Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 543

Eisenbahnfahrgeschwindigkeit. Die E. der Bahnen in unseren Schutzgebieten, festgelegt durch den E. - Fahrplan, hängt ab von der Spurweite (s. Eisenbahnspurweite), der Bauart der Fahrzeuge (s. Eisenbahnwagen) und den Linienverhältnissen, insbesondere den Steigungen und Krümmungen der Bahn. Bei der vorwiegend üblichen Spurweite von 1,0 und 1,067 m beträgt sie, entsprechend den heimischen Kleinbahnen, etwa 25 bis 30 km in der Stunde, kann aber bei gutem Zustande der Bahn und Fahrzeuge unbedenklich auf 40 (bis 45) km/Std. in der wagerechten und geradlinigen Strecke gesteigert werden. Höhere Geschwindigkeiten erscheinen bedenklich, solange die überall zahlreich vorhandenen Überwege der Bahnen weder bewacht noch mit schließbaren Schranken versehen sind. Die Reisegeschwindigkeit, d. h. die durchschnittliche Geschwindigkeit zwischen dem Anfangs- und Endpunkt der ganzen Zugfahrt einschließlich der Aufenthalte auf den Unterwegsstationen, ist stets wesentlich geringer als die eigentliche E.