Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 490

Echsen, Eidechsen (Sauria, s. Farbige Tafel Tropische Echsen), eine in sämtlichen heißen und gemäßigten Zonen der Erde durch zahlreiche Arten vertretene Reptilienordnung; vor allem die Tropen sind überaus reich an Formen wie an Individuen. Die E. verstehen es, sich jedem Gelände und den schwierigsten Lebensbedingungen aufs trefflichste anzupas.sen. Sie sind Bewohner des Urwaldes wie des Wüstensandes, in felsiger Einöde ebenso zuhause wie im Wasser der Flüsse und Seen oder selbst des Meeres. Viele bewegen sich im Gezweige der Bäume, andere auf ebenem Boden mit außerordentlicher Schnelligkeit und Gewandtheit und tragen, häufig in großer Zahl vereinigt, durch ihre Lebhaftigkeit und Farbenschönheit zur Belebung der Landschaft in hohem Grade bei. Zu dieser Gruppe gehören u. a. die altweltlichen Agamen (s.d.), Varane (s.d.) und, verschiedene Gattungen der echten Eidechsen sowie die neuweltlichen Ameiven und Iguaniden (Leguane). Andere, so die Amphisbaenen (s.d.) und die Skinke sind imstande, sich im Boden einzuwühlen und sich unter der Oberfläche wühlend fortzubewegen. Besondere, sehr eigenartige Gruppen sind die vollkommen an ein Baumleben angepaßten Chamaeleonen (s.d.) und die nächtlich lebenden, häufig mit Haftorganen an den Zehen ausgerüsteten Geckonen (s.d.). - Nutzen und Schaden der E. sind im allgemeinen nicht sehr bedeutend. Schädlich werden wohl nur einige der größten Arten in Ausnahmefällen, nützlich sind, von ihrem ästhetischen Werte ganz abgesehen, fast alle kleineren Arten- durch Vertilgung schädlicher Insekten. Viele werden für giftig gehalten und sehr gefürchtet, doch ist in Wirklichkeit nur die amerikanische Gattung Heloderma mit Giftzähnen ausgerüstet. Manche haben auch bei den Eingeborenen einen Ruf als kostbare Heilmittel (s. Springschlange).

Sternfeld - Tornier.