Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 599

Falli, Sudanstamm im Norden Kameruns, etwa zwischen dem Mandaragebirge, dem Benue und Mao Kebbi. In der Sprache, die sie mit den Tengelin bei Garua und den Tangale in Muri am Benue gemeinsam haben, unterscheiden sich die F. auffallend von den umwohnenden Stämmen, und es ist nicht unwahrscheinlich, daß sie aus dem Westsudan eingewandert sind, da sich dort bei den Mossi derselbe Dialekt findet. Ehe die Fulbe (s.d.) ins Land kamen, hatten die F. ein großes Reich mit der Hauptstadt Basima, Jetzt haben sich nur die Stämme im Mandaragebirge unabhängig erhalten, in der Ebene sind sie den Fulbe unterworfen. Die F. sind Heiden. Sie tragen primitive Schurzfelle aus Lederriemen, nehmen aber auch Tracht und Sitten der Fulbe an. Sie bewohnen Kegeldachhäuser, im Mandaragebirge dagegen bienenkorbartige Lehmhütten. Sie leben von Ackerbau und Kleinviehzucht. Pferde sind nur bei den nördlichsten Stämmen bekannt.

Passarge - Rathjens.