Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 548

Eisenbahnwerkstätten. Die Eisenbahnen in den Schutzgebieten sind mit E. ausgerüstet, in denen größere Ausbesserungen, Erneuerungen einzelner Teile, aber auch die regelmäßig innerhalb gewisser Fristen wiederkehrenden Untersuchungen der Lokomotiven und Wagen und die erforderlichen Unterhaltungsarbeiten vorgenommen, auch die von der Heimat bestellten, in zerlegtem Zustande hinausgesandten Fahrzeuge zusammengebaut werden. Die Anfertigung neuer Fahrzeuge hat man in den E. im allgemeinen nicht in Aussicht genommen, vielmehr der Privatindustrie überlassen, weil die heimischen Fabriken billiger liefern können. Neben den sog. Hauptwerkstätten unterscheidet man noch kleinere Betriebs- oder Nebenwerkstätten, in denen kleinere Ausbesserungen mit einfachen Mitteln während kurzer Betriebspausen ausgeführt werden. Für die Lage der E. ist einerseits oft der Einfuhrhafen der gegebene Punkt, andererseits empfiehlt sich die Lage an einem Knotenpunkt, möglichst im Schwerpunkt des Netzes der von der betr. Werkstätte bedienten Bahn. Die Lage im Innern des Landes hat auch gewisse Vorzüge in militärischer und strategischer Beziehung. In den Schutzgebieten bestehen folgende E.: in Deutsch-Ostafrika: für die Nordbahn eine E. in Tanga, die gegenwärtig erweitert wird; für die Mittellandbahn eine E. in Daressalam, eine größere in Taborg ist im Bau; in Togo eine E. in Lome; in Kamerun eine solche in Duala für die Mittellandbahn und eine kleinere in Bonaberi für die Nordbahn; in Deutsch - Südwestafrika eine solche in Karibib für die Staatsbahn und eine kleinere in Keetmanshoop für die Südbahn; endlich in Usakos eine Hauptwerkstätte für die Otavibahn.

Baltzer.