Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 502 f.

Eichhörnchen fehlen in Deutsch- Neuguinea und in den Schutzgebieten, welche in Melanesien und Polynesien liegen; auch aus Kiautschou sind sie bis jetzt noch nicht nachgewiesen worden, kommen aber in der Nähe an geeigneten Stellen vor. In Deutsch- Südwestafrika sind sie vorläufig nur aus dem Ambolande und aus dem Caprivizipfel bekannt und zwar in zwei Arten, einer ungestreiften und einer anderen, die eine helle Längsbinde auf den Körperseiten hat. Beide sind aber noch nicht genau bekannt. In den übrigen Teilen von Deutsch-Südwestafrika fehlen echte E. Dort kommt nur ein Erdeichhörnchen vor, welches sehr borstige, kurze Behaarung und verkümmerte Ohrmuscheln hat; es gehört zur Gattung Xerus. Wahrscheinlich gibt es davon in dem Gebiete des Nossob, Fischflusses, der südlichen Küstenländer und des Kaokofeldes je eine besondere Rasse. Diese sind noch nicht genauer verglichen worden. Ähnliche Formen, aber mit wohl entwickelten Ohren leben in den nördlichen Teilen von Deutsch-Ostafrika, in Togo und in den Steppenländern von Kamerun; aus Deutsch-Ostafrika sind sogar zwei verschiedene Erdeichhörnchen bekannt geworden, ein rötliches und ein bräunliches, letzteres mit einer weißen Rumpfbinde. Außerdem kennt man aus Togo, Kamerun und den westlichen Urwaldgebieten von Deutsch-Ostafrika etwa 8 verschiedene Baumeichhörnchen, deren Rassen noch nicht genauer untersucht worden sind, aus dem übrigen Deutsch -Ostafrika 6 Arten. In Togo, Kamerun. und Deutsch -Ostafrika leben ferner noch Flatterhörnchen (s.d.).

Matschie.