförmigem Schwanz. Sie verbreiten sich über die tropischen Länder der östlichen Erdhälfte; der Mittelpunkt der Verbreitung scheint im indischen Gebiet zu liegen. Die D. sind hauptsächlich Waldvögel, bewohnen aber auch freies Gelände. In ihrem Benehmen ähneln sie den Fliegenfängern, lauern wie diese auf Baumzweigen sitzend auf vorüberfliegende Insekten, die sie in kurzem Fluge erhaschen; doch verzehren sie auch Früchte. Ihre klangvolle Stimme ähnelt der der Pirole. Die napfförmigen Nester stehen im Baumgezweig; die Eier sind auf rötlichweißem Grunde braungefleckt. Sehr streitsüchtig, balgen sie sich viel untereinander oder mit anderen Vögeln und verfolgen namentlich Raubvögel, indem sie im Fluge auf sie stoßen. - Eine in Afrika sehr verbreitete Art ist der Trauerdrongo, Dicrurus afer, ganz schwarz, mit gabelförmig ausgeschnittenem Schwanz. - Dicrarus carbonarius auf Neuguinea und D. laemostictus auf Neupommern haben leierförmigen Schwanz, bei Dicranostreptus megarhynchus von Neumecklenburg sind die äußersten Schwanzfedern lockenförmig gekräuselt. -Den polynesischen Inseln fehlen die D.

Reichenow.