Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 489

Ebenholz, Handelsbezeichnung für eine ganze Anzahl schwerer, im Wasser meist untersinkender Hölzer von relativ gleichmäßigem Bau, die zum Teil in der Farbe mit dem ursprünglich so genannten tiefschwarzen E. nicht übereinstimmen. Dieses letztere stammt von Arten der Ebenaceengattung Diospyros, meist mittelgroßen Bäumen, die in den Tropen der alten Welt heimisch sind. Das Sansibar -E. des Handels soll von Diospyros mespiliformis stammen, einem schönen, bis 25 m hohen, im tropischen Afrika sehr verbreiteten Baum mit eßbaren Früchten. Indessen liefert der Baum wohl ein geschätztes weißes Holz, bildet aber einen schwarzen Kern nicht an allen Standorten (Volkens, Nutzpflanzen Togos, Notizblatt des Botan. Gartens u. Museums zu Berlin-Dahlem, Appendix XXII, I, 1909; Metzger, Forstwirtschaft in Togo, Jena 1911, G. Fischer). In Kamerun und Togo sind mehrere Diospyrosarten vorhanden, unter denen z. B. D. atropurpurea E. liefern soll. E. (Dualaname: Epindepinde) stand in Kamerun an der Spitze der Exporthölzer, bis es durch Mahagonisorten überflügelt wurde. Gabun - E. wird von Diospyros dendo abgeleitet, die auch in Altkamerun vorkommt. In Deutsch-Südwestafrika liefert die Ebenacee Euclea Pseudoebenus (s. Tafel 56) ein vorzügliches E. von schwarzbrauner bis schwarzer Farbe. Sie ist ein bis 12 m hoher Baum mit heidelbeerartigen Früchten. Im Namaland häufig, kommt er auch im Hereroland an den Rivieren vor, erreicht hier aber nur eine geringere Größe.

Büsgen.