Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 594

Ewe, auch Evhe, Ephe, bedeutende Völkergruppe, welche den südlichen Teil des Schutzgebietes Togo, vom Meere bis zur Südgrenze der Landschaften Kunja, Akpafu, Borada, Akposso und Atakpame einnimmt. Nördlich von Atakpame gehören ihr noch die Bewohner der Landschaft Kpedji an. Ewesplitter sind ferner in der Landschaft Atakpame (s.d.) unter die dortige Jorubabevölkerung eingesprengt. Das Ewegebiet Südtogos umfaßt also die Bezirke Anecho und Lome, den größten Teil des Bezirks Misahöhe und Teile des Bezirks Atakpame. Im E.gebiet des Bezirks Misahöhe liegen mehrere isolierte Volksstämme, welche der E.gruppe nicht angehören, nämlich die Bewohner von Awatime (s.d.), Lógba, Tafi und Niangbó. Ferner liegen im E.gebiet isoliert verschiedene Splitter der Ga - Völkergruppe (s. Ga), deren bedeutendste die Bewohner der Landschaften Essé Sogbedji und Adángbe am Haho in den Bezirken Anecho und Lome-Land sowie der Landschaft Agotime im Bezirk Misahöhe sind. Das E.gebiet reicht weit über die Grenzen Togos hinaus und umfaßt den größten Teil Süd - Dahomés und des östlich des Volta gelegenen Gebietes der Goldküstenkolonie. Die E. (s.a. Tafel 26) sind ein intelligenter Volksstamm, welcher mit überraschender Schnelligkeit die europäischen Kultureinflüsse aufgenommen hat. Politisch sind sie in zahllose ]deine Stämme zersplittert. Die E.leute sind geschickte Ackerbauer und kluge, betriebsame Händler. Über die Sprache der E. s. Ewesprache.

Literatur: Dr. Asmis, Die Stammesrechte der Bezirke Nisahöhe, Anecho u. Lome-Land in Zeitschr. f. vergl. Rechtswissenschaft, Bd. XXVI, Stuttg. 1911. - A. B. Ellis, The Ewe speaking peoples of the Slave - Coast of We8tafrica. Lond. 1890. J. Schönhärl, Volkskundliches au8 Togo. Dresd., Lpz. 1909. - J. Spieth, Die EweStämme. Berl. 1906. - Ders., Die Religion der E. in Süd - Togo. Lpz. 1911. - D. Westermann, Wörterbuch der E. - Sprache. Berl. 1905.

v. Zech.