Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 544

Eisenbahnfahrplan. Infolge des schwachen Zugverkehrs besteht im E. der Schutzgebiete ein Hauptunterschied gegen den der Heimat darin, daß er nicht, gleichmäßig für alle Wochentage gilt, sondern bestimmte Fahrten meist nur für einzelne bestimmte Wochentage. Der E. enthält die nach der zulässigen Fahrgeschwindigkeit (s. Eisenbahnfahrgeschwindigkeit) ermittelten Fahrzeiten der Züge zwischen allen aufeinanderfolgenden Stationen, die Aufenthaltsdauer auf diesen, sowie die Ankunfts- und Abfahrtszeiten, so daß aus dem E. alle für den Fahrdienst eines Zuges maßgebenden Zeitbestimmungen zu entnehmen sind. Der für den inneren Dienst der Verwaltung bestimmte sog. Dienstfahrplan enthält meist auch den E. für Bedarfszüge, regelmäßige Lokomotiviahrten, Leerfahrten, Arbeitszüge, Kieszüge usw., der öffentliche oder Aushangfahrplan dagegen nur die für den öffentlichen Verkehr in Betracht kommenden Züge. Von besonderem Wert für die Übersicht über den gesamten Betrieb einer Bahn ist der bildliche (graphische) E., in dem jede planmäßige Zugfahrt in ihrem Verlauf durch einen besonderen Linienzug dargestellt ist.

Baltzer.