Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 563

Engelport bei Treis (Mosel), Sitz eines Brüdernoviziates der Oblaten der unbefleckten Jungfrau Maria (s.d.) seit 1903. E. ist wichtig namentlich durch die von der Genossenschaft geleitete und aus Reichsmitteln unterstützte "Kolonia -Missionsschule", die allerdings vorwiegend den Brüdern dient. Sie besteht aus einem theoretischen Winter- und einem praktischen Sommerkursus. Die theoretische. Ausbildung umfaßt Allgemeinbildendes (Deutsch, Rechnen, Koloniales, Geographie, Samariterkurs und Gesundheitslehre, Englisch und Französisch), Wirtschaftliches (Landwirtschaft, Viehzucht, Forstwirtschaft) und Technisches (Kulturtechnik und Baufach); den praktischen Maschinenbetrieb, Ökonomie und Weinbau. Mit der Schule sind maschinelle Anlagen, Hausapotheke, Ökonomiegebäude und Wirtschaftsflächen verbunden. In den überseeischen Gebieten, speziell in Deutsch -Südwestafrika (Windhuk, Klein - Windhuk, Döbra, Usakos, Swakopmund, Okombahe, Epukiro, Grootfontein, Nyangana) bewährten sich die ausgereisten Zöglinge vorzüglich. Bei seinem Besuch im verflossenen Jahre (1912) spendete der Staatssekretär des Reichskolonialamts, Dr. v. Lindequist, hohes Lob der Anstalt, der Genossenschaft und den von ihr herangebildeten Kulturpionieren, die er selbst am Werke gesehen und deren patriotischen Sinn er kennen gelernt habe. Vgl. die gedruckten Jahresberichte, besonders den von 1911/12 (Engelport).

Schmidlin.