Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 484

Durian ist die Bezeichnung für den Duriobaum, Durio zibethinus, der nur in Indochina, Siam und auf den malaiischen Inseln vorkommt. Die stachelige, graubraune, 20 bis 30 cm lange und 20 cm breite Kapselfrucht enthält im Innern 5 Abteilungen, die je 2 - 5 etwa taubeneigroße Samen besitzen. Die Frucht hat einen derart unangenehmen Geruch, daß sie von den Europäern als Stinkfrucht bezeichnet und von vielen gar nicht erst gekostet wird. Das cremeartige Fruchtfleisch hat aber einen ungemein angenehmen Geschmack, weshalb die Duriofrucht auch von vielen als "Königin aller Früchte" gepriesen wird. Wegen der scharfen Stacheln ruft sie leicht erhebliche Verletzungen hervor. Eine ohne Stiel am Boden liegende Frucht ist daher schwer vom Boden aufzuheben. Der ungewohnte Genuß zieht oft krankhafte Folgeerscheinungen wie Furunkeln, Fieber und Dysenterie nach sich.

Literatur: K. Sehrwald, Das Obst der Tropen. Berl., Wilhelm Süsserott. - P. Hubert, Fruits des Pays Chauds. Paris 1912, Dunod et Pinat.

Voigt.