Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 553

Ekoi, Bantunegerstamm der Bakundugruppe (s. Bakundu) in Kamerun. Sie sitzen südlich des Kreuzflusses längs der englischen Grenze, im Bezirk Ossidinge. Ihre Zahl wird auf 5500 geschätzt. Sie haben sich den Aufständen im Jahre 1904 nicht angeschlossen. Die E. sind ein ausgesprochenes Handelsvolk; sie vermitteln den Verkehr zwischen den östlich sitzenden Völkern und der Küste, dabei folgen sie der natürlichen Wasserstraße bis Kalabar. Die Hauptprodukte des Handels sind Gummi, Palmöl und Palmkerne, früher auch viel Elfenbein und bis vor 20 Jahren noch Sklaven. Solquellen sind in ihrem Lande häufig, viele E. liegen der Salzsiederei ob. Die Siedlungen sind meist geschlossene Dörfer. Nssanakang am Kreuzfluß, Nssakpe an der Ana sind die bedeutendsten. Östlich von Nssakpe liegt der Totensee, mit Abfluß zum Kreuzfluß, in den die E. das Reich der Unterwelt versetzen. Als Begleiterscheinung des Salzhandels ist der Fetisch N'Jogha erwähnenswert, den Abb. 22, Tafel 86 wiedergibt. Die mehr als meterhohe Figur stand auf einem Podium von ebenfalls etwa 1 m Höhe unter einem Mattendach in der Nähe der solehaltigen Quellen, aus deren Wasser das Salz durch Verdampfen gewonnen wird. Vor der Rückkehr in die Heimat unterließ es keiner der Händler, dem N'Jogha ein Quantum Salz zu opfern.

Passarge - Rathjens.