Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 554

Elefanten sind leider in den deutschafrikanischen Schutzgebieten erst in allerneuester Zeit in ihrem volkswirtschaftlichen Werte erkannt worden. Bisher wurde überall so viel Elfenbein (s.d.), wie nur möglich war, ausgeführt. Dadurch sind die Bestände sehr gelichtet worden. In Deutsch - Südwestafrika kommt der E. anscheinend nur noch im Okawangobecken vor, auch in Deutsch -Ostafrika gibt es nördlich vom Rufiji viele Gegenden, wo er ausgerottet ist, und sogar in Togo und Kamerun kann in manchen Gegenden eine bedenkliche Abnahme nicht geleugnet werden. Der E. ist in zahlreiche Rassen geschieden, deren jede ein beschränktes Gebiet bewohnt; die Gefahr liegt nahe, daß eine ganze Reihe der einst vorhanden gewesenen Rassen jetzt schon von der Ausrottung bedroht ist. Hoffentlich retten neue und strenge Jagdgesetze (s. Elfenbein) die noch vorhandenen Bestände, und vielleicht gelingt es weiser Einsicht, wenigstens aus einigen der Rassen Haustiere zu gewinnen. Die Einwände, daß E. auf Kunststraßen nicht laufen können, sind hinfällig; man könnte ihre Hufe ebenso schützen wie man Pferdehufe zu schützen weiß. -Die Rassen des afrikanischen E., von denen in Togo wahrscheinlich 6, in Kamerun etwa 20, in Deutsch -Ostafrika 30, in Deutsch-Südwestafrika aber 9 ursprünglich vorhanden gewesen sind, wovon in Deutsch- Ostafrika mehrere, in Deutsch -Südwestafrika sicher 7 bereits als ausgestorben gelten müssen, unterscheiden sich durch die verschiedene Gestalt der Ohren, die Felderung und Färbung der Haut, die Krümmung und Gestalt der Stoßzähne, die Anordnung der Leisten auf den Backenzähnen, die Länge des Schwanzes und die Körpergröße. - Es ist nicht bewiesen, daß E. über die Grenzen ihres Rassegebietes hinaus wandern. Die größte Schulterhöhe, welche man gemessen hat, beträgt ungefähr 4 m, die größte Länge eines Stoßzahnes 348 cm, sein schwerstes Gewicht 140 kg. S. a. Elfenbein.

Matschie.