Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 553

Eitapé, Regierungsstation am Berlinhafen (s.d.) in Kaiser- Wilhelmsland (Deutsch - Neuguinea). Die Regierungsstation wurde im Jahre 1906 errichtet. Die Station umfaßt den nordwestlichen Teil Kaiser -Wilhelmslands, von der holländischen Grenze nördlich bis zum Kaiserin - Augustafluß südlich nebst den vorgelagerten Inseln und untersteht unmittelbar dem Ksl. Gouverneur in Rabaul. Die Eingeborenengerichtsbarkeit übt der Stationsleiter aus. Hinsichtlich der Fremdengerichtsbarkeit gehört E. zum Bezirksgericht Friedrich - Wilhelmshafen und dem Obergericht in Rabaul. Die tandesamtlichen Geschäfte in E. liegen dem Stationsleiter ob. E. ist Auslandshafen und Postagentur und wird regelmäßig von den Schiffen der Singapore - NeuguineaLinie 10wöchentlich angelaufen. In der Nähe befindet sich auch eine Station und eine Pflanzung der Mission vom Heiligen Geist (Göttlichen Wort). Eine Regierungsschule besteht im Bezirke noch nicht, dagegen unterhält die genannte Mission Eingeborenenschulen. Außer den Niederlassungen der Mission vom Göttlichen Wort befinden sich noch einige Stationen der Neuguinea - Kompagnie im Bezirk der Station E. Die Angliederung der Eingeborenen an die Verwaltungsorganisation konnte noch nicht völlig durchgeführt werden. Der Handel im Bezirk erstreckt sich, wie auch in den anderen Teilen der Südsee, in der Hauptsache auf den Ankauf der von den Eingeborenen gewonnenen Kopra.

Krauß.