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Ersatz, der farbige (s.a. Schutz- und Polizeitruppe). Ebenso wie die
wirtschaftliche Entwicklung einer Tropenkolonie sich hinsichtlich der
Arbeitsverrichtung fast ausschließlich auf den Arm des Eingeborenen
angewiesen
sieht, muß auch die bewaffnete Macht in den Tropen auf den f. E. zurückgreifen; die schärfere
Entwicklung der Sinne und die infolge der Lebensführung des Farbigen
mögliche
Einschränkung des Trosses sprechen hierbei noch ein besonders
entscheidendes
Wort mit. Der f. E. besteht aus Eingeborenen des betr. Schutzgebietes
und aus Landfremden. Für die Rekrutierung kommen in erster Linie die
militärisch
besonders veranlagten Stämme und nur
freie Eingeborene in Frage; die Ausbildung erfolgt
in der Regel bei den besonders hierfür vorgesehenen Formationen
(Stammkompagnie,
Rekrutendepot). Der Farbige Soldat, im allgemeinen gelehrig und mit
hinreichendem
Ehrgefühl ausgestattet, bringt neben Lust und Liebe zum Soldatenhandwerk
auch ein instinktives Verständnis für die Notwendigkeit der
militärischen
Disziplin mit. Seine Exerzier- und Schießfertigkeit lassen sich bis zu
einem hohen Grad der Vollkommenheit fördern. Auch Mut und Tapferkeit
fehlen
im Gefecht nicht, solange der Weiße
vorangeht;
den Führer, der ihm Achtung und Vertrauen abgewonnen hat, läßt er nicht
im Stich. Dagegen müssen die heimischen Anforderungen an
Pflichtbewußtsein
und Gewissenhaftigkeit erklärlicherweise erheblich herabgesetzt werden;
überall, wo seine selbständige Verwendung nicht zu umgehen ist, bedarf
es schärfster Überwachung, um groben Vernachlässigungen vorzubeugen und
seine angeborene Neigung zu Gewalttätigkeiten und Übergriffen gegen
seine
Stammesgenossen, wo immer sich die Gelegenheit bietet, in Schranken zu
halten. -Die Gefahren des f. E. - bedingte Verläßlichkeit im Falle des
Kampfes gegen die eigene Rasse; allmähliches Anwachsen eines relativ
militärisch
geschulten, aber nicht hinreichend zuverlässigen Elements in den
Rekrutierungsbezirken
infolge der Entlassung nach dreijähriger Dienstzeit - sind in dem Maße gewachsen, als der
frühere starke Prozentsatz landfremden E. infolge wirtschaftlicher
Nachfrage
stetig zurückgegangen ist. Auch ist die Verwendung des einheimischen E.
in entfernten, durch Stammesund Religionsgegensätze ausgezeichneten
Bezirken
desselben Schutzgebietes, sowie die Mischung einander fremd
gegenüberstehender
Elemente in derselben Kompagnie usw. infolge des zunehmenden Verkehrs
und der geistigen Entwicklung der Eingeborenen ein immer zweifelhafteres
Aushilfsmittel geworden. Es wird daher angestrebt, durch Gewährung von
Prämien, stufenweise Löhnung und Erdienung einer
Pension den f. E. länger als zurzeit und soweit erreichbar, für die
ganze
Dauer seiner aktiven Dienstfähigkeit
bei der Truppe zu halten, um neben der Beseitigung vorerwähnter Mängel
seine militärische Erziehung über das Formale hinaus zu vertiefen und
so mit den entlassenen Reservisten eine Art Sicherheits- und
Kulturtruppe
in die Kolonie hineinzutragen. Insbesondere bilden die
monatlichen
Geldbezüge der mit Pension Entlassenen, die natürlich an der Erhaltung
dieser Einnahmequelle das lebhafteste Interesse haben, ein wirksames
Gegengewicht
gegen Unruhe- und Aufstandsbestrebungen; sie ermöglichen eine
ununterbrochene
Kontrolle dieser Reservemannschaften
und gewähren ihnen durch ihre ständige Berührung mit dem Weißen den
wünschenswerten
Rückhalt für eine nachhaltige Verbreitung unserer von ihnen angenommenen
Kultur und Sprache unter ihren Stammesgenossen.
Zimmermann.
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