Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 489 f.

Ebolowa, Militärstation im gleichnamigen Bezirk in Kamerun im Bulelande, östlich vom Südkameruner Randgebirge gelegen. Mehrere kleine Bäche, die dem Mwila zuströmen, verbinden E. mit dem Fluß Kampo. Der Bezirk E. ist einer der bestbevölkerten in Kamerun, der Urwaldboden fruchtbar, das Klima bei 660 m Höhenlage relativ gesund. Da die Bule (s.d.) fleißige Landarbeiter zu werden versprechen, steht dem Bezirk eine Zukunft bevor. Der Urwald liefert reiche Erträge an Gummi; ferner führt die große südliche Handelsstraße von Molundu - Lomie über E. zur Küste nach Kribi. -Die Siedelungen von E. liegen zerstreut auf den Abhängen der Hügel und meiden die sumpfigen Bachläufe. Die ersten Ansiedler waren Missionare. 1900 wurde E. als Zwingburg angelegt, um die kriegerischen Bule zu unterwerfen, die ihre Raubzüge bis Kribi ausgedehnt hatten. Jetzt ist E. Militärstation, besitzt eine Postagentur und ein Lepraheim. In E. sind zahlreiche europäische Faktoreien. Niederschlagstabelle s. Kamerun.

Literatur: Zimmermann, KolBl. 1904.

Passarge - Rathjens.