Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 521

Einkommen- und Personalsteuern. Bei den unfertigen und im raschen Wandel begriffenen Verhältnissen kolonialer Neuländer sind E. wenig empfehlenswert. Allgemeine E. nach deutscher Art bestehen in den deutschen Schutzgebieten nicht. Ein Versuch, die Besteuerung der Eingeborenen nach dem Einkommen abzustufen, ist in Togo für die Orte Lome und Anecho gemacht (s. Eingeborenensteuern). Der Plan, eine allgemeine E. in Samoa einzuführen, ist wieder aufgegeben (1909). Als partielle E. kann man die Steuern auf das Gehalt von Beamten und Angestellten bezeichnen. Solche, haben bestanden in Deutsch- Neuguinea von 1888 - 1905 und sind in Samoa eingeführt 1909 (12. Nov.) in 5 Massen mit festen Sätzen von 20 - 400 M. Diese "Berufssteuer" entspricht den Steuern, die als Lizenzabgaben für andere Berufe bestehen. Dazu kommt die allgemeine P. von 25 M, die jeder männliche Nichteingeborene im Alter von mehr als 18 Jahren zu zahlen hat, wenn er sich mehr als 6 Monate im Schutzgebiet aufhält. Derartige P. bestehen auch im Inselgebiet von Deutsch - Neuguinea (auf den Marshallinseln seit 1898), einheitlich seit 1908 (30. Juni), wo die P. für männliche mehr als 16jährige Nichteingeborene auf 40 M festgesetzt ist (Ertrag nach dem Etat 1914: 15 800 M). E. und Personalkopfsteuern für Nichteingeborene werden neuerdings in Deutsch - Südwestafrika in Gemeinden und Bezirksverbänden eingeführt.

Rathgen.