Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 476

Dschang (s. Tafel 49), Hauptort des gleichnamigen Bezirks in Kamerun. Er liegt im Manengubahochland, am Ostabhang des Bamendagebirges, in 1389 m Meereshöhe, in der Landschaft Bamilleke. Der Bach, der ihn durchfließt, geht in den Mbima, den Nebenfluß des Nkam. Über die Bevölkerung ist wenig bekannt. Das Land ist in der näheren Umgebung von D. wenig fruchtbar, bei dem kühlen Klima gedeihen wenig Feldfrüchte. Großvieh ist bei den Eingeborenen ganz unbekannt, das Land müßte sich aber vortrefflich zur Viehzucht eignen. Von D. führen nach allen Seiten wichtige Handelswege. Folgt man dem Flußlauf, so kommt man in den Nkamkessel mit dem Posten Bare. Überschreitet man das Bamendagebirge, so kommt man nach Fontem und zum Stromgebiet des Kreuzflusses. Ein Paß zwischen Muti und Bambutobergen führt nach Bamenda im Norden, eine Straße nach Südosten verbindet D. mit der Station Bana. In D. ist der Sitz einer Kompagnie der Schutztruppe (s. Tafel 89). Es hat eine Postagentur und eine Katholische Mission, ferner folgende landwirtschaftliche Anlagen: a) Ackerbauschule, begründet 1909 zur Ausbildung junger Eingeborener in der Pflugkultur und anderen Methoden des rationellen Ackerbaus. b) Viehzuchtstation, begründet 1909 zur Hebung der Viehzucht im Bezirk; besteht aus a) "Stammhof Dschang" und ß) "Haupthof Djuttitsa" nebst Vorwerken. Auf dem Stammhof wird Kreuzungszucht zwischen Allgäuer Bullen und dem Adamaua-Buckehind, auf dem Haupthof und den Vorwerken Reinzucht des Adamaua - Buckelrindes betrieben (vgl. KolBl. 1912 Nr. 6). Alle genannten Einrichtungen werden von der Verwaltungsstation D. aus geleitet. Weißes Personal: 1 Leiter (zugleich Leiter der Verwaltungsstation), 1 landwirtschaftlicher Assistent.