Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 546 f.

Eisenbahnverkehrsordnung. Die E., hervorgegangen aus den früheren sog. Bahnreglements, regelt die Beförderungsbedingungen und rechtlichen Bestimmungen für die Ausführung des Vertrages, den der Verfrachter zur Versendung von Personen, Tieren oder Gütern mit der Eisenbahnverwaltung abschließt. Die E. regelt insbesondere die Pflichten des Frachtführers gegen den Verfrachter in bezug auf Haftung für Verlust, Minderung oder Beschädigung der versendeten Güter, in bezug auf Beschränkung der Haftung, auf Haftung für Überschreitung der Lieferfrist u. dgl. Während auf den Eisenbahnen in Deutschland, soweit sie dem öffentlichen Verkehre dienen, die vom Bundesrat erlassene, mit Gesetzeskraft ausgestattete E. (EVO.) vom 1. April 1909 (RGBl. 1909, 93 ff) gilt, ist für die Eisenbahnen in den deutschen Schutzgebieten Afrikas eine der heimischen E. zwar im allgemeinen nachgebildete, aber in vielen Punkten wesentlich einfachere Kolonial - E. (KVO. vom 26. Febr. 1913) seit 1. Juli 1913 in Kraft gesetzt (abgedruckt KolBl. 1913, S. 179).