Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 506

Eigentumserwerb. Für die Übertragung des Eigentums an einem Grundstück ist die in vorgeschriebener Form erklärte Einigung des Veräußerers und des Erwerbers (s. Auflassung)und, sofern für das Grundstück ein Grundbuchblatt angelegt ist, die Eintragung der Rechtsänderung in das Grundbuch (s. Grundbücher) erforderlich. Die Übertragung des Eigentums an einer beweglichen Sache erfordert die Übergabe der Sache durch den Eigentümer an den Erwerber und die Einigung beider dahin, daß das Eigentum übergehen soll. Ist der Erwerber im Besitze der Sache, so genügt die Einigung über den Übergang des Eigentums (§ 929 BGB.). Besondere Arten des E. sind die Ersitzung (§§ 937 ff), die Verbindung, Vermischung und Verarbeitung von Sachen (§§ 946 ff), der Erwerb von Erzeugnissen und sonstigen Bestandteilen einer Sache (§§ 953 ff), die Aneignung (§§ 958 ff) und der Fund (§§ 965 ff). Die hierüber im BGB. enthaltenen Vorschriften gelten gemäß § 3 SchGG., § 19 KolGG. auch in den Schutzgebieten.

Gerstmeyer.