Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 556

Eleusinekorn, "Fingerhirse" (Eleusine coracana Gärtn.), in Ostafrika "ulesi" oder "uimbi" genannt, in Südasien, China, Japan und im östlichen Teile Afrikas von der Kyrenaika bis südlich des Seengebiets und auch in Süd -Angola verbreitetes kleinfrüchtiges Getreide. Es wird 30 - 90 cm hoch; die Ähren sind zu mehrstrahligen Dolden angeordnet (Abb. bei Schumann). Die umgekehrt eiförmigen Früchte erreichen etwa die Größe der italienischen Hirse; die Samenschale ist ungemein hart (verkieselt). Das Mehl schmeckt bitter und wird daher von den Negern mit Vorliebe zur Bereitung von Hirsebier (s.d.) verwendet. Aber auch als Brotfrucht ist E. stellenweise geschätzt und spielt dort im Haushalte des Negers eine große Rolle; so z.B. in Ungoni, im Zwischenseegebiet, in einigen Teilen des Sudans und besonders in Abessinien. Die E.kultur bringt den Nachteil hochgradiger Erschöpfung des Bodens mit sich.

Literatur Schweinfurth, Im Herzen von Afrika (1874), Tl. I u. II. - K. Schumann in Englers Pflanzenwelt Ostafrikas (1895), Pl. B, 65 ff. - Stuhlmann, Beitr. zur Kulturgesch. von Ostafrika (1909) 177 ff.

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