Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 554 f.

Elefantensee. Im Jahre 1883 wurde von dem Polen Tanczek im Barombilande in Kamerun ein See entdeckt, den er der vielen Elefanten wegen, die die Ufer unsicher machten, E. nannte. Die einheimische Benennung ist Barombi ba Ubu, d.h. See der Barombi. Der E. liegt in nordöstlicher Richtung 25 km vom Rickards- oder Barombisee entfernt, auf der ersten kristallinen Vorlandstufe. Er ist ein echter Kratersee in ca. 300 m Meereshöhe, der einen erloschenen Schichtvulkan erfüllt. Die Innenseite des Kraterwalls stürzt jäh, fast senkrecht, 90 m tief, zum See ab, welcher eine Tiefe von 111 m erreicht. Nur im Norden ist die Umrandung weggesprengt. Am Ufer ist das Gefälle sehr schroff. Die Gestalt des Sees ist ein Quadrat mit "abgerundeten Ecken, der Durchmesser etwa 2 1/2 km. Der See, wird durch Niederschläge und unterirdische Zufuhr gespeist. Der größte der meist unbedeutenden Bäche kommt von Westen. Im Osten erhält der See Abfluß durch einen tiefen Riß, der wohl infolge eines Erdbebens entstand, und wird dem System des Mungo angegliedert. Die Ufer des Sees sind mit Urwald bedeckt. Der Reichtum an Fischen und Vögeln ist sehr groß, Elefanten sind aber schon sehr selten geworden. In dem großen Dorf Ubu ani Westufer wohnen Barombi. Ihre Zahl wurde mehrmals durch Pocken dezimiert. Sie sind eifrige Fischer und Töpfer. Auf dem Steilrand im Südosten des Sees liegt die Regierungsstation Johann-Albrechtshöhe (s.d.). Am Südufer des Sees wohnen die Bafo, deren Hauptort Kumba ist.

Passarge - Rathjens.