Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 484

Durru, heidnischer Sudanstamm in Kamerun, dessen Sitze an den Nordhängen des Ngaundereplateaus und am Oberlauf des Benue bis zum Ssarimassiv liegen. Vor den Sklavenjagden der Fulbe (s.d.) fliehend, haben sich die D. in das unzugängliche Gebirge zurückgezogen, wo sich ihre Siedelungen bis auf die Hochflächen hinaufziehen. Die D. sind Ackerbauer und haben etwas Kleinvieh. Hervorragend ist ihre Schmiedekunst. Hauptorte derselben sind Ssagdje und Alhadjin Galibu um Ostrande des Ssarimassivs. - Sie gehen fast unbekleidet, die Männer trugen früher Penisfutterale, jetzt Hüfttücher, die Frauen einen Lederschurz. Ihre Hütten haben Kegeldachform. Unter den D. fand Bauer viele Leprakranke. Bemerkenswert ist, daß bei ihnen der Kuß als Begrüßung bekannt ist.

Passarge - Rathjens.