Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 545 f.

Eisenbahnsysteme. Wenn man von E. spricht, so unterscheidet man dabei heute vorzugsweise das Staatsbahnsystem, das Privatbahnsystem und das gemischte System, je nachdem die Mehrzahl der Eisenbahnen eines Landes sich ausschließlich oder vorwiegend im Eigentum des Staates oder privater Erwerbsgesellschaften befinden oder auf beide ungefähr gleich verteilen. Beim Staatsbahnsystem ist wiederum zu unterscheiden, ob der Staat seine Bahnen selbst betreibt oder ihren Betrieb verpachtet; auch kommt bei Privatbahnen Betriebsführung durch staatliche Eisenbahnverwaltungen vor. In den deutschen Schutzgebieten ist heute das Staatsbahnsystem insoweit ziemlich streng durchgeführt, als fast alle wichtigen Bahnen im Eigentum der Schutzgebiete stehen (mit Ausnahme der Manenguba- oder Kameruner Nordbahn, die der privaten Kamerun - Eisenbahn - Gesellschaft [s.d] gehört). Siehe auch Ostafrikanische Eisenbahn - Gesellschaft, deren Bahnstrecke Daressalam - Morogoro durch Erwerb der Anteile auf den Schutzgebietsfiskus von Deutsch-Ostafrika verstaatlicht worden ist, wenn auch die Gesellschaft als solche weiterbesteht.